Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Forschungsnation Deutschland

Bildungsministerin Wanka sieht die Bundesrepublik weltweit an der Spitzenposition

"Bioplastik-Forschung im Labor der BASF in Ludwigshafen (Anja Krieger)
"Bioplastik-Forschung im Labor der BASF in Ludwigshafen (Anja Krieger)

So viele Menschen wie nie zuvor arbeiten in Deutschland im Bereich Forschung und Entwicklung. Fast jedes siebte Patent weltweit wird so erdacht. Das geht aus dem von Bundesregierung verabschiedeten Bericht über die sogenannte Hightech-Strategie hervor.

"Innovationen aus Deutschland sind in der Welt gefragt wie nie", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU): "Kein anderes Land produziert mehr forschungs- und entwicklungsintensive Hightech-Artikel für den Weltmarkt." Mit einem Anteil von 12,1 Prozent liege man hier knapp vor China und den USA auf dem ersten Platz. Rund jedes siebte Patent weltweit werde in Deutschland erdacht.

Diese Entwicklung mache sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, erklärte die Ministerin weiter. Laut ihrem Bericht entstanden zwischen 2005 und 2011 in der Forschung fast 100.000 neue Jobs. Das sei ein neuer Rekordstand. Waren 2005 in Wirtschaft und staatlich geförderten Forschungsinstituten in diesen Bereichen noch 475.000 Mitarbeiter beschäftigt, so sei diese Zahl inzwischen auf 567.000 gestiegen.

Forschungsinvestitionen trotz Wirtschaftskrise erhöht

Noch niedersächsische Wisseschaftsministerin: Johanna Wanka (picture alliance / dpa / Anja Mia Neumann)Ministerin Wanka (picture alliance / dpa / Anja Mia Neumann)Während andere Nationen in der Wirtschaftskrise ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung gekürzt hätten, seien in Deutschland die staatlichen Forschungsinvestitionen von 9,3 Milliarden Euro im Jahr 2006 auf 14,4 Milliarden in 2013 erhöht worden, so Wanka. Das mittelfristige Ziel einer Quote von drei Prozent der Forschungs- und Entwicklungsausgaben an der deutschen Wirtschaftsleistung habe man mit zuletzt 2,9 Prozent so gut wie geschafft.

Im Bericht heißt es wörtlich: "Deutschland besitzt das Potenzial, substanziell zur Lösung der globalen Herausforderungen beizutragen und dabei gleichzeitig seine weltweit führende Stellung als eine der führenden Wirtschafts- und Exportnationen zu behaupten." Die Hightech-Strategie der Bundesregierung konzentriert sich auf die Schwerpunkte Klima/ Energie, Gesundheit/Ernährung, Mobilität, Sicherheit und Kommunikation.

Scharfe Kritik von Expertenkomission

Ende Februar hatte eine von der Bundesregierung eingesetzte "Expertenkommission Forschung und Innovation" die Politik der schwarz-gelben Koalition noch vor zu großer Selbstzufriedenheit gewarnt und dabei unter anderem auf massive Schwächen in der wichtigen Informations- und Kommunikationstechnik sowie in den Lebenswissenschaften verwiesen.

Die EFI-Experten erklärten, dass sie zentrale Reformvorhaben der schwarz-gelben Koalition für gescheitert hielten. Zwar sei in den vergangenen drei Jahren deutlich mehr Geld in die Forschung investiert worden. Gleichwohl seien wichtige Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, wie etwa die steuerliche Förderung der Unternehmensforschung, nicht angegangen worden.


Falls Sie ein Facebook-Konto haben, können Sie das Thema auch auf der dortigen Seite des Deutschlandfunks mitdiskutieren.


Mehr zum Thema auf dradio.de

"An Erfindergeist mangelt es hier nicht"- Wissenschafter Henkel: Bessere Vernetzung von Forschung und Wirtschaft nötig
"Wir fühlen uns schon gegängelt"- Präsident des Hochschulverbands kritisiert Pläne der NRW-Wissenschaftsministerin
Vom Aufstieg und Fall der Wissenseliten- Daniel Bells Klassiker "Die nachindustrielle Gesellschaft"

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:35 Uhr Forschung aktuell

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Zum Tod von Walter Scheel"Er war schon ein toller Bursche!"

Der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Burkhard Hirsch (r, FDP) spricht am 30.05.2015 in Berlin bei der Demonstration gegen Massenüberwachung durch Geheimdienste mit einem Teilnehmer. (dpa)

Walter Scheel sei ein hervorragender und äußerst entschlossener Politiker gewesen, sagte sein langjähriger Weggefährte Burkhard Hirsch (FDP) im DLF. Gegen alle Widerstände der Konservativen habe er gemeinsam mit Willy Brandt die Grundlagen für die deutsche Wiedervereinigung gelegt. 

Theater des Jahres"Bühnen brauchen den Wechsel"

Das Maxim Gorki Theater, aufgenommen am 29.10.2012 in Berlin. (picture-alliance / dpa / Michael Kappeler)

Das Berliner Maxim-Gorki-Theater und die Volksbühne in Berlin sind gleichberechtigt zum "Theater des Jahres" gewählt worden. Beide leisteten, jedes auf seine Art, künstlerisch "Außergewöhnliches", sagt "Theater heute"-Redakteur Franz Wille.

Schweres ErdbebenItalien wird nicht zerreißen

Ganze Dörfer sind zerstört - Retter suchen weiterhin nach Überlebenden. Bis zu 247 Menschen sind in Zentralitalien durch das Erdbeben gestorben. Manche behaupten nun, das Land könnte zerreißen. Eine gewagte These, sagt Erdbeben-Seismologe Frederik Tilmann.

Syrien"Die Türkei ist wichtig für den Kampf gegen den IS"

Sie sehen Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages. (picture-alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, begrüßt das Engagement der Türkei im Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien. Wenn die Türkei aber auch kurdische Stellungen unter Beschuss nehme, dann sei das zu kritisieren, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

Chinesischer Dissident Liao YiwuErinnerungen an Willkür und Folter

Der Schriftsteller Liao Yiwu zu Gast im Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Der chinesische Autor und Dissident Liao Yiwu wurde international bekannt mit seiner literarischen Dokumentation "Fräulein Hallo und der Bauernkaiser". Nun ist sein erster Roman, "Die Wiedergeburt der Ameisen" erschienen - Unterdrückung ist wieder das Thema.

Tradition und BildungWarum Literatur-Klassiker uns längst fremd sind

Eine Frau mit Strohhut liest am Beckenrand eines Schwimmbeckens ein Buch. (imago / Westend61)

Lesen Sie die deutschen Klassiker, rät Michael Schikowski: Aber nur, wenn Sie sich mal so richtig fremd im eigenen Land fühlen wollen. Auf die Frage, was die Klassiker uns heute noch zu sagen haben, gibt der Literatur-Blogger eine ziemlich eindeutige Antwort: Nichts!

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrische Kurden  Rückzug auf Druck von Ankara und Washington | mehr

Kulturnachrichten

"Toni Erdmann" ist für die Jury modern und universell  | mehr

Wissensnachrichten

Erderwärmung  Es ging schon früher los | mehr