Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Friedrich gegen Boykott der Fußball-EM in der Ukraine

Fall Timoschenko führt zu Diskussionen über Menschenrechtslage

Die Donbas Arena in Donezk ist Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2012 (picture alliance / dpa - Jens Kalaene)
Die Donbas Arena in Donezk ist Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2012 (picture alliance / dpa - Jens Kalaene)

Der Hungerstreik der früheren ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko bringt das Verhältnis von Politik und Sport wieder auf die Tagesordnung. Denn die Ukraine ist in einigen Wochen Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft.

"Ich würde nicht mit Boykott drohen", sagt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Und zwar aus grundsätzlichen Erwägungen: Boykott-Ideen im Sport halte er nicht für geeignet, meint der CSU-Politiker. Denn der Sport stehe ja für das "Völker verbindende und den fairen Wettbewerb der Jugend". Die Ukraine müsse sich aber kritische Fragen gefallen lassen. Das Land dürfe "die Chance, sich positiv zu präsentieren", nicht vernachlässigen.

Fußball-Funktionäre wenden sich ebenfalls gegen Druckmittel des Sports. "Wir als Sportverband können nicht die Probleme lösen, die die Politik bisher nicht lösen konnte", sagt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im ZDF. Und UEFA-Präsident Michel Platini stellt fest: "Die UEFA ist keine politische Institution und wird nie eine sein."

Doch die Vorsitzende des Sportausschusses, Dagmar Freitag von der SPD, findet, der Sport habe "sehr wohl die Aufgabe, seine Stimme zu erheben. Er ist kein Satellit im rechtsfreien Raum", erklärt sie im ARD-Fernsehen. "Ich glaube schon, dass der Sport auch eine gesellschaftspolitische Aufgabe hat."

Die Grünen-Politikerin Viola von Cramon meint, Boykottforderungen kämen zu spät. Schon bei der Vergabe der Spiele durch den Europäischen Fußballverband seien die systematischen Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine bekannt gewesen, sagt sie im Deutschlandfunk. Sie verlangt Druck auf die UEFA und den Deutschen Fußballbund. Diese müssten Stellung beziehen. Viola von Cramon sitzt für die Grünen im Sportausschuss.

Protest gegen Schläge in der Haftanstalt

Julia Timoschenko war gestern in den Hungerstreik getreten. Sie protestiert damit gegen ihre Behandlung im Gefängnis von Charkiw, wo sie eine Haftstrafe absitzt. Nach Angaben ihres Anwalts wurde sie am vergangenen Freitag bei einem erzwungenen Transport ins Krankenhaus geschlagen und dabei erheblich verletzt. Das Verfahren gegen sie war international als politisch motiviert kritisiert worden.

Die EU-Kommission forderte, dass sich die Ukraine zum Gesundheitszustand der Politikerin äußert. Bundesaußenminister Guido Westerwelle drückte die Besorgnis der Bundesregierung aus. Die russische Regierung verlangte einen humanen Umgang mit Timoschenko.

Protest gegen Eishockey-WM in Weißrussland

Sport und Politik - neben der Fußball-EM ist auch die Vergabe der Eishockey-WM in die Kritik geraten. Sie soll 2014 in Weißrussland stattfinden. Die SPD will, dass der Bundestag den Deutschen Eishockey-Bund auffordert, auf eine Rücknahme der Vergabe hinzuwirken. "Es sind noch zwei Jahre bis zur Endrunde. Eine Vergabe an ein anderes Land sollte noch möglich sein", findet die Vorsitzende des Sportausschusses, Dagmar Freitag. Zuletzt hatte das Formel-1-Rennen in Bahrain angesichts des harten Vorgehens gegen die Opposition für Empörung gesorgt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Rürup über Altersarmut"Die Politik muss etwas tun"

Der Sozialexperte Bert Rürup (20.11.2014) (dpa / Oliver Berg)

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung ist ab 2036 jeder fünfte Neu-Rentner von Armut bedroht. Die Politik müsse auf diese Prognosen dringend reagieren, sagte Rentenexperte Bert Rürup. Noch sei Zeit gegenzusteuern: "Die Solidarrente ist die richtige Antwort", so Rürup im Dlf.

Linksautonome Gewaltaufrufe vor G20-Gipfel"Der Veranstaltungsort Hamburg stellt ein großes Risiko dar"

Das Logo des G20-Gipfels hängt am 22.06.2017 in Hamburg in den Messehallen. Zum zweitägigen G20-Gipfel in der Hansestadt am 7. und 8. Juli werden Staats- und Regierungschefs aus 20 Industrie- und Schwellenländern und Hunderte Journalisten aus zahlreichen Ländern weltweit erwartet.  (picture alliance / dpa / Axel Heimken)

Vor dem G20-Gipfel mehren sich im Netz linksautonome Gewaltaufrufe. Der Extremismusforscher Hans-Gerd Jaschke hält es für einen Fehler, das Treffen ausgerechnet in Hamburg abzuhalten – einem Zentrum der Autonomenszene. Deren zunehmende Militanz sei auch mit dieser Wahl zu erklären.

FAKE-NETWORKBinky beruhigt bei Social-Media-Stress

Ihr liked mal hier, shared mal da und scrollt durch irgendwelche Posts. Weil sich das besser anfühlt als gar nix zu tun. Dann könnte Binky genau euer Ding sein. Die App macht genau das. Nur ohne Folgen.

Generalsekretär Hubertus Heil"Die SPD hat klare Inhalte"

Der SPD-Kanzlerkandidat und Parteivorsitzende, Martin Schulz (r), besichtigt am 24.06.2017 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) zusammen mit SPD-Generalsekretär Hubertus Heil die Westfalenhalle für den SPD-Parteitag. Die Sozialdemokraten wollen am 25.06.2017 auf dem Parteitag ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl beschließen.  (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hat der Union Ideenlosigkeit vorgeworfen. Die CDU lasse Plakate drucken, ohne ein Programm zu haben, sagte Heil im Dlf. Statt ein Steuerkonzept vorzulegen, verspreche sie "Steuergeschenke für sehr, sehr wohlhabende Menschen".

Ökonom über Altersarmut"Es gibt keine Alternative zur Rente mit 67"

Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter des ifo Instituts Dresden, spricht am 20.10.2016 in Bad Saarow (Brandenburg) beim ersten ostdeutschen Wirtschaftsforum. Nach dem Vorbild des Weltwirtschaftsforums in Davos wollen Politiker, Wissenschaftler und Manager in Bad Saarow über die Aussichten der ostdeutschen Wirtschaft reden.  (picture alliance / dpa / Bernd Settnik)

Der Ökonom Joachim Ragnitz hat die Konzepte der Parteien zur Stabilisierung des Rentensystems kritisiert. Die Vorschläge böten etwa keine Lösung für das immer größer werdende Problem der Altersarmut, sagte der stellvertretende Leiter der ifo Instituts Dresden im Dlf.

Ein Plädoyer für ethisches Bauen Nehmt Abschied von der Spektakel-Architektur!

Während des Eröffnungskonzerts wird am 11.01.2017 am Hafen in Hamburg die Elbphilharmonie illuminiert. Das Konzerthaus wurde am Abend feierlich eröffnet. (dpa /Bodo Marks )

Einerseits fehlt in den Städten bezahlbarer Wohnraum, andererseits werden auf Filetgrundstücken ständig neue Spektakelbauten eingeweiht - ein Skandal, findet Architekturkritiker Klaus Englert. Er fordert eine neue, ethische Architektur.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Travel Ban  Supreme Court setzt Teile von Trumps Erlass wieder in Kraft | mehr

Kulturnachrichten

Gericht ordnet Exhumierung von Dalí an  | mehr

 

| mehr