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Frankfurter Rundschau meldet Insolvenz an

Amtsgerichtsprecher bestätigt Antragseingang

Die FR war zuletzt bereits von diversen Sparrunden betroffen (AP)
Die FR war zuletzt bereits von diversen Sparrunden betroffen (AP)

In der deutschen Presselandschaft droht einem Traditionshaus das Aus. Die Frankfurter Rundschau hat nach Angaben des zuständigen Amtsgerichts Insolvenz angemeldet.

Die Gerüchte gab es schon seit längerem. Bislang waren sie vom Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg, das das Blatt 2006 übernommen hat, stets dementiert worden. Nun teilte ein Sprecher des Amtsgerichts Frankfurt am Main mit, das Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main habe am Morgen wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Er bestätigte damit die Berichte mehrerer Medien. Ein Insolvenzverwalter sei bereits bestellt worden. Den Angaben zufolge handelt es sich um den Rechtsanwalt Frank Schmitt.

Angesichts massiver Verluste sei "keine Perspektive der Fortführung des Unternehmens mehr erkennbar", erklärten die Eigentümer, neben DuMont ist das die SPD-Medienholding DDVG. Eine sich nunmehr abzeichnende dauerhafte Finanzierung hoher Verluste sei "nicht länger darstellbar". Dennoch sei das Ziel, den Geschäftsbetrieb zunächst fortzuführen. Die Gehälter der Mitarbeiter seien bis Ende Januar 2013 durch das Insolvenzgeld abgesichert.

Dank an die Mitarbeiter

Am Nachmittag nach Bekanntwerden des Insolvenzantrags wurde die Belegschaft offiziell informiert. Vertreter von DuMont und DDVG dankten den Mitarbeitern für ihre Veränderungsbereitschaft in den vergangenen Jahren und dafür, dass sie mit Gehaltsverzicht zum Versuch beigetragen hatten, die Zeitung zu retten.

Die FR, die 1945 erstmals erschienen ist, war zuletzt von diversen Sparrunden betroffen. Teile der Redaktion wurden 2010 in eine Gemeinschaftsredaktion mit den ebenfalls zu DuMont gehörenden Blättern "Berliner Zeitung", "Kölner Stadtanzeiger" und "Mitteldeutsche Zeitung" zusammengelegt.

Die FR "war einst die linksliberale Zeitung", sagte der Medienwissenschaftler Horst Röper im Deutschlandradio Kultur. Die Insolvenz der Frankfurter Rundschau sei kein Einzelphänomen; auch viele Lokalausgaben von Regionalzeitungen seien dem Zeitungssterben schon zum Opfer gefallen. Röper regte eine Debatte über neue Finanzierungsmodelle für den Journalismus an.

Röper wies im Juni in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk darauf hin, dass die Verluste speziell bei der FR immer noch extrem hoch seien. "Der gesamte Konzern leidet unter den Verlusten, die die Frankfurter Rundschau nun seit Jahren einbringt. Ein Ende ist nicht zu sehen."

Sorgen auch um Financial Times Deutschland

In der Branche gibt es darüber hinaus auch Sorgen um die Zukunft der "Financial Times Deutschland". Die Wirtschaftszeitung aus dem Haus Gruner+Jahr könnte demnach ihre Printausgabe einstellen und künftig nur noch online erscheinen.

Zuletzt hatte die Nachrichtenagentur dapd Insolvenz angemeldet. Das Restrukturierungskonzept des Insolvenzverwalters Wolf von der Fecht sieht vor, dass sich die Gruppe von "rund einem Drittel" der Mitarbeiter in den betroffenen Teilgesellschaften trennt. Das beträfe etwa 100 Stellen.

Diskutieren Sie mit über die Situation der FR und der Medienbranche auf der Facebook-Seite des Deutschlandfunks.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

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