Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Französische Präsidentschaft: Kampf um die Stimmen der anderen

Sarkozy und Hollande legen Strategie für zweite Runde fest

Stichwahl am 6. Mai: Der Sozialist François Hollande fordert den Amtsinhaber Präsident Nicolas Sarkozy (rechts) heraus (picture alliance / dpa - Darek Szuster)
Stichwahl am 6. Mai: Der Sozialist François Hollande fordert den Amtsinhaber Präsident Nicolas Sarkozy (rechts) heraus (picture alliance / dpa - Darek Szuster)

Zwei Wochen vor der entscheidenden Stichwahl haben Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy und sein sozialistischer Herausforderer François Hollande ihr weiteres Vorgehen erläutert. EU-Partner reagierten unterdessen mit Sorge auf das gute Ergebnis des rechtsextremen Front National.

Der angeschlagene Amtsinhaber Sarkozy macht Druck. Er kündigte für den Tag der Arbeit am 1. Mai eine große Wahlkampfveranstaltung an. Dann werde er all jene ansprechen, die "hart arbeiten" und "leiden". Zudem fordert er drei Rededuelle im Fernsehen mit Herausforderer François Hollande.

Die Wirtschaftspolitik rückt immer stärker in den Fokus der Auseinandersetzung. Im bretonischen Quimper wandte sich der Sozialist Hollande bei einem Wahlkampfauftritt ausdrücklich an jene Arbeiter, Bauern und Rentner, "die nicht mehr können". Ebenso wie Sarkozy will er täglich mehrere Auftritte in ganz Frankreich absolvieren. Beide müssen nun in der verbliebenen Zeit die Anhänger der acht ausgeschiedenen Kandidaten überzeugen.

Hollande erreichte bei der gestrigen Wahl 28,6 Prozent der Stimmen, Amtsinhaber Nicolas Sarkozy lag als Zweitplatzierter 1,5 Prozentpunkte hinter seinem Herausforderer. Von besonderer Bedeutung dürfte in der Stichwahl das Verhalten der Unterstützer des rechtsextremen Front National sein. Deren Spitzenkandidatin Marine Le Pen hatte gestern in der ersten Runde mit fast 18 Prozent den dritten Platz erreicht.

Sarkozy wirbt offensiv um FN-Wähler

"Ich respektiere und verstehe sie", sagte er heute in Paris vor seiner Wahlkampfzentrale mit Blick auf die Folgen der Wirtschaftskrise. "Diese Wähler leiden darunter. Ich habe ihre Botschaft verstanden". FN-Chefin Marine Le Pen will offenbar keine Wahlempfehlung abgeben.

Marine Le Pen feiert ihr gute Abschneiden (picture alliance / dpa / Ian Langsdon)Marine Le Pen feiert ihr gutes Abschneiden (picture alliance / dpa / Ian Langsdon)

EU-Partner kritisieren das starke Abschneiden der Rechtsextremen

Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte das Ergebnis "beunruhigend". Österreichs Außenminister Michael Spindelegger betonte, die große Unterstützerzahl für Le Pen müsse allen zu denken geben. Der schwedische Außenminister Carl Bildt zeigt sich beunruhigt und sprach von einer Stimmung gegen ein offenes Europa. Die EU-Kommission wollte den Ausgang der ersten Wahlrunde in Frankreich nicht direkt kommentieren. Ein Sprecher sagte in Brüssel, angesichts der populistischen Bedrohung sei Vorsicht geboten. Deren Ideen stünden dem Europäischen Projekt grundlegend entgegen.

Mehr zum Thema auf dradio.de:
"Hollande wird keine andere Politik machen" - SPD-Chef Sigmar Gabriel über ein Frankreich nach Sarkozy
Sammelportal zur Präsidentenwahl in Frankreich

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr In Concert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Landlust/Landfrust (1/2)Dorfleben im Wandel

Zwei ältere Dame tragen nach einem Einkauf ihre Lebensmittel nach Hause. (picture alliance/ dpa/ David Ebener)

Die Sehnsucht nach Natur, Ruhe und Dorfidylle ist in der Gesellschaft groß. Mit der Realität hat diese Vorstellung des Landlebens oft wenig zu tun. Kerstin Faber hat sich intensiv mit ländlichen Regionen auseinandergesetzt. Ein Problem seien Dörfer mit großer Überalterung, sagte sie im DLF. "Da haben wir es mit einem Abbau der Daseinsvorsorge zu tun."

Berlinale 2017"Vollmundiger Jahrgang mit kratzigem Abgang"

Die Filmkritiker Peter Körte ("FAS") und Katja Nicodemus ("Zeit") nach ihrem Gespräch mit Deutschlandradio Kultur auf der Berlinale 2017. (Deutschlandradio / Cornelia Sachse)

Das Gleichnis eines guten Weines fällt der Filmkritikerin Katja Nicodemus zum Wettbewerb des diesjährigen Berliner Filmfestivals ein. "Ich habe wenig gesehen, was mich umgehauen hätte", hält ihr Kollege Peter Körte dagegen.

Hanya Yanagihara: "Ein wenig Leben"Ein umwerfender und suspekter Roman

"Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara. Im Hintergrund: die Skyline von New York. (Hanser / picture-alliance / dpa)

Dieser Roman geht an Grenzen: Die amerikanische Schriftstellerin Hanya Yanagihara erzählt in "Ein wenig Leben" von exzessivem menschlichen Leid. Im Zentrum stehen vier Männer aus New York. Einer von ihnen, Jude, ist von einem düsteren Geheimnis umgeben, das seine Freunde, aber auch den Leser in Bann hält.

Deutscher KolonialismusUnheilvolle Kontinuitäten

A performance shows the treatment of Hereros in 1904 at a ceremony commemorating the killing of thousands of Hereros by German troops, at Okakarara, 250 km northwest of Windhoek, Namibia, Saturday, 14 August 2004. Germany on Saturday asked the Herero people of Namibia to forgive it for the massacres committed by its troops during a three year uprising 100 years ago. (picture alliance / dpa / WIEBKE GEBERT)

Prügel mit dem Tauende oder doch mit der Nilpferdpeitsche? Die Frage, wie die zwangsverpflichteten schwarzen Arbeiter in den deutschen Kolonien "zur Arbeit erzogen", "zivilisiert" werden sollen, diskutierten Politiker und Mediziner vor etwas mehr als hundert Jahren in aller Öffentlichkeit.

GewaltenteilungFinanz als vierte Gewalt?

Legislative, Exekutive, Judikative und Finanzwesen: So zählt der Kulturwissenschaftler und Philosoph Joseph Vogl die Gewaltenteilung auf. Das mit dem Finanzwesen kennen wir aber so nicht aus der Schule. Er sagt: Wer das Finanzwesen als vierte Macht im Staate nicht (an)erkennt, sitzt einer Legende auf.

Petras inszeniert O'NeillSippe mit unheilvoller Vergangenheit

Armin Petras, der Intendant des Schauspiels Stuttgart, steht am 02.06.2016 im Opernhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg) im Foyer an einer Treppe. (picture alliance / dpa / Bernd Weißbrod)

Eine Familie steuert in den Untergang: Überraschend fein und intim inszeniert Armin Petras "Eines langen Tages Reise in die Nacht" von Eugene O'Neill am Schauspiel Stuttgart. In der Rolle der schuldbeladenen Mutter glänzt - der Schauspieler Peter Kurth.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brüssel  US-Vizepräsident Pence sichert Kooperation mit EU zu | mehr

Kulturnachrichten

Grundsteinlegung für Historisches Archiv Köln  | mehr

Wissensnachrichten

Trump-Rede  Schweden scherzen über angeblichen Anschlag | mehr