Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Gauck ernennt Johanna Wanka zur Bundesbildungsministerin

Annette Schavan erhält Entlassungsurkunde

Bundespräsident Joachim Gauck überreicht die Ernennungsurkunde an die neue Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. (picture alliance / dpa Foto: Wolfgang Kumm)
Bundespräsident Joachim Gauck überreicht die Ernennungsurkunde an die neue Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. (picture alliance / dpa Foto: Wolfgang Kumm)

Bundespräsident Joachim Gauck hat Johanna Wanka zur Nachfolgerin von Annette Schavan als Bundesministerin für Bildung und Forschung ernannt. Schavan erhielt die Entlassungsurkunde. Sie war am Samstag nach dem Entzug ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf zurückgetreten.

"Sie übernehmen ein Amt, das gemeinsam mit den Ländern große Gestaltungsspielräume bietet", sagte Joachim Gauck, als er Johanna Wanka (CDU) im Schloss Bellevue in Berlin die Ernennungsurkunde überreichte. "Ich wünsche Ihnen eine glückliche Hand." Zuvor hatte Annette Schavan (CDU) ihre Entlassungsurkunde erhalten. Gauck würdigte Schavans Engagement in den vergangenen Jahren.

"Heute verabschiede ich sie als eine Ministerin, die weit über die eigene Koalition hinaus hohe Achtung genießt." In der Wissenschaft habe man sie als kenntnisreiche Partnerin geschätzt. "Sie haben auf Ihre bescheidene Art wichtige Weichen gestellt", sagte der Bundespräsident. In seinem Bericht im Deutschlandfunk bezeichnete unser Korrespondent Jürgen König die Zeremonie als "kurz, aber feierlich".

Johanna Wanka war bislang Wissenschaftsministerin in Niedersachsen. Nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll die 61-Jährige das Bundesministerium für Bildung und Forschung in den nächsten sieben Monaten bis zur Bundestagswahl führen.

Die promovierte Mathematikerin gilt als versierte Bildungspolitikerin. Als Landesministerin erwarb sie sich den Ruf einer unermüdlichen Arbeiterin, die sich nicht zu schade ist, zu Ausstellungen und Veranstaltungen auch in die entlegensten Dörfer zu fahren.

Jahrelange Erfahrung auf Landesebene

2000 holte sie der damalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe in die große Koalition als Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Erst 2001 trat die vorher parteilose Wanka in die CDU ein. Sieben Jahre später wählte der Deutsche Hochschulverband - die Berufsorganisation der Uni-Professoren - Wanka zur "Ministerin des Jahres", 2009 wurde sie Landesvorsitzende der Partei. Es folgte der Wechsel nach Niedersachsen, wo sie zuletzt im Kabinett von David McAllister (CDU) für das Wissenschaftsressort zuständig war. Wanka wurde gestern in Hannover aus ihrer bisherigen Funktion entlassen. Sie habe viele positive Akzente für das Land Niedersachsen gesetzt, sagte McAllister bei der Verabschiedung.

Die offizielle Übergabe des Hauses mit seinen rund 900 Mitarbeitern ist an diesem Freitag in Bonn. Die Reden Schavans und Wankas werden im Berliner Dienstsitz des Ministeriums auf einer Videowand zu verfolgen sein – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Annette Schavan hatte am Samstag nach Entzug ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf ihren Rücktritt als Ministerin erklärt. Gegen die Entscheidung der Uni will Schavan klagen. Die enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel strebt nun erneut ein Bundestagsmandat an.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:30 Uhr Kulturfragen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Holocaust-GedenktagDas Ende des Schweigens

Lager Auschwitz-Birkenau im Nebel: Ehemaliges Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, Blick auf einen Wachturm (picture alliance / dpa / Fritz Schuhmann)

In Israel wird am heutigen Nationalfeiertag Yom Ha’Schoah der Opfer des Holocaust gedacht. Viele Überlebende schweigen bis heute über die traumatischen Erlebnisse. Karla Raveh, die in Lemgo geboren wurde und Auschwitz überlebte, hat ihr Schweigen gebrochen.

Digitalkonferenz feierte 10. GeburtstagWozu ist die Republica eigentlich gut?

Teilnehmer auf der Digital-Konferenz Republica (imago/Martin Müller)

Vor zehn Jahren kamen 700 Blogger, Internetaktivisten und Kreative zur ersten Republica in Berlin. Dieses Jahr waren es 8000. Es ist das größte Treffen dieser Art. Doch wozu braucht es eine Republica? Eine Spurensuche.

TTIP-Leaks"Interessen der Industrie nicht vor Lebensmittelsicherheit stellen"

Stop TTIP (dpa/picture-alliance/Stratenschulte)

Nach den TTIP-Leaks sei klar, dass die EU das Vorsorgeprinzip bei den TTIP-Verhandlungen bereits aus der Hand gegeben habe, kritisiert Lena Blanken von Foodwatch im DLF. Mit den Abkommen TTIP und CETA hätte die Lebensmittelindustrie zukünftig auch viel früher Einfluss auf die Gesetzgebung - und das müsse verhindert werden, so Blanken.

Neu im Kino: "A Bigger Splash"Eifersucht in der Sommerhitze

Penelope (Dakota Johnson) und Harry (Ralph Fiennes) in einer Filmszene von "A Bigger Splash" von Luca Guadagnino  (Studiocanal Filmverleih)

Eine Rocksängerin, ihr Freund, ihr Ex und dessen Tochter auf einer Insel südlich von Sizilien: Zu "A Bigger Splash" ließ sich Luca Guadagnino vom beliebten Swimmingpool-Stoff inspirieren. Dass die Eifersüchteleien tödlich ausgehen, ist in seiner Variante am Ende fast störend.

Profiler über den Fall Höxter"Folter gehört zum menschlichen Dasein"

Wie sind Menschen zu so etwas fähig? Das fragen sich viele, wenn sie Nachrichten wie die über Folter und Mord in Höxter hören. Axel Petermann ist Profiler und versucht Antworten zu finden. In Höxter soll ein Paar jahrelang Frauen per Kontaktanzeigen in sein Haus gelockt und sie dann gefoltert haben, wobei mindestens zwei davon gestorben sind.

Akustische Reise zum "Mönch am Meer"Caspar David Friedrichs Mensch in einsamer Seelandschaft

Chef-Restauratorin Kristina Mösl präsentiert das restaurierte Gemälde "Mönch am Meer" am 3. Februar 2016 in der Alten Nationalgalerie Berlin. (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Drei Jahre lang dauerte die Restaurierung des Gemäldes "Mönch am Meer" von Caspar David Friedrich, das dem romantischen Maler damals zum Durchbruch verhalf. Nun ist es wieder in der Alten Nationalgalerie zu besichtigen. Ein Feature über ein Bild und seine Wirkung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  EU kommentiert Rückzug Davutoglus zurückhaltend | mehr

Kulturnachrichten

Gysi erster Gast bei Böhmermann nach Pause  | mehr

Wissensnachrichten

Namensstreit  Handtaschen dürfen iPhone heißen | mehr