Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Führungsriege der ägyptischen Regierungspartei tritt zurück

Verwirrung um Rolle Mubaraks als Parteichef

Ägyptens Präsident Hosni Mubarak (AP)
Ägyptens Präsident Hosni Mubarak (AP)

Das Exekutivkomitee der regierenden Nationaldemokratischen Partei in Ägypten ist zurückgetreten. Meldungen, wonach auch Staatschef Hosni Mubarak sein Partei-Amt aufgibt, wurden indes dementiert.

Die Führungsriege der ägyptischen Regierungspartei NDP gibt geschlossen ihre Ämter auf, darunter auch der Generalsekretär Safwat el Scharif und der Präsidentensohn Gamal Mubarak. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak legt den Partei-Vorsitz aber offenbar nicht nieder. Eine entsprechende Meldung hatte der Nachrichtensender Al Arabija zeitweise verbreitet, kurz darauf aber wieder zurückgezogen.

Nach einem Bericht der "New York Times" gibt es außerdem Überlegungen, Präsident Mubarak zu einer medizinischen Untersuchung nach Deutschland zu bringen, um so auf elegante Weise den Übergang der Präsidialmacht auf seinen Stellvertreter Omar Suleiman einzuleiten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Ägypter unterdessen zu Geduld und Besonnenheit aufgerufen und einen geordneten Übergangsprozess angemahnt. Eine "ganz schnelle" Wahl halte sie für falsch, sagte Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Ohne einen geordneten Übergang bestehe die Gefahr eines Machtvakuums. Dennoch äußerte die Kanzlerin Verständnis für den Wunsch der Demonstranten nach einem raschen Wandel und verwies auf ihre eigenen Erfahrungen in der deutschen Wendezeit.

US-Präsident Barack Obama erhöht den Druck auf das Regime. Er forderte schnelle Reformen , wie Rüdiger Paulert im Deutschlandfunk berichtete. Zudem verurteilte der Präsident die Gewaltaktionen gegen Demonstranten und Reporter. Obama betonte, dass die USA im Hintergrund bereits eine beratende Rolle übernommen hätten. Mubaraks Rücktritt forderte er jedoch nicht.

Beharrlich campieren die Regime-Gegner am Tahir-Platz in Kairo. (dapd)Regime-Gegner campieren am Tahrir-Platz in Kairo. (dapd)

Weitere Demonstrationen geplant

Im Zentrum Kairos harren weiterhin Tausende Demonstranten auf dem Platz der Freiheit aus. Dennoch hat sich die Lage allmählich beruhigt. Auf den Straßen sind wieder Polizisten zu sehen, viele Geschäfte haben wieder geöffnet, berichtet Esther Saoub im Deutschlandradio Kultur. Für Sonntag, Dienstag und Freitag wurde erneut zu Demonstrationen aufgerufen.

Teilreisewarnung für Ägypten

Rund eine Millionen Touristen sind bereits aus Ägypten abgereist. Die deutsche Botschaft stellt Konvois zusammen, um deutsche Touristen zum Flughafen zu bringen. Doch nicht alle Deutschen verlassen Ägypten, wie Esther Saoub im Deutschlandfunk berichtet. Das Auswärtige Amt hat eine Teilreisewarnung ausgegeben. Erst wenn Stufe 2b verkündet wird, müssen auch alle Experten Ägypten verlassen.

Mehr bei dradio.de:

"Das Militär hat bisher eine positive Rolle gespielt" <br> Verteidigungsminister zu Guttenberg zur Lage in Ägypten

"Wir sollten uns nicht anmaßen, hier eine Entscheidung zu treffen" - Staatsminister im Auswärtigen Amt über deutsche Außenpolitik zwischen Wertekonsens und Realpolitik

Hintergrund: Proteste in Ägypten wirken wie ein Nachbeben - Eine Region im Umbruch

Welche Rechte haben Ägypten-Reisende? - Auswirkungen der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes


Linktipps:

Informationen zu aktuellen Ereignissen in Ägypten erhalten sie in den Deutschlandradio-Nachrichten.

Alle Beiträge auf dradio.de zu den Krisen im Nahen und Mittleren Osten im Überblick:
Deutschlandradio • Der arabische Aufstand

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Literatur

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

HIV-Infektionen in ChinaGefahr im Goldenen Dreieck

(picture alliance / dpa)

Ein Viertel der neuen HIV-Infektionen in China wird aus Yunnan im Südwesten des Landes gemeldet. Die Provinz grenzt an das berüchtigte Goldene Dreieck: eine Region, die als größte Produktionsstätte für Heroin gilt. Die Bewohner wissen kaum etwas über die Ansteckungsgefahr durch das Virus, nur wenige Betroffene erhalten Hilfe.

Claire Denis über "Un Beau Soleil Intérieur"Eine sexy Frau und jede Menge Neurosen

Die französische Regisseurin Claire Denis (dpa / Asatur Yesayants)

Als "eine Art Reise in die Weiblichkeit" schildert Regisseurin Claire Denis ihre Arbeit an "Un Beau Soleil Intérieur": eine romantische Komödie, mit der das Filmfest in München eröffnet wurde. Juliette Binoche spielt darin eine Künstlerin auf der Suche nach der großen Liebe.

Die Brücke über die Drina25 Jahre nach den Massakern im bosnischen Višegrad

Blick von der Seite auf die beinahe 500 Jahre alte Mehmed-Paša-Sokolović-Brücke über dem Fluss Drina in Višegrad. (imago/Boris Scitar)

"Die Brücke über die Drina" von Ivo Andric ist eine monumentale Erzählung über das multikulturelle Leben auf dem Balkan. Der historische Roman war in Jugoslawien Pflichtlektüre an vielen Schulen. Die "Brücke über die Drina" galt als Symbol von "Brüderlichkeit und Einheit".

"Rheingold" in DüsseldorfEin veritables Wagner-Wunder

Deutsche Oper in Düsseldorf (picture alliance / Horst Ossinger)

Vorzügliche Darsteller und ein Regisseur, der sich "erfrischend überhaupt nicht" um die Erwartungen an diesen "Mount Everest" des Musiktheaters schert: Unsere Kritikerin Ulrike Gondorf hat in Düsseldorf eine gelungene Inszenierung von Wagners "Rheingold" erlebt.

Von der UNESCO geschützte BräucheIst das wirklich typisch deutsch?

Das Bild zeigt Bürgermeister, Kurdirektor und drei weitere Personen beim Wassertreten in einem Außenbecken in Bad Münstereifel. (Deutschlandradio / Manfred Götzke )

In den Harzer Wäldern trainieren Vogelfreunde den Gesang von Buchfinken. Auf dem Darß in Mecklenburg-Vorpommern schlagen Reiter im vollen Galopp mit Keulen auf eine Tonne ein, um den Tonnenkönig zu küren. Diese etwas skurrilen Volksfeste, aber auch das Kneippen oder die Flussfischerei an der Sieg, eint eins: Sie gehören zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands.

Christian Kohlross: "Kollektiv neurotisch"Warum wir Narzissten, Hysteriker und Depressive sind

(Foto: imago / Cover: Dietz-Verlag)

Hysterisch, visionslos und wegen überhöhter Ansprüche ständig enttäuscht: Dem Therapeuten Christian Kohlross zufolge befindet sich der Westen in einem Zustand kollektiver Neurose. Da hilft nur: Die Gesellschaft auf die Couch!

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundesparteitag in Dortmund  SPD trifft sich | mehr

Kulturnachrichten

"OST"-Zeichen auf Volksbühne wird abgebaut  | mehr

 

| mehr