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Führungsstreit bei den Linken spitzt sich zu

Bartsch will sich nicht wegschieben lassen

Konkurrieren um die Führung der Linkspartei: Oskar Lafontaine und Dietmar Bartsch (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)
Konkurrieren um die Führung der Linkspartei: Oskar Lafontaine und Dietmar Bartsch (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Wenig Harmonie in der Linkspartei: Fraktionsvize Dietmar Bartsch beharrt auf seiner Kandidatur für den Parteivorsitz. Oskar Lafontaine möchte aber keinen Gegenkandidaten bei einer möglichen Kandidatur. Und Sahra Wagenknecht will nicht mit Bartsch in die Doppelspitze.

Die Linke muss auf ihrem Parteitag eine neue Führung wählen. Der frühere Vorsitzende Oskar Lafontaine will nur für den Parteivorsitz kandidieren, wenn es keinen Gegenkandidaten gibt. Zugleich hält Bundestagsfraktionsvize Dietmar Bartsch an seiner Kandidatur für den Posten fest, die er mehrere Monate vor Lafontaine erklärt hatte. Vorige Woche hatte Lafontaine angekündigt, als Vorsitzender bereitzustehen, aber ohne Kampfkandidatur gegen Bartsch. Der ist allerdings bisher der einzige offizielle Kandidat und will sich nicht abdrängen lassen: "Ich habe vor sechs Monaten meine Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt und rücke davon auch nicht ab. Es sei denn, es gibt völlig neue Bedingungen oder es trifft mich ein Ziegelstein", sagte Barsch in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er habe sich viele Jahre engagiert und wolle nicht dem Niedergang der Partei zusehen.

Bartsch lobt Wagenknecht

Die Bundestagsabgeordnete der Partei "Die Linke", Sahra Wagenknecht (AP)Die stellvertretende Vorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht (AP)Offen hingegen zeigte sich Bartsch für eine Doppelspitze mit Fraktionsvize Sahra Wagenknecht, der Lebensgefährtin Lafontaines. "Wir haben in vielen Fragen Übereinstimmungen, auch wenn es in anderen Punkten Differenzen gibt», sagte Bartsch der "Welt". Allerdings lehnt Wagenknecht die Idee einer Doppelspitze mit ihm ab: "Das habe ich immer ausgeschlossen. Es wäre keine Lösung, weil dann die Streitigkeiten weitergehen würden", sagte die frühere Wortführerin der Kommunistischen Plattform in der Partei dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Die stellvertretende Vorsitzende Wagenknecht hat unterdessen vor einer Aufweichung des politischen Profils gewarnt. Man dürfe die Partei nicht denen überlassen, die aus ihr eine Light-Version machen wollten, sagte sie bei einer Konferenz in Berlin. Bei der Entscheidung um die künftige Spitze gehe es auch um die Strategie.

Der Noch-Vorsitzende Klaus Ernst mahnte seine Partei zwar zu einem Kompromiss, stellte sich kürzlich aber erneut auf die Seite seines Vorgängers Oskar Lafontaine. Dessen Führungsanspruch empfinden viele ostdeutsche Linkspolitiker wiederum als kompromisslos. Ernst sagte dem "Hamburger Abendblatt", an einem Ausgleich führe kein Weg vorbei, wenn die Partei überleben wolle. Eine zweite Chance werde die Linke weder im Osten noch im Westen bekommen. Wenn Oskar Lafontaine zu einer Kandidatur bereit sei, dann sei das ein Angebot und keine Unterwerfung.

Sachsens Linke für gemeinsame Lösung

Der Führungsstreit der Linkspartei sollte aus Sicht des sächsischen Landesverbandes notfalls per Kampfkandidatur zwischen Dietmar Bartsch und Oskar Lafontaine gelöst werden. "Mehrere Bewerber für zu wählende Ämter halten wir für einen Ausdruck der innerparteilichen Demokratie", sagte Linke-Landeschef Rico Gebhardt am Sonntag der Nachrichtenagentur dapd. Vorrangig solle aber auf dem Parteitag am 2. und 3. Juni in Göttingen eine "einvernehmliche und gemeinsame Lösung" zwischen Bartsch und Lafontaine angestrebt werden.

Nur noch sechs Prozent

Die Linkspartei erreicht in der Wählergunst den schlechtesten Wert seit ihrem Bestehen. Im aktuellen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid verlieren die Linken im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und kommen auf sechs Prozent. Die Vorgängerpartei PDS erreichte diesen Wert zuletzt im Juni 2005.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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