Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Forum neuer Musik 2011

DLF-Festival für zeitgenössische Musik "goes Germany"

Das "Ensemble 20/21" der Hochschule für Musik und Tanz Köln unter der Leitung von David Smeyers  (Bild: Thomas Kujawinski)
Das "Ensemble 20/21" der Hochschule für Musik und Tanz Köln unter der Leitung von David Smeyers (Bild: Thomas Kujawinski)

Neue Musik: Auf den ersten Ton verspricht sie selten gefälliges Hörvergnügen. Unbequem, fast trotzig widersetzt sie sich unseren Hörgewohnheiten. Wer sich auf sie einlässt, dem erschließen sich neuartige Klangwelten. Gelegenheit dazu gibt das Forum neuer Musik 2011, das vom 7. bis 10. April im DLF-Kammermusiksaal und in der Hochschule für Musik und Tanz Köln stattfindet. Diesjähriger Schwerpunkt: Neue Musik in Deutschland.

Das Forum 2011 richtet den Fokus auf Deutschland und es beginnt mit John Cage. Cage, demnächst Jahrhundertjubilar und in Programmen derzeit wenig präsent, gilt in der Historie der Neuen Musik in Deutschland als unausweichliche Schlüsselgestalt. Seine Rezeption hat hierzulande einst Weichen gestellt. Wie kam es dazu? Prägt und polarisiert er noch immer?

Im Mittelpunkt des Forums: Die Ensemble-Konzerte

die in Kasachstan geborene Komponistin Jamilia Jazylbekova (Hervé Maillet)Die Komponistin Jamilia Jazylbekova lebt in Bremen (Hervé Maillet)Die Säulen des Forums 2011 sind die Ensemble- konzerte: Drei namhafte deutsche Formationen, "ascolta", "e-mex" und das Ensemble Modern, porträtieren drei in Deutschland lebende KomponistInnen verschiedener Generationen. Gebeten, ihr künstlerisches Selbstbild auf persönliche Weise mitzugestalten, entschied sich Karin Haußmann mit Webern, Varèse und Feldman für die historische Rückschau. Rolf Riehm hat die junge, in Frankfurt ansässige Kanadierin Annesley Black eingeladen. Jamilia Jazylbekova präsentiert im Eröffnungskonzert das Programm ihrer für die Edition Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats im DLF unmittelbar zuvor eingespielten CD. Hieraus hören Sie in unserem Player einen Ausschnitt. Mitwirkende sind: Ensemble Modern (Angela Winau/Flöte, Roland Diry/Klarinette, Valerie Rubin/Violine, Lila Brown/Viola, Michael Stirling/Violoncello. Barbara Stein, Stimme. Dirigent: Oswald Sallaberger.

Audio anhörenJamilia Jazylkbekova, aus: "Uschar" (Ausschnitt)

Vier Abende lang erklingen beim Forum 2011 die vier Teile eines legendären, bislang nur wenige Male gespielten Klavierwerks. Es ist als Gegenstück zu den exklusiven Porträtkonzerten gedacht. Urheber John Cage beanspruchte vor gut 60 Jahren, in diesem Zyklus von Subjektivem ganz frei zu sein. Was sagt das Werk heute? Pianistin Sabine Liebner sucht in ihrer Interpretation der "Etudes australes" einen innovativen wie persönlichen Weg.

Die Kölner Hochschule für Musik und Tanz ist Kooperationspartner

Beim Forum 2011 geht es um Referenziale, um deren Haltbarkeit und Vermittlung. Am Beispiel Cage wird so auch nach dem Gewordensein der Neuen Musik in Deutschland gefragt. Dass Cage und Feldman ihren Aufstieg den Medien der (west-)deutschen Nachkriegsgesellschaft verdanken, ist gleichfalls ein Beispiel für die historische Rolle des Rundfunks. Diesem Themenkomplex widmet sich eine Kooperation mit der Kölner Hochschule für Musik und Tanz, die ein Semesterprojekt, eine Matinée, einen Kompositionsauftrag und ein Konzert umfasst.

Das Forum neuer Musik initiiert bei Komponisten und Interpreten Entwicklungsprozesse und begleitet diese. Zum Forum 2011 vergibt der Deutschlandfunk sechs Kompositionsaufträge, darunter zwei Größere an Karin Haußmann und Rolf Riehm. Die internationale Nachwuchsförderung des Forums gilt Myunghoon Park, Enver Özdiker und Annesley Black. Zu den Partnern des Forums 2011 gehören der Deutscher Musikrat, dieKunststiftung NRW und die Stadt Köln. Alle Konzerte werden zeitversetzt deutschlandweit ausgestrahlt.


Programm

7. - 10. April 2011 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal in Köln (Funkhaus Köln, DLF)

7. April 2011 - 20:30
Jean-Claude Kuner
"Grete Sultan - Ich war übrig geblieben"
Hörstück

die deutsche Pianistin Sabine Liebner (Rupert Karbacher)Pianistin Sabine Liebner interpretiert John Cage (Rupert Karbacher)Donnerstag, 7. April 2011 - 21:30
John Cage (1912-1992)
Etudes australes, Book I
Sabine Liebner, Klavier







Freitag, 8. April 2011 - 19:00
aikyon
Porträtkonzert I - Jamilia Jazylbekova
Jamilia Jazylbekova, Stimme
Ensemble Modern
Musikalische Leitung: Kasper de Roo

Freitag, 8. April - 21:30
John Cage (1912-1992)
Etudes australes, Book II
Sabine Liebner, Klavier

Samstag, 9. April 2010 - 17:45
liberty
Ruth Crawford Seeger, Carl Ruggles,
Earle Brown, Morton Feldman, Christian Wolff,
Myunghhon Park
ensemble 20/21
Dirigent: David Smeyers
In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln

Samstag, 9. April 2011 - 19:00
unruh
Porträtkonzert II - Karin Haussmann
Werke von Karin Haussmann, Edgar Varèse, Morton Feldman, Thomas Stiegler, Anton Webern, Enver Yalçin Özdiker
e-mex ensemble
Leitung: Christoph Maria Wagner

Samstag, 9. April 2011 - 21:30
John Cage (1912-1992)
Etudes australes, Book III
Sabine Liebner, Klavier

die in Ottawa geborene Komponistin Annesley Black (Robin Hoffmann)Annesley Black studierte in Montréal und Köln Komposition (Robin Hoffmann)Sonntag, 10. April 2011 - 19:00
jetzt
Porträtkonzert III - Werke von Rolf Riehm, Annesley Black
Theo Nabicht, Kontrabassklarinette
Ernesto Molinari, Kontrabassklarinette
Ensemble ascolta





Sonntag, 10. April 2011 - 21:30
John Cage (1912-1992)
Etudes australes, Book IV
Sabine Liebner, Klavier

Konzertkarten

Eintritt je Konzerttag: 15 Euro ermäßigt: 12 Euro
nmz-StudiCard: Ermäßigung 50 Prozent
Eine Eintrittskarte von Donnerstag, 7. April 2011 berechtigt
zum freien Eintritt zu den Konzerten am Freitag, 8. April 2011

Vorbestellung:

E-Mail: rolf.otten(at)dradio-service.de *
* Bitte fügen Sie anstelle des (at) das übliche Zeichen ein.
Fax: 0221-345-1829
Bestellte Karten sind 30 Minuten vor Konzertbeginn ohne
weitere Bestätigung an der Konzertkasse im Funkhaus hinterlegt


Weitere Veranstaltungen:

Samstag, 09. April 2011 / 10-14 Uhr
Kammermusiksaal der Hochschule für Musik und Tanz Köln,
Unter Krahnenbäumen 87, 50668 Köln

Matinée
"Warum hören die Deutschen so viel Feldman und Cage?"
Die US-amerikanische Musik-Avantgarde in den Medien
der (west-)deutschen Nachkriegsgesellschaft
Veranstaltung der Hochschule für Musik und Tanz Köln
und des Instituts für Neue Musik und des Deutschlandfunk
Konzeption, Organisation, Leitung: David Smeyers

Eintritt frei

Sonntag, 10. April 2011 - 17:00
Deutschlandfunk, Kammermusiksaal, Raderberggürtel 40,50968 Köln
Round Table: "Chancen von Einzelwegen"
Mitwirkende
Karin Haußmann, Komponistin (Essen)
Jamilia Jazylbekova , Komponistin (Bremen)
Annesley Black, Komponistin (Frankfurt/Main)
Rolf Riehm, Komponist (Frankfurt/Main)
David Smeyers, Klartinettist/Dirigent (Köln)
Rolf W. Stoll, Produzent / Redakteur (Mainz)
Gesprächsleitung: Egbert Hiller

Zum Thema:

Edition Zeitgenössische Musik
Hochschule für Musik und Tanz Köln

19.03.2010: Forum neuer Musik 2010 <br> Amsterdam - Berlin - Warschau. Junge Positionen
26.02.2009: Entwicklung und Geschichte des Forums Neuer Musik

 

Letzte Änderung: 31.10.2013 12:41 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 06:10 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 06:05 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Vinyl-Box: "The Beatles: The Christmas Records"Weihnachtsgrüße der Beatles

Die Beatles 1967 (imago/ZUMA/Keystone)

Von 1963 bis 1969 verschickten die Beatles an die Mitglieder ihres Fanclubs Weihnachtsbotschaften, die die Bandgeschichte erzählen: vier junge Musiker starten voller Elan, haben überraschend Erfolg und werden sich schließlich fremd.

Radikalisierung in DeutschlandWenn aus Nazis Islamisten werden

Der Angeklagte Sascha L. kommt am 20.09.2017 in Handschellen zum Prozessauftakt in die Staatsschutzkammer des Landgerichts Braunschweig (Niedersachsen). Dem Hauptangeklagten wird die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat sowie der unerlaubte Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen vorgeworfen. Die drei weiteren Angeklagten sind wegen Beihilfe angeklagt. (Angeklagte auf Anweisung des Gerichts unkenntlich gemacht)  (dpa / Swen Pförtner)

Im Hass vereint: Die Radikalisierung von Islamisten und Rechtsextremen scheint ähnlichen Mustern zu folgen. Ein Fall in Braunschweig lässt aufhorchen: Dort ist ein mutmaßlicher Islamist angeklagt, der vor drei Jahren noch zur rechtsextremen Szene gehört haben soll.

Anita Rée-Ausstellung in Hamburg Die Menschen-, die Frauen-Malerin

"Selbstbildnis" der Malerin Anita Rée  (picture alliance/dpa/Foto: Georg Wendt)

Die Künstlerin Anita Rée stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie, zeitlebens wehrte sie sich aber dagegen, dass ihre Arbeiten als jüdische Kunst gelte. Ihre sensiblen Portraits sind noch bis Februar in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

Germanistin Sandra Richter"Deutschsprachige Literatur wird global wahrgenommen"

Eine junge Frau betrachtet im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar eine Porträtbüste von Johann Wolfgang Goethe. (dpa / picture alliance / Hendrik Schmidt)

Rockstars und Jeansdesigner nutzen Rilke-Verse als Kontext. Und es gibt viele weitere Bespiele für den weltweiten Einfluss deutscher Literatur. Die Germanistin Sandra Richter hat ein Buch über deren Weltgeschichte veröffentlicht – "eine Geschichte des kulturellen Austauschs".

Antisemitismus in Deutschland"Wir brauchen eine gesellschaftspolitische Offensive"

Volker Beck (Grüne) spricht am 03.06.2016 im Deutschen Bundestag in Berlin. (dpa)

Auf Demonstrationen in Berlin wurden kürzlich israelische Flaggen verbrannt. Volker Beck von den Grünen fordert deswegen mehr Aufklärung über Antisemitismus. Allein mit ordnungspolitischen Maßnahmen ließe sich das Problem nicht lösen, sagte er im Dlf.

80 Jahre Bunker in WünsdorfNazis, Russen und Touristen

Ein Bunker im Wald nahe dem brandenburgischen Ort Wünsdorf. (Philipp Buder/Thomas Klug)

1937 wurde im brandenburgischen Wünsdorf mit dem Bau streng geheimer Bunker begonnen – das Oberkommando der Wehrmacht sollte von dort den Zweiten Weltkrieg dirigieren. Die Bunkeranlagen sind mittlerweile ein Mahnmal und locken viele Touristen an.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

US-Steuerreform  Republikaner gehen auf Kritiker zu - Erleichterungen für Familien | mehr

Kulturnachrichten

Peter Jackson gibt Interview zum Fall Weinstein | mehr

 

| mehr