Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"Freunde Syriens" planen in Berlin Tag X

Westerwelle: "Wir müssen alles Mögliche unternehmen, um einen Kollaps zu vermeiden"

Westerwelle: Syrien braucht schnelle Hilfe (picture alliance / dpa (Jörg Carstensen))
Westerwelle: Syrien braucht schnelle Hilfe (picture alliance / dpa (Jörg Carstensen))

Es geht um den Tag X, von dem niemand weiß, wann er kommt: Der Tag nach einem Sturz des Assad-Regimes in Syrien. In Berlin sprachen Delegierte aus aller Welt über den Wiederaufbau des Landes. Außenminister Guido Westerwelle rief die syrische Opposition zur Bildung einer Übergangsregierung auf.

Die "Freunde Syriens" kamen zum ersten Mal im Februar in Tunis zusammen. Ziel der Gruppe ist eine politische Lösung des Konflikts und die Unterstützung der Opposition. "Wir brauchen dringend eine gemeinsame Plattform aller oppositioneller Gruppen, die sich der Demokratie, der Toleranz und dem Pluralismus verschrieben haben", sagte Westerwelle bei der Eröffnung der internationalen Tagung zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Syriens in Berlin. Derzeit ist die Opposition in Syrien zersplittert. Die Westmächte, die die Rebellen unterstützen, haben keinen zentralen Ansprechpartner.

Westerwelle warnt vor Zusammenbruch der Grundversorgung

Der politische Übergang in Syrien könne nur erfolgreich sein, wenn sich die wirtschaftliche Situation der Menschen in dem Land verbessere, sagte der Außenminister weiter. Er warnte vor einem Zusammenbruch der Grundversorgung in Syrien und mahnte zu schneller Hilfe. Die Staatengemeinschaft müsse sofort handeln. In Gebieten, die unter Kontrolle der Rebellen sind, könne schon jetzt geholfen werden, sagte der Minister. Und die internationale Gemeinschaft müsse sich zudem auf schnelle Hilfe für die Zeit nach dem absehbaren Sturz des Assad-Regimes vorbereiten.

Zu den Teilnehmern der Tagung gehörten Vertreter aus mehr als 60 Staaten,Oppositionelle sowie Abdelbasset Sieda, der Chef des syrischen Nationalrats. Er forderte einen internationalen Militäreinsatz sowie einen "Marshall-Plan" zum Wiederaufbau seines Landes. Andernfalls werde Syrien zerstört.

Syrische Flüchtlinge im türkischen Lager Boynuyogun (picture alliance / dpa / Alexander Roth-Grisard)Zahl der Flüchtlinge erreicht Höchststand (picture alliance / dpa / Alexander Roth-Grisard)

Westerwelle erwägt Aufnahme von Flüchtlingen

Guido Westerwelle ließ zudem erstmals die grundsätzliche Bereitschaft erkennen, Bürgerkriegsflüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. "Ich schließe das nicht aus, aber Priorität hat derzeit die Hilfe vor Ort", sagte er. Bislang hatte die Regierung die Auffassung vertreten, dass sich die Frage nicht stellt. Insbesondere SPD und Grüne machen sich aber für die Aufnahme von Syrien-Flüchtlingen stark.

Der Bürgerkrieg in Syrien hat im August mehr Menschen in die Flucht getrieben als in jedem anderen Monat zuvor. Mehr als 100.000 Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen in die Türkei, den Libanon, nach Jordanien oder in den Irak geflohen.

Westerwelle machte bei der Tagung in Berlin außerdem klar, dass Deutschland bereit sei, mehr als bisher für die Flüchtlingshilfe auszugeben. Zurzeit hat die Bundesregierung 22 Millionen Euro bereitgestellt.

Mehr zum Thema bei dradio.de:

UNO warnt vor Flüchtlingsdrama in Syrien - Türkischer Außenminister fordert Schutzzone für Bevölkerung
USA lehnen Hollandes Vorstoß für Syrien ab - Schnelle Bildung einer Übergangsregierung sei "verfrüht"

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:35 Uhr Campus & Karriere

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:07 Uhr Kompressor

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Erdogans Referendum"In diesem Lande werden Menschenrechte mit Füßen getreten"

Die HDP-Abgeordnete Feleknas Uca (im Jahr 2015) (imago/ZUMA Press)

Die Türkei sei kein Rechtsstaat, sagte die Abgeordnete der kurdischen HDP, Feleknas Uca, im DLF. Weil sie auf Pressekonferenzen ihre Meinung gesagt habe, sei ihre Immunität aufgehoben worden. Dabei hätten 48 Prozent der Bevölkerung gegen das Referendum gestimmt. Uca hofft auf ein gemeinsames Vorgehen der oppositionellen Kräfte.

Renaissance des "Und was ist mit…?"Perfider Trick aus der Mottenkiste der Rhetorik

US-Präsident Donald Trump auf dem Weg ins Weiße Haus.  (picture alliance / Ron Sachs/Consolidated News Photos/Ron Sachs - Pool via CNP)

Donald Trump beherrscht ihn perfekt und auch viele Diskutanten in den sozialen Medien: Mit "Und was ist mit…?" kann man jede Debatte torpedieren und als Sieger hervorgehen. Doch die Strategie lässt sich auch entlarven.

Schlafstörungen"Ein Wunder, dass man überhaupt noch schlafen kann"

Eine Frau liegt in einem Bett und schläft. Sie liegt dabei auf dem Bauch und streckt einen Arm zur Seite aus. (imago stock&people)

80 Prozent der Arbeitnehmer schlafen schlecht, so eine neue Krankenkassen-Studie. Er gehe zwar von einer niedrigeren Zahl aus, sagt Schlafforscher Peter Clarenbach. Dass aber vor allem Arbeiter und Angestellte betroffen seien, liege an Entwicklungen in der Arbeitswelt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Streit mit Ex-Biograf  1 Million Euro Entschädigung für Altkanzler Kohl | mehr

Kulturnachrichten

Eine Million Entschädigung für Altkanzler Kohl  | mehr

 

| mehr