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Frankreichs Linke gehen auf Merkel los

Positionspapier bringt Unruhe zwischen Paris und Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs sozialistischer Präsident Francois Hollande (picture alliance / dpa / Christophe Karaba)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs sozialistischer Präsident Francois Hollande (picture alliance / dpa / Christophe Karaba)

Dass die Linken in Frankreich nicht gerade glühende Anhänger von Bundeskanzlerin Angela Merkel sind, war auch bislang kein Geheimnis. Doch nun attackieren die Sozialisten die deutsche Regierungspolitik in einer Form, die man so bisher nicht kannte.

<p>In einem rund 20-seitigen Positionspapier, das im Juni auf einer Parteikonferenz vorgestellt werden soll, gehen die Sozialisten massiv auf Konfrontationskurs zu Deutschland. Damit bringen sie indirekt auch ihren eigenen Mann, den französischen Präsidenten François Hollande, in Bedrängnis. Denn solche Aussagen treffen auch den Mann im Elysée: Die Politik der EU sei -durch ihre Mischung aus politischen Tendenzen des Thatcherismus des derzeitigen britischen Premierministers und der egoistischen Unnachgiebigkeit von Kanzlerin Merkel - "tödlich", wie die Zeitung "Le Figaro" am Samstag aus dem Papier zitierte.<br /><br /></p><p><strong>Kritik unter Freunden</strong></p><p>In dem Text stellen sich die Autoren die Frage, welche Ausmaße die Schuldenkrise in Europa noch annehmen müsse, bis Merkel "endlich anfange", über die Vergemeinschaftung eines Teils der Schulden der Mitgliedsstaaten nachzudenken. "Die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland meint nicht Freundschaft zwischen Frankreich und der Europapolitik der Kanzlerin", zitierte die Zeitung weiter. Das Positionspapier dürfte auch innenpolitisch eine Debatte auslösen, wie <a class="link_audio_beitrag" href=" http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/04/27/dlf_20130427_1225_1e8760f2.mp3" title="Bericht unserer Korrespondentin Ursula Welter im Deutschlandfunk (MP3-Audio)"> Ursula Welter aus Paris </a> berichtet. Allerdings bemühten sich am Nachmittag führende Sozialisten wie etwa der europapolitische Koordinator Jean-Christophe Cambadelis, dem Papier die Schärfe zu nehmen. Auch Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault zeigte sich bemüht, die Wogen zu glätten. Die deutsch-französische Freundschaft sei zentral, erklärte er. <br /><br /><papaya:media src="deceafc58211da94e1df9a9dc3bd8b02" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Michel Barnier" popup="yes" />Der aus Frankreich stammende EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier, der dem konservativen Lager angehört, kritisierte die Aktion der Sozialisten. Barnier schrieb auf dem Internet-Kurznachrichtendienst Twitter: "Bestimmte französische Angriffe gegen Angela Merkel sind unsinnig. Es gibt keinen Ausweg aus der Krise ohne eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland." Er riet seinen Landsleuten, Deutschland als Vorbild zu nehmen in den gut funktionierenden Bereichen wie etwa der Tarifpolitik oder Haushaltskonsolidierung.<br /><br />Doch auch für die Konservativen in Paris stecken die deutsch-französischen Beziehungen schon seit einiger Zeit in einer Schieflage. Die Stimmung zwischen den beiden Ländern sei "so schlecht wie selten zuvor", klagte Frankreichs Ex-Premierminister François Fillon, der von 2007 bis 2012 unter Präsident Nicolas Sarkozy Regierungschef war.<br /><br /><strong>Mehr zum Thema auf dradio.de:</strong><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="234354" text="Ayrault: Wir müssen mehr Integration fördern" alternative_text="Ayrault: Wir müssen mehr Integration fördern" /> - <br> Frankreichs Premierminister spricht über Zukunft Europas <br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="224085" text="Frankreich ratifiziert Fiskalpakt" alternative_text="Frankreich ratifiziert Fiskalpakt" />- <br> Kritik an Hollandes Wahlkampfversprechen</p>


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:10 Uhr

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