Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Freie Bahn für den Atomausstieg

Bundesrat stimmt Energiewende-Gesetz zu

Die Länderkammer hat den Atomausstieg auf den Weg gebracht (AP)
Die Länderkammer hat den Atomausstieg auf den Weg gebracht (AP)

Der Bundesrat hat den stufenweisen Atomausstieg bis 2022 gebilligt, der vor einer Woche den Bundestag passiert hatte. Die geplanten Steuervorteile bei Haussanierungen lehnte die Länderkammer allerdings ab.

Durch den Beschluss zur Energiewende bleiben acht Atommeiler vom Netz, die bereits abgeschaltet wurden. Neun weitere Reaktoren werden bis zum Jahr 2022 stillgelegt.

Länder stoppen Steuervorteile für energetische Sanierung

Abgelehnt wurde im Bundesrat die steuerliche Förderung bei Sanierung und Dämmung von Häusern. Die Länder kritisierten, dass sie die rund 900 Millionen Euro an Steuerausfällen zu tragen hätten. "Die damit verbundenen Steuerausfälle sollte der Bund alleine tragen", sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier im Deutschlandfunk. Niemand dürfe den Menschen vorgaukeln, dass die Energiewende kostenlos sei.

Kritik an zu geringer Windkraft-Förderung

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck nannte die Energiepläne der Regierung "zu zögerlich". Aus Becks Sicht sei ein "entschiedenes Einstiegs-Szenario" in die Erneuerbaren Energien nötig, um "Ziele zu erreichen und Klarheit für Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft zu haben". Er kritisierte auch, dass die Windkraft nicht ausreichend gefördert werde.

Diesen Punkt griff auch der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, auf: "Wir brauchen eine bessere Vergütung für On-Shore-Anlagen". Aus seiner Sicht werden diese an Land befindlichen Windkraftanlagen schlechter vergütet als Off-Shore-Anlagen, die vor den Küsten stehen.

Peter Müller (CDU) verwies noch einmal auf die Mammut-Aufgabe, die Deutschland bevorstehe. Niemand solle glauben, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien "ein Zuckerschlecken" sei, so der Ministerpräsident des Saarlands. Vor allem machte er darauf aufmerksam, dass heute jeder für den Atomausstieg und seine Konsequenzen sei. Wenn aber "persönliche Betroffenheit da ist, ist niemand dafür".

Ende Juni hatte der Bundestag den Atomausstieg bis 2022 beschlossen und gleichzeitig Gesetze zur geplanten Energiewende vorgelegt. Das Gesetzespaket beinhaltet die stufenweise Abschaltung der Kernkraftwerke bei gleichzeitiger Förderung von erneuerbaren Energien und dem Ausbau der Stromnetze. Auch der Bau von neuen Gas- und Kohlekraftwerken als Brückentechnologie und Maßnahmen für Energieeinsparungen sind vorgesehen.

Ein Frontschaufellader fährt in einem Salzschacht des Erkundungsbergwerkes der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe in Gorleben, Niedersachsen (AP)Salzschacht im Erkundungsbergwerk Gorleben - ist Atommüll hier wirklich sicher aufgehoben? (AP)

Wohin mit dem Müll?

Im Zuge der Diskussion um den Atomausstieg spielt auch die Lagerung radioaktiven Mülls eine nicht unwesentliche Rolle. Selbst wenn alle Kernkraftwerke sofort stillgelegt wären: Der strahlende Restmüll bleibt noch Tausende von Jahren eine tödliche Gefahr. Ob sich der derzeitige Salzstock in Gorleben als Endlager eignet, ist seit Langem umstritten, doch auch andernorts will niemand den Atommüll haben.



DLF-Hintergrund: Das politische Ringen um den Atomausstieg

Das Energiekonzept 2050 der schwarz-gelben Bundesregierung



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

EuropaparlamentKonservativer Tajani zum neuen Präsidenten gewählt

Antonio Tajani von der EVP-Fraktion im Europaparlament. (AFP / FREDERICK FLORIN)

Der Italiener Antonio Tajani wird neuer Präsident des Europaparlaments. Der frühere EU-Industriekommissar gewann die Stichwahl gegen seinen größten Konkurrenten, den sozialistischen Gianni Pittella. Damit setzte sich der Favorit durch - allerdings erst im vierten Wahlgang.

Selbstversuch in Mecklenburg-VorpommernWie klappt die Versorgung auf dem Land?

(Deutschlandradio / Silke Hasselmann)

Brötchen nur bis zehn, Busverkehr auf Zuruf, dafür Internet aus der Glasfaser: Die Gemeinde Tramm in Mecklenburg-Vorpommern schlägt sich wacker angesichts von Strukturwandel und Landflucht.

Eine Stunde FilmNeues von Barney Stinson

Es gibt diese Schauspieler, die durch eine einzige Rolle weltberühmt geworden sind und wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens davon zehren werden. Neil Patrick Harris ist so ein Schauspieler. Heute Abend ist er zu Gast bei Eine Stunde Film.

Big DataMaßgeschneiderter Wahlkampf

Mit Psychometrik, einer Art Daten-gestützter Psychologie, soll es möglich sein, im Wahlkampf jeden Menschen persönlich anzusprechen. Die Firma Cambridge Analytica behauptet, diese Technik im US-Wahlkampf erfolgreich für Donald Trump eingesetzt zu haben. Für die persönlichen Profile wurden öffentliche Facebook- und Twitter-Daten mit gekauften Informationen aus Wählerverzeichnissen und anderen Datenbanken angereichert.

Kolumbien nach dem FriedensvertragVon der FARC-Guerilla zurück in die Gesellschaft

Ein Mann schwenkt eine kolumbianische Fahne. Im Hintergrund ist eine Bühne zu sehen. (picture alliance / dpa / EFE / Pablo Andres Monsalve)

Im Auftrag der kolumbianischen Regierung startete José Miguel Sokoloff 2006 eine Werbekampagne, um Kämpfer der FARC-Guerilla zu ermuntern, aus dem Dschungel zurückzukehren in die Gesellschaft. Aber ganz so einfach wie in der Werbung ist es dann doch nicht.

Erstmals eine Frau an der SpitzeMaria Balshaw wird neue Chefin der britischen Tate-Museen

Millenium Bridge in London. Dahinter die Tate Gallery of Modern Art (kurz Tate Modern). Es ist das weltweit größte Museum für moderne Kunst. (imago)

Maria Balshaw wird neue Generaldirektorin der britischen Tate-Museen. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze einer der einflussreichsten Institutionen der Kunstwelt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Chelsea Manning  Obama begnadigt Wikileaks-Informantin | mehr

Kulturnachrichten

"FAZ"-Rechtsstreit mit Thalia beigelegt  | mehr

Wissensnachrichten

Visafrei Reisen  Mit deutschem Pass kein Problem | mehr