Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Gabriel stößt Diskussion um Eurorettung an

Geteiltes Echo auf Forderungen des SPD-Chefs nach gemeinschaftlicher Haftung

Sigmar Gabriel (dpa / picture alliance / Wolfgang Kumm)
Sigmar Gabriel (dpa / picture alliance / Wolfgang Kumm)

Europa soll gemeinschaftlich für die Schulden der Euro-Staaten in die Bresche springen - für diese Position findet SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel zwar Rückhalt in seiner Partei, doch Kritiker aus Union und Wirtschaft halten nichts davon.

Der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, betonte, die Alternative sei eine Abwicklung des Euro und eine Renationalisierung. Es sei deshalb sinnvoll, die nationale Souveränität über die Haushaltspolitik ein Stück weit an die Europäische Union zu übertragen, sagte Schneider im Deutschlandfunk.

Schneider forderte ein Mitentscheidungsrecht der Deutschen bei der Frage der Vergemeinschaftung von Schulden und warf der Bundesregierung vor, die Bevölkerung zu täuschen. "Es gibt schon längst eine Vergemeinschaftung der Schulden", sagte Schneider mit Blick auf die derzeitige Politik der Europäischen Zentralbank. Ähnlich hatte sich Gabriel geäußert. Auch ein Mitspracherecht in hoch verschuldeten und aus den Krisentöpfen geretteten Ländern wie Spanien sei faktisch nicht vorhanden.

Zustimmung zu Gabriels Vorstoß kam auch von Seiten der Grünen. Parteichefin Claudia Roth sagte der "Frankfurter Rundschau", zur Rettung des europäischen Projekts sei ein breiter Konsens für einen demokratischen und sozialen Staatenbund notwendig.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte gestern eine gemeinsame Finanz- und Steuerpolitik in Europa gefordert und eine entsprechende Änderung des Grundgesetzes angeregt.

CDU-Fraktionsvize würdigt Reform-Fortschritte in Griechenland

Andreas Schockenhoff (CDU) (schockenhoff.de)Andreas Schockenhoff, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag (schockenhoff.de)Kritik äußerte dagegen Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Er sagte der "Passauer Neuen Presse", eine Vergemeinschaftung der Schulden dürfe es nicht geben.

Auch Vertreter der Union, der FDP und der Linken wandten sich gegen den Vorschlag.
So sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Andreas Schockenhoff im Deutschlandradio Kultur, es könne nicht angehen, dass alle Euro-Länder für das undisziplinierte Haushaltsverhalten einzelner Mitglieder aufkommen müssten. Zugleich würdigte Schockenhoff aber die Reform-Fortschritte in Griechenland und wies Forderungen aus der CSU nach einem Ausscheiden des Landes aus der Euro-Zone zurück.

Sparkassenverbandschef kritisiert EZB-Politik

Kritik an der Politik der Euopäischen Zentralbank äußerte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon. Die EZB dürfe sich nicht in die Fiskalpolitik der Staaten einmischen. Vielmehr solle sie ihre Kernaufgabe erfüllen, nämlich für Geldwertstabilität zu sorgen, sagte Fahrenschon im ZDF. Dass die Notenbank Staatsanleihen kaufe und Geld in die Märkte pumpe, erfülle ihn mit Sorge. Er habe Zweifel, ob die EZB ihrer Aufgabe noch gerecht werden könne.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:10 Uhr Das war der Tag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:05 Uhr Fazit

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Green goes Black

Aus unseren drei Programmen

Italien vor dem VerfassungsreferendumRenzis Kampf um die Reformen

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi geht über eine Bühne, im Hintergrund stehen die Wand projeziert die Wörter "Si". (imago/Pacific Press Agency)

Über 50 Millionen Italiener werden am 4. Dezember über die größte Reform ihrer Verfassung entscheiden. Sie soll den Gesetzgebungsprozess vereinfachen und das Land reformierbarer machen. Doch das ist umstritten. Für Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, Befürworter der Reform, hängt viel von dem Ausgang des Referendums ab.

USA"Polizisten sind nicht immun gegen Angst"

Skid Row ist ein Viertel von L.A. - etwa 50 Häuserblöcke im Schatten der glitzernden Wolkenkratzer von Downtown. Hier leben rund 10.000 Obdachlose. Viele von ihnen sind drogenabhängig. Die meisten haben einen afro- oder lateinamerikanischen Hintergrund. Skid Row ist das Revier von Officer Deon Joseph. 

Anne Franks Schicksal als TanzstückHineinversetzen in den Schrecken

Ein Foto von Anne Frank, entstanden um das Jahr 1941. Anne Frank war damals ungefähr 11 Jahre alt. (picture-alliance / dpa / Anne Frank Fonds Basel)

Das Nordharzer Städtebundtheater hat die Schicksale der Mädchen Anne Frank und Lilly Cohn in dem Tanztheaterstück "Ich schweige nicht" szenisch umgesetzt - unter anderem in der Klaussynagoge Halberstadt. Die jungen Tänzer haben das Stück selbst entwickelt.

Nachruf auf Gisela MayVon Mutter Courage zu "Muddi"

Gisela May 1973 im Frankfurter Schauspielhaus (dpa / picture alliance / Manfred Rehm)

Sie spielte Brecht am Berliner Ensemble und sang Brecht in aller Welt: Gisela May war eine der renommiertesten Bühnenkünstlerinnen der DDR. Nach der Wiedervereinigung trat sie in der erfolgreichen Fernsehserie "Adelheid und ihre Mörder" auf. Heute ist Gisela May im Alter von 92 Jahren gestorben.

Neues Nachrichten-Angebot "Niemanden von Informationen ausschließen"

Die Nachrichten-Redaktion des DLF erhält die Auszeichnung "Land der Ideen" für "nachrichtenleicht" (Land der Ideen)

Von heute an sendet der Deutschlandfunk freitags nach den regulären Nachrichten um 20 Uhr in einem Wochenrückblick die wichtigsten Nachrichten in "Einfacher Sprache". Das Angebot richtet sich an Menschen, die den üblichen Sendungen nicht ohne Weiteres folgen können - aus den verschiedensten Gründen.

US-WahlBitte nachzählen

In drei Bundesstaaten der USA muss nach der Präsidentschaftswahl noch einmal ausgezählt werden. Doch das ist gar nicht so einfach, wie es klingt. Weil sich die Wahlverfahren unterscheiden und vom Retro-Wahlcomputer aus den Achtzigern bis zum Feld, das ausgemalt und nicht angekreuzt werden darf, alles dabei ist.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Rebellen räumen weiteren Vorort von Damaskus | mehr

Kulturnachrichten

Schauspielerin und Sängerin Gisela May gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Genetik  Nach der Befruchtung regiert die Eizelle | mehr