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Gaddafi bleibt verschwunden

Familie des Diktators in Algerien eingetroffen

Der untergetauchte Muammar al-Gaddafi bei einem seiner letzten TV-Auftritte. (picture alliance / dpa)
Der untergetauchte Muammar al-Gaddafi bei einem seiner letzten TV-Auftritte. (picture alliance / dpa)

Die NATO und die Rebellen erhöhen den militärischen Druck auf Sirte. Sie vermuten, dass der untergetauchte Muammar al-Gaddafi sich in seiner Heimatstadt versteckt hält. Seine Familie ist nach Angaben des algerischen Außenministeriums nach Algerien geflüchtet.

Die NATO hat ihre Luftangriffe in der Region Sirte fortgesetzt. Auch wenn der Verdacht am stärksten sei, dass der verschwundene Diktator sich in seiner Heimatstadt versteckt halte, gebe es keine gesicherten Informationen über den tatsächlichen Aufenthaltsort Gaddafis, berichtete ARD-Korrespondentin Cornelia Wegerhoff im Deutschlandradio Kultur. Für Sirte spräche aber auch, dass es dort so starken Widerstand gegen eine Übernahme durch die Rebellenarmee gebe. Diese habe zwar einen Ring um die Stadt ziehen können, komme insgesamt nur langsam voran.

Safaja Gaddafi, die Frau von Muammar el-Gaddafi (picture alliance / dpa /epa Nelson)Gaddafis Frau Safaja ist nach Algerien geflohen. (picture alliance / dpa /epa Nelson)

Gaddafis Familie nach Algerien geflüchtet

Nach Angaben des algerischen Außenministeriums ist die Familie Gaddafis nach Algerien geflüchtet. Seine Frau Safaja, die Tochter Aischa und die Söhne Hannibal und Mohammed seien am Montag in Algerien eingetroffen. Außerdem seien UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die libysche Übergangsregierung von der Flucht unterrichtet worden.



Zehntausende inhaftierte Zivilisten verschollen

Seit ihrem Einmarsch in Tripolis haben die libyschen Rebellen mehr als 10.000 Gefangene freigelassen, die nach Angaben eines Sprechers in den Gefängnissen des Gaddafi-Regimes inhaftiert waren. Rund 50.000 inhaftierte Zivilisten seien allerdings spurlos verschwunden, berichtete ARD-Korrespondentin Cornelia Wegerhoff im Deutschlandradio Kultur. Diese seien möglicherweise in unterirdischen Bunkeranlagen festgehalten worden. Es habe bereits Funde von Hunderten von verkohlten Leichen gegeben, bei denen es sich auch um Zivilisten handeln soll. Mit Masseninhaftierungen hatte der Diktator versucht, den Volksaufstand in Libyen einzudämmen.

Probleme bei Verteilung von Hilfsgütern

In Tripolis ist die Situation der Bevölkerung immer noch angespannt, berichtete Michael Ehl im Deutschlandfunk. Es könnten noch nicht alle Bewohner der Millionenstadt versorgt werden, Trinkwasser sei weiter sehr knapp. An den Tankstellen der Hauptstadt gebe es wieder lange Warteschlangen. Die lang ersehnte Erste Hilfe sei in der Zwischenzeit angelaufen. Ein Schiff des Internationalen Roten Kreuzes mit Tonnen Medikamenten und Desinfektionsmitteln habe im Hafen angelegt. Die Verteilung von Hilfsgütern in Libyen gestalte sich aber schwierig, hat die Hilfsorganisation UNICEF mitgeteilt.

Frankreich eröffnet Botschaft wieder

Frankreich hat seine Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis wiedereröffnet. Das Außenministerium in Paris hat mitgeteilt, dass Frankreich seine Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis wiedereröffnet hat. Die Vertretung war Ende Februar nach den ersten schweren Unruhen in Libyen geschlossen worden. Die Bundesregierung teilte mit, dass Bundeskanzlerin Merkel am Donnerstag nach Paris zu einer internationalen Konferenz zur Unterstützung Libyens nach dem Ende der Gaddafi-Ära reisen wird.

Über die aktuellen Entwicklungen in Libyen informieren Sie unsere Nachrichten.

Mehr zum Thema bei dradio.de:
"Freiheit ist unser Lebensthema als Partei" - Ehrenvorsitzende der FDP in Hessen über Werte und Westerwelle (Interview, DLF, vom 29.8.2011)
Schwierige Abkehr vom Gaddafi-Regime - China sucht neue Wege im Umgang mit Libyen (Eine Welt, DLF, vom 27.8.2011)
Nationaler Übergangsrat nimmt Arbeit in Tripolis auf - Rebellen in Libyen suchen weiter nach Gaddafi (Aktuell vom 26.8.2011)
Italien gibt Teil der eingefrorenen Gelder frei - Suche nach Gaddafi in Libyen geht weiter (Aktuell vom 25.8.2011)
Rebellen stürmen Gaddafis Residenz - Aufenthaltsort des libyschen Machthabers weiter unklar (Aktuell vom 23.8.2011)
Gaddafi ist angeblich auf der Flucht - <br> Libyens Machthaber soll Tripolis verlassen haben (Aktuell vom 21.8.2011)

Linktipp:
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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr

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