Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

G8-Gipfel in Heiligendamm eröffnet

Merkel und Bush um Klimaverbesserung bemüht

US-Präsident Bush und Bundeskanzlerin Merkel. (AP)
US-Präsident Bush und Bundeskanzlerin Merkel. (AP)

Begleitet von massiven Protesten sind die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands in Heiligendamm zusammengekommen. Mit einem gemeinsamen Essen wurde der G-8-Gipfel am Abend offiziell eröffnet. Im Mittelpunkt des Treffens steht auch die Klimapolitik.

Dieses Thema hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zuvor bereits mit US-Präsident George W. Bush erörtert. "Ich glaube, dass wir, wenn wir noch etwas arbeiten, auch gute Chancen haben, gemeinsame Positionen herauszuarbeiten", sagte Merkel. Mit Blick auf die Schwerpunkte Klimaschutz und Armutsbekämpfung in Afrika betonte die Kanzlerin: "Ich hoffe, dass wir ein gemeinsames starkes Signal aussenden können."

Bush sicherte zu, gemeinsam mit Merkel an einem Nachfolgeabkommen für das Klimaschutzabkommen von Kyoto arbeiten zu wollen. Er habe den starken Wunsch, Fortschritte bei der Reduzierung von Treibhausgasen zu erreichen, sagte Bush. Gemeinsam wollten er und Merkel für eine gute Entwicklung für die Umwelt sorgen.

Die USA wollen sich nach den Worten von Jim Connaughton, Klimaberater des US-Präsidenten, aber uch beim Gipfel nicht auf konkrete langfristige Klimaschutzziele einlassen. In der Abschlusserklärung würden solche Ziele nicht auftauchen. Es brauche noch Zeit, bis sich alle wichtigen Industriestaaten auf eine gemeinsame Vision einigten.

Vom Gipfel muss nach Ansicht von Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) ein Signal europäischer Geschlossenheit beim Klimaschutz ausgehen. Mit einem Entgegenkommen von US-Präsident Bush rechne er nicht, sagte Müller im Deutschlandfunk. Umso wichtiger sei es, dass Deutschland und Europa in dieser Frage Zusammenhalt bewiesen. (Text/ MP3-Audio)

Kritik an Entwicklungshilfe

Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thilo Hoppe, kritisierte die Entwicklungshilfepolitik von Bundeskanzlerin Merkel. Zwar begrüße er ihre Ankündigung, 750 Millionen Euro mehr für die Entwicklungshilfe auszugeben, aber diese Summe bleibe hinter den Versprechen von vor zwei Jahren zurück, sagte der Grünen-Politiker im Deutschlandradio Kultur. (Text/ MP3-Audio)

Christoph Klitsch-Ott, Afrika-Experte der Hilfsorganisation Caritas International, betrachtet die Entwicklungshilfezusagen der Industrienationen anlässlich des G8-Gipfels mit Skepsis. "Man wird genau hinschauen müssen, was das für Geld ist, ob es wirklich um neues Geld geht und was da eingerechnet wird", sagte Klitsch-Ott im Deutschlandfunk. In den vergangenen Jahren habe es einige Rechentricks gegeben, zum Beispiel die Einrechnung von Schuldenerlassen in Zahlungen zur Entwicklungshilfe. (Text/ MP3-Audio)

Demonstranten dringen bis zum Sicherheitszaun vor

Polizisten stehen in der Nähe von Heiligendamm Globalisierungskritikern gegenüber. (AP)Polizisten stehen in der Nähe von Heiligendamm Globalisierungskritikern gegenüber. (AP) Mehrere tausend Globalisierungsgegner waren am Mittag ungeachtet eines Demonstrationsverbots bis zum Sicherheitszaun um Heiligendamm vorgedrungen und ließen sich vor den Kontrollstellen nieder. Die Polizei, die zeitweilig Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt hatte, löste am Abend eine von drei Blockaden auf und nahm mehr als 130 Personen fest. Der Gipfelort sei jetzt wieder auf dem Landwege erreichbar, hieß es.

Auf der Ostsee stoppte die Wasserschutzpolizei ein Schiff der Umweltschutz-Organisation Greenpeace. Es wurde außerhalb des Sperrgebietes von Einsatzkräften durchsucht.
Das Bundesverfassungsgericht bestätigte unterdessen das Verbot des für morgen geplanten Sternmarsches nach Heiligendamm. Vier Tage nach den heftigen Krawallen am Rande der G-8-Proteste in Rostock wurden am Mittwoch acht weitere Globalisierungskritiker in Schnellverfahren verurteilt. Sie erhielten Haftstrafen zwischen sechs Monaten mit Bewährung und zehn Monaten ohne Bewährung.

Programmtipp: Über die Lage rund um Heiligendamm und die politische Entwicklung unmittelbar vor dem G8-Gipfel informieren die Nachrichten- und Informationssendungen im Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur. dradio.de hat eine Auswahl von Beiträgen zum G8-Gipfel zusammengestellt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:23 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 07:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 07:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Zum Tode von Shimon PeresDiener des Jüdischen Volkes

Ein alter Mann gestikuliert und spricht vor der Flagge Israels. (imago / Zuma Press)

Shimon Peres stand jahrzehntelang im Zentrum der Macht: Weggefährte von Israels Staatsgründer Ben-Gurion, Regierungschef, Verteidigungs- und Außenminister. Als Elfjähriger musste er sein Heimatdorf in Ostpolen verlassen. Die letzten Worte seines geliebten Großvaters zitierte der 87-Jährige im Deutschen Bundestag: "Mein Junge, bleib immer ein Jude".

Aktivismus im NetzVom Hashtag zur Bürgerbewegung

Demonstranten in Berlin halten am 10. Juli 2016 ein Transparent mit dem Twitter-Hashtag "#Black Lives Matter". (dpa / picture alliance / Wolfram Kastl)

Ist Hashtag-Aktivismus nur ein narzisstisches Unterfangen? Mainstream-Medien charakterisieren Social Media gern als wirren Bienenstock − ein ewiges Summen, sinnlos, ziellos, irgendwann nervig. Doch #BlackLivesMatter ist ein weltweit beachtetes Gegenbeispiel.

Deutsche Bank Vorstandschef Cryan: Staatshilfen sind kein Thema

John Cryan, ab dem 1. Juli Co-Vorsitzender der Deutschen Bank, auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2011. (AFP / Sebastian Derungs)

Die Deutsche Bank steht mächtig unter Druck. Nun gibt es erste Spekulationen über Staatshilfen. Vorstandschef John Cryan hat aber klargestellt, dass es keine Gespräche mit der Bundesregierung über einen Rettungsplan gebe.

Kriegsmüdes KolumbienFrieden nach fünf Jahrzehnten Bürgerkrieg

Drei Männer in weißen Händen schütteln sich die Hände, umgeben von vielen anderen Männern und Frauen, die Fahnen schwingen und auch in Weiß gekleidet sind.  (imago / Xinhua)

Es war weltweit der längste Bürgerkrieg mit mehr als 220.000 Todesopfern. Nach 50 Jahren Krieg scheint in Kolumbien eine Zeit des Friedens anzubrechen. Viele hoffen jetzt auf einen Prozess der Auseinandersetzung, Reflexion und Versöhnung.

VegetarierFleischersatz weniger gesund als gedacht

Ein Mann hält verschiedene vegetarische Fleischersatzprodukte nach oben. (picture alliance/ dpa/ Daniel Karmann)

Fleischersatzprodukte- mittlerweile gibt es sie in vielen Formen. Allerdings sind die Fleischalternativen weniger gesund als gedacht. Die Stiftung Warentest hat in ihrer jüngsten Untersuchung sogar festgestellt, dass sich gesundheitsschädliche Mineralöle in den Produkten befinden.

Pflegekräfte aus OsteuropaWa(h)re Engel

Viele mobile Pflegedienste sind am Markt tätig und bieten ihre Leistungen an. (dpa / picture alliance / Volkmar Heinz)

In Osteuropa gibt es nicht genügend Jobs, und in Deutschland fehlen Pflegekräfte. Deshalb kommen viele Frauen aus osteuropäischen Ländern nach Deutschland, um alte Leute zu versorgen. Entstanden ist dadurch ein System der Ausbeutung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Ärzte ohne Grenzen kritisieren Vereinte Nationen | mehr

Kulturnachrichten

Triennale der Moderne hinterfragt Weimar als Modellstadt | mehr

Wissensnachrichten

Blackberry  Schluss mit eigenen Smartphones | mehr