Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Frauenrechte gestärkt

UNO-Konferenz einigt sich in letzter Minute

Pakistanische Burkaträgerinnen auf einer Straße in Peschawar (picture alliance / dpa)
Pakistanische Burkaträgerinnen auf einer Straße in Peschawar (picture alliance / dpa)

Frauen sollen künftig die gleichen Rechte wie Männer haben. Was sich selbstverständlich anhört, ist weltweit eine Ausnahme - und deshalb stand die Frauen-Konferenz der Vereinten Nationen auch kurz vor dem Scheitern.

Widerstand gegen die Stärkung von Frauenrechten gab es vor allem aus muslimischen Staaten, aber auch aus Russland und dem Vatikan. Vorbehalte wurden unter anderem beim Thema Abtreibungsrecht oder beim Tatbestand der Vergewaltigung in der Ehe geltend gemacht. Außerdem lehnten einige Länder die Richtlinie ab, dass Gewalt gegen Frauen auch nicht durch Sitten, Traditionen oder religiöse Ansichten gerechtfertigt sein dürfe. Als es dann doch ein Einlenken gab und eine Einigung verkündet wurde, brandete im UNO-Hauptquartier in New York Applaus und Jubel auf.

Nach zweiwöchigen Gesprächen verabschiedeten die mehr als 2.000 Vertreter von fast 200 Regierungen eine Erklärung, wonach Frauen weltweit die gleichen Rechte eingeräumt werden sollen wie Männern. Festgelegt wurde beispielsweise, dass die Staaten diskriminierende Gesetze und Praktiken abschaffen und häusliche Gewalt gegen Frauen bekämpfen müssen. Darüber hinaus wurde das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und auf gynäkologische Versorgung betont. Künftig soll zudem von einem "Femizid" gesprochen werden, wenn Frauen wegen ihres Geschlechts ermordet werden.

Staaten müssen Vorgaben jetzt umsetzen

Deutschlands Botschafter bei den Vereinten Nationen, Peter Wittig, begrüßte die Einigung: "Das Ergebnis ist ausgewogen und deutlich und sendet die dringend notwendige Nachricht an alle Frauen auf der ganzen Welt: Eure Rechte sind wichtig." UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, es sei nun Aufgabe der Staaten, die Erklärung umzusetzen.

Am Ende der Konferenz kündigte die Vorsitzende der Frauenorganisation UN Women, Michelle Bachelet, ihren Rücktritt an. Sie begründete ihren Schritt nicht näher. Es wird allerdings vermutet, dass sie im November in ihrem Heimatland Chile bei der Präsidentenwahl antreten will. Die 61-jährige linksgerichtete Bachelet war bereits von 2006 bis 2010 Staatschefin und gilt in Chile als äußerst beliebt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:08 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:05 Uhr Hörspiel

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Die besondere Aufnahme

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

HochschulenMisstrauen unter türkischstämmigen Studenten

Rotes Schloss, im Vordergrund eine grüne Wiese, auf der eine kleine Gruppe Menschen sitzt. (dpa/picture alliance/Daniel Kalker)

Das harte Vorgehen der türkischen Behörden sorgt auch an deutschen Hochschulen für Unruhe. Die meisten türkischen Studenten winken ab, wenn man sie nach ihrer Meinung fragt. Offene Gespräche sind kaum noch möglich. Es gibt Angst, als Staatsfeind oder Verräter angefeindet zu werden.

Afrika-Historiker Jürgen ZimmererZähe Verhandlungen um Völkermord an den Herero

Jürgen Zimmerer - Afrika-Historiker und Genozid-Forscher an der Universität Hamburg.  (privat)

Während des Herero-Nama-Kriegs vor über 100 Jahren töteten deutsche Kolonialtruppen rund 100.000 Einheimische. Die Bundesregierung habe sich schwergetan, von Völkermord zu sprechen, sagt der Afrika-Historiker Jürgen Zimmerer.

Rolle der MedienIm Wettlauf um Meldungen bleibt kaum Zeit zur Prüfung

Kurz nach den ersten Schüssen im Olympia-Einkaufszentrum twitterten Augenzeugen und luden Videos vom Tatort hoch. Klassische Nachrichtenmedien geraten dadurch unter Zugzwang, denn von ihnen wird erwartet, dass sie genauso schnell reagieren.

Amoklauf von München"Einsatz der Bundeswehr hätte nicht weitergeholfen"

Sie sehen die Grünen-Politikerin Irene Mihalic (dpa / picture alliance / Maurizio Gambarini)

Nach dem Amoklauf von München hat die Grünen-Politikerin Irene Mihalic im DLF klargestellt, dass sie wenig davon hält, die Bundeswehr einzubeziehen. Die Polizei habe hervorragende Arbeit geleistet, auch in der Öffentlichkeitsarbeit.

München als mediales Ereignis Soziale Medien hysterisieren die Gesellschaft

Auf einem iPhone sind Hashtags, die als Reaktion auf die Schießerei in München gepostet wurden, zu sehen. Über die Hashtags "#München" und "#offenetür" gewährten Bewohner der Stadt nach der Schießerei anderen Menschen Unterschlupf. (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)

Bei Onlinemedien liegen Fluch und Segen nah beieinander, bestätigt Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Zwar seien die Sozialen Medien strukturell schneller, tragen aber auch zur Hysterisierung bei.

Unentdeckte LänderSchon mal auf dem Schiffsfriedhof in Karakalpakstan gewesen?

Nein? Dafür aber Dennis Gastmann. Der Entdeckungsreisende hat unsere Welt nach unbekannten Gegenden, weißen Flecken und vergessenen Welten durchforstet.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

München  Amokläufer erschoss sich vor den Augen von Polizisten | mehr

Kulturnachrichten

Seehofer sagt Staatsempfang bei den Bayreuther Festspielen ab  | mehr

Wissensnachrichten

Politiker in Deutschland  Regierungsbänke ohne Muslime | mehr