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Franziskus I. aus Argentinien ist neuer Papst

Kardinäle wählen Jorge Mario Kardinal Bergoglio zum neuen Kirchenoberhaupt

Kardinal Bergoglio winkt als neuer Papst Franziskus I. im Vatikan vom Balkon. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Kardinal Bergoglio winkt als neuer Papst Franziskus I. im Vatikan vom Balkon. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Die römisch-katholische Kirche hat ein neues Oberhaupt. Die Kardinäle entschieden sich für Jorge Mario Kardinal Bergoglio aus Buenos Aires. Unter dem selbstgewählten Papstnamen Franziskus trat er auf den Hauptbalkon des Petersdoms im Vatikan.

Jorge Mario Kardinal Bergoglio aus Argentinien ist der erste Papst aus Lateinamerika und der erste Jesuit in diesem Amt. Als Papstnamen wählte der 76-Jährige Franziskus - nach dem heiligen Franz von Assisi (1181/82-1226).

Etwa eine Stunde, nachdem weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle den erfolgreichen Wahlgang angezeigt hatte, trat der neue Papst auf den Hauptbalkon des Petersdoms. Er bedankte sich für die Wahl und sprach zusammen mit den zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz ein Gebet für den emeritierten Papst Benedikt XVI.

Franziskus sagte, es scheine so, dass die Kardinäle ihn am anderen Ende der Welt gefunden hätten. Er sprach von einem "Weg der Liebe, der Brüderlichkeit, der Geschwisterlichkeit, des Vertrauens", den er gemeinsam mit den Gläubigen beschreiten wolle. Der neue Papst bat die Versammelten darum, Gott um Segen für ihn zu bitten - und spendete den Gläubigen dann selbst einen Segen - "Euch und der ganzen Welt, Männern und Frauen guten Willens." Nach den lateinischen Worten verabschiedete er sich von den Gläubigen mit den Worten: "Gute Nacht! Und ruht Euch gut aus!"

Bergoglio kritisierte soziale Ungerechtigkeit und Homosexualität

Der neue Papst Franziskus segnet nach seiner Wahl die Gläubigen auf dem Petersplatz und in aller Welt. (dpa / Michael Kappeler)Der neue Papst Franziskus I. segnet nach seiner Wahl die Gläubigen auf dem Petersplatz und in aller Welt. (dpa / Michael Kappeler)Jorge Mario Bergoglio war seit 1998 Erzbischof von Buenos Aires und wurde 2001 zum Kardinal berufen. Er gilt als Vertreter konservativer Auffassungen über Sexualmoral und Homosexualität. Eine erbitterte Kampagne gegen die Legalisierung der Homo-Ehe in Argentinien verlor er. Seit vielen Jahren kritisiert er Korruption und soziale Ungerechtigkeit.

Bergoglio wurde 1936 als Sohn italienischer Einwanderer in Argentinien geboren, 1969 wurde er zum Priester geweiht. Während der Militärdiktatur leitete er in den 70er Jahren den Jesuiten-Orden in Argentinien. Kritiker werfen ihm bis heute eine zu große Nähe zum damaligen Militärregime vor.

Namenspatron ist der heilige Franz von Assisi

Seinen Namen wählte Bergoglio nach dem heiligen Franz von Assisi, dem Begründer des Ordens der Franziskaner. Franz trug zu einer spirituellen Erneuerung der christlichen Botschaft im Mittelalter bei. Er gilt unter anderem als Anwalt der Armen, predigte Zeit seines Lebens die Botschaft vom Ideal eines einfachen Lebens, der Liebe zu den Tieren und zur ganzen Schöpfung. Im 13. Jahrhundert wurde er heilig gesprochen.

Weißer Rauch steigt am 13.03.2013 im Vatikan aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)Um kurz nach 19 Uhr steigt weißer Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle im Vatikan auf. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)Am Abend war um kurz nach 19 Uhr weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufgestiegen - das Zeichen, dass sich die 115 Kardinäle auf ein neues Oberhaupt geeinigt hatten. Sie brauchten fünf Wahlgänge - einen am Dienstag und vier heute - um eine Zweidrittelmehrheit zu erreichen. Die Glocken des Petersdom begannen zu läuten - ebenso wie die anderer Kirchen in der ganzen Welt. Auf dem Petersplatz hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon zehntausende Menschen versammelt, seit der Ankündigung der Wahl strömten tausende weitere aus den Straßen Roms herbei. Viele Gläubige schwenkten Fahnen ihrer Heimatländer. Nach etwa einer Stunde trat Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran auf den Hauptbalkon und verkündete das "Habemus Papam": "Wir haben einen Papst." Kurze Zeit später trat der neue Papst Franziskus das erste Mal vor die Gläubigen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

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