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"Fracken" als neue Form der Gasgewinnung

Wie umweltschädlich die Methode ist, ist noch wenig erforscht

Von Stephanie Rohde

Fracking-Anlage in Pennsylvania. In den USA sind durch Fracking die Gaspreise gesunken.  (picture alliance / dpa / Jim Lo Scalzo)
Fracking-Anlage in Pennsylvania. In den USA sind durch Fracking die Gaspreise gesunken. (picture alliance / dpa / Jim Lo Scalzo)

Ein Cocktail aus Sand, Wasser und Chemikalien wird in die Erde gepresst. Durch das Aufbrechen, das sogenannte Fracken, entstehen Risse im Gestein, durch die Gas freigesetzt wird. Die Chemikalienmischung enthält giftige Stoffe, die krebserregend sein und das Grundwasser verseuchen können, warnen Experten.

Eine Kurzanleitung für Fracking könnte so lauten: Man braucht nur einen 5000 Meter langen Strohhalm. Durch den schießt man einen Chemikaliencocktail kilometertief in den Boden. Dann muss man nur noch das herausströmende Gas durch den Strohhalm an die Erdoberfläche transportieren und fertig ist die frische und unkonventionelle Gaslieferung.

Quelle: ZDF

Doch ganz so unproblematisch ist es dann doch nicht: Denn der Cocktail aus Sand, Wasser und Chemikalien wird unter enormem Druck tief in der Erde gepresst. Durch dieses Aufbrechen oder "Fracken" entstehen Risse im Schiefergestein; Gas wird freigesetzt. Doch die Chemikalienmischung enthält giftige Stoffe wie Benzol. Die können krebserregend sein und das Grundwasser verseuchen, sagen Experten. Problematisch ist vor allem, dass das giftige Wasser gemeinsam mit dem Gas an die Erdoberfläche gespült wird. Dieses kontaminierte Wasser muss entsorgt werden. Weil es zurzeit noch keine bessere Methode gibt, wird das Wasser zurück in den Boden gepresst. Es ist zwar vorher gereinigt worden - aber laut Experten nicht mehr als Trinkwasser zu benutzen. Es entsteht also eine Art riesiger unterirdischer Abwassersee rund um die Bohrstelle. Bislang kann man nicht verhindern, dass giftige Stoffe über den Boden in die Umwelt gelangen.

Wie umweltschädlich Fracking ist, ist noch wenig erforscht. In Deutschland gibt es laut dem Umweltministerium bislang nur Testbohrungen. Anders als in den Vereinigten Staaten wird Gas-Fracking hier noch nicht kommerziell genutzt. Für Deutschland ist Fracking interessant, weil es vor allem im Norden Deutschlands große Schiefergasvorräte gibt. Experten gehen davon aus, dass Deutschland seinen Bedarf an Gas damit für mehr als ein Jahrzehnt decken könnte.

Links bei dradio.de:

Kompromiss zu Fracking in Deutschland - <br> Begrenzte Zulassung der Schiefergas-Förderung

"Wir pressen da Gifte in den Untergrund" <br> Grünen-Politiker Oliver Krischer warnt vor Risiken der Gasförderung durch Fracking

Angstmacherei beim Thema Fracking - CDU-Wirtschaftspolitiker hält Fracking für wichtige Zukunftstechnologie

"Ein ökologischer Irrwitz" - SPD-Politiker kritisiert Fracking-Pläne der Bundesregierung

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

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