Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Gaddafi-Sohn Saif al-Islam festgenommen

39-Jährigem droht womöglich die Todesstrafe

Der Gaddafi-Sohn Saif al-Islam (AP)
Der Gaddafi-Sohn Saif al-Islam (AP)

Die Flucht des Lieblingssohnes von Muammar al-Gaddafi ist vorbei: Nach Angaben der libyschen Übergangsregierung wurde Saif al-Islam im Süden des Landes festgenommen. Unklar ist bislang, ob ihm in Den Haag oder in Libyen der Prozess gemacht wird.

Die libysche Übergangsregierung in Tripolis hat mitgeteilt, dass Saif al-Islam in dem Ort Obari im Süden Libyens festgenommen wurde. Zuletzt war der Sohn des inzwischen getöteten Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi in der Grenzregion zu Algerien und Niger vermutet worden. Möglicherweise wollte sich der 39-Jährige in den Niger absetzen.

Die Nachricht von der Festnahme wurde in ganz Libyen gefeiert. "Das sind fantastische Neuigkeiten", sagte ein Mitglied des Nationalen Übergangsrates in Tripolis, wie Björn Blaschke im Deutschlandradio Kultur berichtete.

Saif al-Islam galt lange als reformorientiert. Zuletzt unterstützte er jedoch das gewaltsame Vorgehen gegen die Protestbewegung. Unter Experten wurde er als potenzieller Nachfolger seines Vaters gehandelt. Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit fahndet der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag nach Saif per Haftbefehl. Saif al-Islam - "Das Schwert des Islam" - soll mitverantwortlich sein für Morde an Zivilisten, Folter und Massenvergewaltigungen. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, der Gaddafi-Sohn wolle sich dem Strafgerichtshof freiwillig stellen.

Von der Übergangsregierung heißt es, Saif solle in Libyen der Prozess gemacht werden. In diesem Fall droht ihm möglicherweise die Todesstrafe. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Führung in Tripolis aufgefordert, Saif nach Den Haag auszuliefern und für die Sicherheit des Gefangenen zu garantieren.

Saifs Vater, der langjährige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi, wurde am 20. Oktober von Rebellen erschossen.


Mehr zum Thema:

Der arabische Aufstand - Sammelportal



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Lebenszeit

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Lesart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Exklusiv-Interview mit Bill Gates"Deutschland ist ein sehr wichtiger Partner"

Bill Gates, Co-Vorsitzender der Bill & Melinda Gates Stiftung und Mitgründer der Firma Microsoft, nimmt am 25.01.2018 an der jährlichen Tagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos (Schweiz) teil. In dem Schweizer Alpenort diskutieren noch bis zu diesem Freitag mehr als 3000 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft unter dem Motto «Für eine gemeinsame Zukunft in einer zerrütteten Welt». (dpa / picture alliance / Gian Ehrenzeller)

Auch wenn er in diesem Jahr 63 Jahre alt wird: An Ruhestand denkt Microsoft-Gründer Bill Gates nicht. "Ich habe noch viele Ziele vor mir, etwa die Beseitigung von Malaria – das wird noch etwa 20 Jahre dauern", sagte er im Dlf. Außerdem lobte er das deutsche Engagement als Geberland.

Marina Abramović in BonnDie Performance-Großmeisterin

Eine Besucherin geht zwischen einem nackten Mann und einer nackten Frau durch in der Performance "Imponderabilia" aus dem Jahr 1977 in der  Retrospektive "Marina Abramovic. The Cleaner" in der Bundesk (imago stock&people / Meike Boeschemeyer)

Das Ausloten von körperlichen und psychischen Grenzen bestimmt das Werk von Marina Abramović. Radikale Selbstentblößung, gar Selbstverletzung wurden ihr Markenzeichen. Dass die 71-Jährige zum Superstar wurde, ist kein Zufall, wie die umfassende Bonner Ausstellung zeigt.

Marx und die "Akkumulation"Die große Verwertung geht immer weiter

Unglückliche Arbeiter stützen einen fetten Geschäftsmann (imago  / Eva Bee)

Wo die Bourgeoisie regiert, gebe es kein Band mehr zwischen Mensch und Mensch und es herrsche das nackte Interesse an gefühlloser, barer Zahlung, heißt es in Marx' Kommunistischem Manifest. Der Publizist Matthias Greffrath blickt auf diese "ursprüngliche Akkumulation".

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Korea  Erstmals Hotline zwischen Seoul und Pjöngjang eingerichtet | mehr

Kulturnachrichten

Österreichs Ex-Bundespräsident Fischer  mit "Gothaer Friedenstein" geehrt | mehr

 

| mehr