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G8 beraten über Nordafrika, IWF-Nachfolge und das Internet

In Deauville treffen sich die Mächtigen der Welt

Frankreichs Präsident Sarkozy auf dem Weg nach Deauville (dpa)
Frankreichs Präsident Sarkozy auf dem Weg nach Deauville (dpa)

Bühne frei für Nicolas Sarkozy: In Frankreich tagen ab heute die acht wichtigsten Wirtschaftsnationen. Auf der Agenda der Staatenlenker steht gleich eine ganze Reihe schwergewichtiger Themen.

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy empfängt heute die Vertreter der G8-Länder zu einem zweitägigen Treffen in dem Badeort Deauville. Geplant sind unter anderem Gespräche über den arabischen Frühling, die Atomenergie, die Neubesetzung des IWF-Chefessels und die Sicherheit im Internet. Zu den G8-Staaten zählen die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Russland.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte den arabischen Reformstaaten im Vorfeld des Treffens konkrete Unterstützung zu. Deutschland werde sich bei den führenden Industrienationen für eine "Partnerschaft für Beschäftigung" mit Ländern wie Ägypten und Tunesien einsetzen, erklärte Merkel in einer Regierungserklärung im Bundestag. "Wir müssen dazu beitragen, dass die ersten politischen Fortschritte nicht durch wirtschaftliche Instabilität gefährdet werden", sagte die Kanzlerin.

Am Donnerstagabend soll der Umbruch in der arabischen Welt bei einem Abendessen der G8-Staatenlenker besprochen werden. Am Freitag werden auch die Regierungschefs von Tunesien und Ägypten an dem Treffen teilnehmen. Es wird erwartet, dass die G8 Milliardenhilfen für die arabischen Reformstaaten beschließen.

Merkel will sich für weltweite AKW-Überprüfungen einsetzen

Wegen der Reaktorkatastrophe von Fukushima wollen die Gipfelteilnehmer auch über die Zukunft der Atomenergie beraten. Kanzlerin Merkel will sich für weltweite Stresstests für bestehende und geplante Atommeiler einsetzen. "Wir brauchen eine Überprüfung der Sicherheitsstandards auch auf internationaler Ebene", sagte Merkel.

Überschattet wird der Gipfel von der Affäre um Dominique Strauss-Kahn und der Suche nach einem Nachfolger für die IWF-Spitze. Auf der offiziellen Tagesordnung steht das Thema zwar nicht, dennoch könnte in Deauville eine Vorentscheidung fallen. Die französische Finanzministerin Christine Lagarde hatte am Mittwoch ihre Kandidatur für den Chefposten des Internationalen Währungsfonds bekannt gegeben. Lagarde wäre die erste Frau an der Spitze des IWF.

Sarkozy fordert globale Internet-Standards

Der französische Staatschef Sarkozy will in Deauville außerdem die künftige Entwicklung des Internets zum Thema machen. Bereits zu Beginn dieser Woche hatte ein Forum namens eG8 sich mit entsprechenden Fragen befasst. Rund 1000 Vertreter der Internet-Branche nahmen an dem Treffen teil. Sarkozy hofft, dass sich die Staaten auf internationale Standards und Werte für das Netz einigen.

Unter Kennern sorgen diese Pläne für kontroverse Diskussionen.
Der Blogger Markus Beckedahl warnt vor einer Überregulierung des Internets. Sarkozy wolle härter durchgreifen und die Freiheit im Internet einschränken, sagte Beckedahl im Interview mit dem Deutschlandfunk. Der Internetunternehmer Bert Weingarten begrüßt hingegen eine stärkere Regulierung. Das Internet brauche Regeln, "und zwar nationale, europäische und internationale, um Kulturen, Werte und Menschen zu fördern", sagte Weingarten im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur.


Mehr bei dradio.de:

Zur Kandidatur von Christine Lagarde für die IWF-Spitze:

Jürgen Trittin über die Kandidatin Lagarde
UN-Volkswirt fordert eine Chance für die Schwellenländer

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

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