Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Fristverlängerung für Griechenland?

Zeitungsbericht: Zwei Jahre mehr zur Budgetsanierung

Ein Fristaufschub ist ein wiederholt geäußerter Wunsch Griechenlands
Ein Fristaufschub ist ein wiederholt geäußerter Wunsch Griechenlands (dpa / Oliver Berg)

Die Euroländer wollen Griechenland offenbar Zeit bis 2016 einräumen, um einen regelgerechten Haushalt vorzulegen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Doch Vertreter von Bundesregierung und EZB beteuern: Noch ist nichts beschlossen.

Griechenland bekomme zwei Jahre mehr Zeit zur Sanierung seines maroden Staatshaushaltes. Erst 2016 statt wie bisher vorgesehen bis 2014 müsse das krisengeplagte Land seine Neuverschuldung unter die im Euroraum vorgeschriebene Schwelle von drei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung drücken, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Zugleich würden die Fristen für Reformen auf dem Arbeitsmarkt oder in der Energiewirtschaft verlängert. Die nächste Kredittranche von rund 31,5 Milliarden Euro soll den Informationen zufolge bald von den Partnerländern freigegeben werden.

Staatssekretär: Noch keine Entscheidung

Von offizieller Seite gibt es keine Bestätigung für den Bericht. Steffen Kampeter (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, sagte im Deutschlandfunk, über einen Aufschub für Griechenland sei noch nicht entschieden worden. Die Bundesregierung warte auf den Bericht der sogenannten Troika aus Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB), der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds (IWF). "Sobald der Troika-Bericht abgestimmt vorliegt, werden wir entscheiden. Alles vorher ist Kaffeesatzleserei."

Auch Jörg Asmussen, Direktoriumsmitglied der EZB, widersprach dem "SZ"-Bericht. "Es gibt bisher keine endgültige Einigung der Troika mit der griechischen Regierung", sagte Asmussen im ARD-Fernsehen. Wenn man im Übrigen Griechenland mehr Zeit zum Erreichen seiner Haushaltsziele geben würde, dann bedeute das auch mehr Geld.

Währungsfonds einverstanden

Vor zwei Wochen hatte die IWF-Chefin Christine Lagarde für eine zweijährige Fristverlängerung für Athen plädiert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte das abgelehnt. Bundeskanzlerin Angela Merkel ihrerseits verzichtete auf eine Bewertung, also auch auf ein klares Dementi. Merkel erklärte, auf den Lagarde-Vorstoß angesprochen, sie wolle nicht jede einzelne Äußerung kommentieren.

Weitere Berichte auf dradio.de:

"Wir werden unsere Mitmenschen nicht im Stich lassen" - Chrissi Wilkens berichtet über die "Stromrebellen" von Athen (mp3-Audio)
Warum die Griechen zeitgemäß sind - Ein etwas anderer Blick auf die Krise in Hellas

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:10 Uhr Das Feature

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

KlimawandelEnde der Erwärmungspause wird erwartet

Ein Eisbär treibt auf seiner Scholle vor Spitzbergen.

Der nächste Weltklimagipfel steht vor der Tür, diesmal in der peruanischen Hauptstadt Lima. Die Wissenschaftler haben sich gut auf das Mammuttreffen mit Politikern vorbereitet, der IPCC seinen jüngsten Bericht vorgelegt. Einige Erklärungslücken konnten geschlossen werden.

Gregor SchneiderKunstaktion mit Goebbels-Schutt

Ein Bauschutt-Container steht am 06.11.2014 in Mönchengladbach vor dem Geburtshaus von Joseph Goebbels. Der für seine verstörenden Raumskulpturen bekannte Künstler Gregor Schneider hat das Geburtshaus des Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels entkernen lassen und will den Schutt in Warschau ausstellen.

Skandal mit Ansage: Gregor Schneider schafft Bauschutt aus dem Geburtshaus des NS-Propagandaministers Goebbels vor eine Galerie nach Warschau. Wie reagieren die Menschen in der polnischen Hauptstadt auf die Installation des deutschen Künstlers?

Globaler BodenpilzatlasVerborgene Muster der Vielfalt

Ein Wissenschaftler stößt ein Plastikrohr in den panamaischen Urwaldboden, um eine Probe des Erdreichs zu entnehmen.

Bodenpilze gehören zu den weitgehend unerforschten Bereichen der Ökosysteme. Doch das ändert sich gerade. In der aktuellen Ausgabe von "Science" präsentieren Forscher die erste weltweite Analyse der Verbreitungsmuster von Bodenpilzen – mit teils überraschenden Ergebnissen.

KunstaktionRoboter bestellt Ecstasy

Das Künstlerkollektiv "Bitnik" bekommt Dinge geliefert, die es gar nicht bestellt hat. Für eine Ausstellung in St. Gallen haben sie einen Einkaufsroboter programmiert: Er begibt sich, gesteuert von einem Zufallsgenerator, auf Shopping-Tour durch das Darknet.

"This War of Mine"Action ohne Ballern

Du bis Zivilist und kämpfst ums Überleben mitten im Krieg - Action ohne Ballern, das verspricht das Antikriegsspiel "This War of Mine".

VerbraucherschutzWie riskant sind Energydrinks?

Eine Reihe Dosen mit Energy-Getränken verschiedener Marken

Übelkeit, Schwindel, Herzversagen: In der Presse mehren sich Artikel, die auf gesundheitliche Risiken von Energydrinks hinweisen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung berichtet sogar von ungeklärten Todesfällen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundesrat  billigt Asylbewerberleistungsgesetz | mehr

Kulturnachrichten

Unesco  erklärt 34 Traditionen zu immateriellem Kulturerbe | mehr

Wissensnachrichten

Ebola  Ärzte in Guinea probieren 15-Minuten-Test aus | mehr