Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Gaddafi ist angeblich auf der Flucht

Libyens Machthaber soll Tripolis verlassen haben

Libysche Rebellen bejubeln in Bengasi die jüngsten Nachrichten aus Tripolis. (AP - Alexandre Meneghini)
Libysche Rebellen bejubeln in Bengasi die jüngsten Nachrichten aus Tripolis. (AP - Alexandre Meneghini)

Der Druck auf Gaddafi ist offenbar zu groß geworden. In der Nacht zu Sonntag hatten libysche Rebellen nach eigenen Angaben auch Teile der Hauptstadt Tripolis unter ihre Kontrolle gebracht. Bereits am Samstag hatten sie den Ölhafen Brega erobert.

Wie Hans-Michael Ehl im Deutschlandfunk berichtet, gibt es unbestätigte Berichte, wonach Libyens Machthaber Gaddafi die libysche Hauptstadt Tripolis verlassen haben soll. Er solle sich im Grenzgebiet zu Algerien befinden und wolle das Land möglicherweise in diese Richtung verlassen. Weder die Rebellen noch die libysche Regierung haben diese Meldungen bisher allerdings bestätigt.

In der Nacht zum Sonntag hatten lybische Rebellen in teilweise blutigen Gefechten Teile von Tripolis erobert und dabei auch Dutzende von Gaddafi-treuen Soldaten festgenommen. Nach Darstellung des libyschen Regierungssprechers Ibrahim dagegen befindet sich die Hauptstadt weiter unter Kontrolle von Regierungstruppen. Anderen Meldungen zufolge scheinen die regierungstreuen Truppen auf dem Rückzug zu sein.

Wie die Aufständischen mitteilten, hätten sie unter anderem den Internationalen Flughafen von Tripolis besetzt. Außerdem sollen sie den Gebäudekomplex belagern, in dem sich Libyens Machthaber Gaddafi bisher aufgehalten hat. Für ihr Vorrücken bezahlen die Aufständischen offenbar einen hohen Preis. Medienberichten zufolge sollen bei den Kämpfen in Tripolis am Wochenende über 160 Aufständische getötet worden sein.

Bereits am Samstag war der wichtige Ölhafen Brega von den Rebellen eingenommen worden. Wie ein Sprechere der Rebellen sagte, hätten die Kämpfer auch das Industriegebiet von Brega erobert, nachdem sie in der vergangenen Woche bereits die Wohngebiete eingenommen hätten.

Der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi mit Anhängern in Tripolis, aufgenommen im April 2011. (AP/ Pier Paoo Cito)Der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi mit Anhängern in Tripolis im April 2011. (AP/ Pier Paoo Cito)

Enger Vertrauter Gaddafis läuft zu Rebellen über

Unterdessen ist mit dem früheren Regierungschef Abdulsalam Dschallud offenbar ein weiterer ehemaliger Vertrauter Gaddafis zu den Aufständischen übergelaufen.

Ungewiss ist, ob Gaddafis Geheimdienstchef Abdullah Senussi wirklich getötet worden ist. Ein NATO-Sprecher habe eine Bestätigung vom Freitagabend wieder zurückgezogen, berichtete Hans Michael Ehl im Deutschlandfunk. Aus Tripolis gab es hierzu keine Stellungnahme. Zu den Gerüchten, dass Machthaber Gaddafi seine Flucht in das Nachbarland Tunesien vorbereite, gebe es ebenfalls keine unabhängige Bestätigung, sagte Jürgen Stryjak.

Haftbefehl gegen Gaddafi erlassen

Bereits Ende Juni hatte der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafiund weitere Mitglieder der libyschen Führung erlassen. Er soll wegen Mordes an Zivilisten, Folter, Organisation von Massenvergewaltigungen sowie wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Verantwortung gezogen werden.


Mehr zum Thema bei dradio.de:

Den Haag erlässt Haftbefehl gegen Gaddafi
Feindbild Gaddafi: Die neue NATO-Strategie gegenüber Libyen
Keiner kann sich sicher sein: Internationaler Strafrichter zu Ermittlungen gegen Gaddafi

Der arabische Aufstand - Sammelportal



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 03:05 Uhr Weltzeit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Neuer Büchner-Preisträger "Ich bedaure Autoren, die nur Romane schreiben"

Der Schriftsteller Marcel Beyer (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Gerne nimmt sich der neue Georg-Büchner-Preisträger Marcel Beyer der Nachkriegszeit in Bundesrepublik und DDR an - stets mit Rückbezügen auf die NS-Zeit. Auslöser, sich mit Geschichte zu befassen, war Beyer zufolge die Fernsehberichterstattung über den Fall der Mauer. "Geschichte ist etwas, was sich ganz akut in dieser Sekunde vollziehen kann", sagte der Schriftsteller im Deutschlandfunk.

Nobelpreisträgertagung in LindauKluge Köpfe am Bodensee

Das Handout vom 26.06.2016 zeigt das Publikum bei der Eröffnung der Nobelpreisträgertagung im Lindauer Stadttheater. (Christian Flemming  /Lindau Nobel Laureate Meetings / dpa)

Noch bis Ende der Woche läuft in Lindau das 66. Treffen der Nobelpreisträger, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Physik. Dass die Teilnehmer neben ihrem wissenschaftlichen "Know How" einen Sinn für Humor haben, das erfuhr Thomas Wagner bei seinem Besuch.

Arabische Clans in Berlin-NeuköllnVon falschen und enttäuschten Hoffnungen

Polizisten führen bei einem Einsatz eine Person in Handschellen aus einem Haus in Berlin im Bezirk Neukölln. (dpa/ picture-alliance/ Gregor Fischer)

Im April haben Sondereinsatzkommandos der Polizei bei Razzien in Berliner Wohnungen acht Männer festgenommen. Sie gehörten zu kurdisch-arabischen Clans, die speziell im Berliner Stadtteil Neukölln für schwere und organisierte Kriminalität bekannt sind. Wer sich auf die Suche nach Gründen dafür macht, stößt auf Geschichten von Entwurzelung und enttäuschten Hoffnungen. Für den deutschen Staat wird es Zeit, aus Fehlern zu lernen.

Malawi zwischen Dürre und FlutHunger im Land der Wetterextreme

Menschen erhalten am 15.3.2016 an einem Verteilungspunkt des UN World Food Programme nordwestlich von Lilongwe, Malawi, Lebensmittelhilfe. (picture alliance / dpa / Unicef / Chipiliro Khonje)

Im April hat die Regierung in Malawi wegen der Hungerkrise den Notstand ausgerufen: Derzeit sind mehr als acht Millionen Menschen in dem afrikanischen Land von Lebensmittelhilfe abhängig. Diszipliniert stehen sie in der brennenden Sonne Schlange.

RaumfahrtWeltraumbahnhof, teilmöbliert, in ruhiger Lage zu vermieten

Spaceport America. Das klingt nach Raumfahrt, Rakten, Weltall. Die Raumfahrtsache im ganz großen Stil. Tatsächlicher aber warten und hoffen sie dort auf irgend wen, der den Spaceport nutzen will. Für den Flug ins All, als Partylocation oder auch als Filmkulisse. Hauptsache Geld kommt rein.

Kriminalität im PflegesystemGut gepflegt - oder gepflegt betrogen?

Krankenhaus (imago/Gerhard Leber)

Rund 14.000 ambulante Pflegedienste gibt es in Deutschland, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zu alten oder kranken Menschen ins Haus und pflegen sie dort. Doch nicht immer wird geleistet, was bezahlt wird. Der Abrechnungsbetrug ist so lukrativ, dass sich schon die organisierte Kriminalität dafür interessiert. Eine Gesetzesänderung soll Abhilfe schaffen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Tories  Britische Innenministerin May kandidiert für Cameron-Nachfolge | mehr

Kulturnachrichten

Neuer Förderfonds für zeitgenössische Musik  | mehr

Wissensnachrichten

Computer  10.000 Dollar, weil Windows 10 den Rechner lahmlegt | mehr