Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Fusion von EADS mit BAE Systems geplatzt

Konzerne geben Bundesregierung die Schuld

Der Airbus A380 aus der Konzerngruppe EADS, die auch in Zukunft ohne die Briten auskommt
Der Airbus A380 aus der Konzerngruppe EADS, die auch in Zukunft ohne die Briten auskommt (picture alliance / dpa / DB EADS)

Nach monatelangen Verhandlungen haben die Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems ihre Fusion endgültig abgesagt. Berlin begrüßt dies. Die beiden Konzerne machen die Bundesregierung für das Scheitern verantwortlich.

Es sollte die größte Hochzeit in der Luftfahrt- und Rüstungsbranche werden - nun ist das Vorhaben geplatzt: Die Fusion zwischen dem Airbus-Mutterkonzern EADS und seinem britischen Konkurrenten BAE Systems kommt nicht zustande. Die Pläne würden nicht weiterverfolgt, teilten beide Konzerne mit. Es sei deutlich geworden, dass die Interessen der beteiligten Parteien nicht in Einklang gebracht werden könnten.

Der Vorstandsvorsitzende von Airbus, Thomas Enders, spricht zum Produktionsstart des Airbus 350 WXB im Airbuswerk Stade, Niedersachsen.EADS-Chef Thomas Enders hatte die Fusionspläne vorangetrieben (AP)"Es ist natürlich Schade, dass wir keinen Erfolg hatten, aber ich bin froh, dass wir es versucht haben", schrieb EADS-Chef Thomas Enders in der Mitteilung. Er habe vor allem den Widerstand aus Berlin unterschätzt, schrieb Enders in einem internen Brief an die Mitarbeiter. BAE-Chef Ian King erklärte, er sei enttäuscht, dass die Fusion nicht zustande komme.

Im Vorfeld hatte es Gerüchte über eine endgültige Absage der Fusion gegeben. Immer wieder hatten Politiker ihre Bedenken bezüglich des Vorhabens geäußert. Streit gab es über den staatlichen Einfluss, den sich Deutschland und Frankreich am geplanten neuen Konzern sichern wollten. Die beiden Staaten verfügen über jeweils rund 22 Prozent der EADS-Anteile. Die deutschen Interessen werden dabei vom Stuttgarter Autokonzern Daimler vertreten.

Bundesregierung begrüßt Scheitern der Fusionspläne

Peter Hintze, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium (CDU)Peter Hintze (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschafts-ministerium (picture alliance / dpa)Der deutsche Koordinator für Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze (CDU), begrüßte das Scheitern der Fusionspläne. "Ich bin davon überzeugt, dass EADS seine Stärken am besten selbstständig auf dem Weltmarkt zur Geltung bringen kann", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. "Davon profitieren auch die deutschen EADS-Standorte und die mittelständischen Zulieferer." Deutschland habe "ein originäres Interesse daran, dass Forschung, Entwicklung und industrielle Produktion bei uns stark bleiben".

Die Bundesregierung hatte angekündigt, die Anteile des Autokonzerns übernehmen zu wollen. An diesem Vorhaben halte Berlin auch nach dem Scheitern der Fusion fest, sagte ein Regierungssprecher. Es stehe im Vordergrund, dass sich EADS auf allen Geschäftsfeldern weiter positiv entwickele. Dem EADS-Chef Enders, der die Fusionspläne vorangetrieben hatte, sprach die Regierung ihr Vertrauen aus.

EADS macht vor allem Deutschland für das Scheitern der Fusion verantwortlich. Die Bundesregierung habe ihre Ablehnung des Zusammenschlusses nicht begründet, die Regierungen in London und Paris seien dafür gewesen, sagte ein EADS-Sprecher. Die britische BAE teilte mit, es werde keinen neuen Anlauf für eine Fusion geben, solange sich das politische Umfeld nicht geändert habe. Auch der britische Konzern sprach von Problemen mit der deutschen Regierung.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:35 Uhr Tag für Tag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:07 Uhr Im Gespräch

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

ReferendumSchottland bleibt britisch

Jubel bei den schottischen Unabhängigkeits-Gegnern nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse.

Schottland bleibt Teil des Vereinigten Königreiches. Rund 55 Prozent der Wähler hat sich gegen die Unabhängigkeit der Region entschieden. Die Befürworter der Abspaltung räumten ihre Niederlage ein. 

ExtremsportWo die wilden Kerle fliegen

Basejumper fotografiert vom Autoren - Reportage von Georg Gruber vom 19.09.14 

Das Lauterbrunnental, ein U-förmiges Tal mit Felswänden, die bis zu 700 Meter senkrecht in die Höhe ragen, ist ein Mekka für eine besonders gefährliche Extremsportart, dem Basejumpen.

Vor 100 JahrenGelehrte im Dienst der Propaganda

Die zeitgenössisch colorierte Fotografie aus der deutschen Propaganda zeigt eine deutsche Maschinengewehr-Kompanie (M.G.K.) beim Vormarsch an der lettischen Ostseeküste, aufgenommen 1917. 

Kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs begann die Sammlung von Unterschriften für den "Aufruf an die Kulturwelt". Deutsche Künstler und Gelehrte gaben darin ihren Namen für den "Propagandakrieg der Geister".

MietpreisbremseWucherware Wohnraum

"Hier entstehen exklusive Eigentumswohnungen" steht auf einem Werbebanner im Bezirk Mitte in Berlin.

Immer häufiger demonstrieren Menschen gegen steigende Mieten und die Verdrängung aus ihren Wohnvierteln. Besonders der Berliner Wohnungsmarkt ist eine Goldgrube für Investoren. Kann eine Mietpreisbremse helfen?

Joachim GauckHalbzeit für den Bundespräsidenten

Joachim Gauck hält vor einem Wappen vor schwarzem Hintergrund eine Rede

Als Staatsoberhaupt der Wirtschaftsgroßmacht Deutschland wird Joachim Gauck im Ausland mit Erwartungen und Forderungen konfrontiert. Er selbst hat dabei seine Rolle gefunden, meint Deutschlandfunk-Chefkorrespondent Stephan Detjen.

BrandenburgSchöne Uckermark, leere Uckermark

Dunkle Wolken ziehen über das Boitzenburger Land (Brandenburg).

Die Uckermark ist vielerorts nahezu menschenleer. Die Jungen gehen, die Alten sterben weg. Einzige Hoffnung für die Region: Städter, die ihren Traum vom Landleben verwirklichen wollen und einen Neuanfang wagen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Schottland  bleibt Teil von Großbritannien | mehr

Kulturnachrichten

Dokumentationszentrum Obersalzberg bekommt Erweiterungsbau  | mehr

Wissensnachrichten

Weltbevölkerung  Bis zu 12 Milliarden Menschen zum Ende des Jahrhunderts | mehr