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Geiselnahme in Algerien - 30 Arbeiter entkommen

Entführer fordern Ende des Militäreinsatzes in Mali

Die überfallene Anlage in Algerien.
Die überfallene Anlage in Algerien. (picture alliance / dpa)

Islamistische Terroristen wollen mit einer Geiselnahme von Ausländern in Algerien die französische Militärintervention in Mali stoppen. Sie haben ein Gasfeld unter ihre Kontrolle gebracht und halten dort offenbar 41 Menschen gefangen. Es soll sich um US-Amerikaner, Norweger, Briten, Iren und Japaner handeln. 30 algerische Geiseln konnten entkommen.

Die Entführer, Mitglieder einer islamistischen Gruppierung, sprechen von Vergeltung. Sie haben in Algerien zahlreiche Ausländer in ihre Gewalt gebracht. Wie eine mauretanische Nachrichtenagentur meldet, fordern die Geiselnehmer, den französischen Militäreinsatz in Mali zu beenden. Während eine regionale Al-Kaida-Gruppierung von 41 festgehaltenen Ausländern spricht, nannten algerische Quellen die Zahl von etwas mehr als 20 Geiseln. Behördenangaben zufolge konnten inzwischen 30 algerische Geiseln entkommen, berichtet die örtliche Nachrichtenagentur APS.

Nach Darstellung des algerischen Innenministeriums waren gestern rund 20 Männer in einen Industriekomplex eingedrungen. Inzwischen hätten Sicherheitskräfte das Gasfeld umstellt.

Rache für französischen Militäreinsatz

Die Anlage nahe der Stadt Amenas liegt im Südosten Algeriens nahe der Grenze zu Libyen. Das Gasfeld wird unter anderem von BP und Statoil betrieben. Bei den Geiseln soll es sich um US-Amerikaner, Norweger, Briten, Iren und Japaner handeln, das haben ihre Regierungen inzwischen bestätigt.

Für den Angriff erklärte sich eine Einheit der Al-Kaida im islamischen Maghreb verantwortlich, berichtet Westafrika-Korrespondent Alexander Göbel im Deutschlandfunk. Es handele sich um eine von drei Gruppen, gegen die Frankreich im benachbarten Mali kämpft. Sie hatte Vergeltung für die französische Offensive angedroht. Vor allem sei der Angriff die Rache dafür, dass Algerien Frankreich für den Militäreinsatz im benachbarten Mali Überflugrechte gewährte.

Schwer bewaffnete Terroristen

Angegriffene Gasförderanlage in AlgerienDie Gasförderanlage in Algerien wird unter anderem von BP betrieben. (picture alliance / dpa)Das algerische Innenministerium bestätigte, dass eine Gruppe schwer bewaffneter Terroristen in drei Fahrzeugen am Mittwoch das Lager der Ölarbeiter überfallen habe. Die Bewaffneten hätten zunächst einen Bus ins Visier genommen, der gerade zum Flughafen von Amenas aufbrechen wollte. Dabei soll es Tote und Verletzte gegeben haben. Danach seien die Angreifer in das Lager eingedrungen und hätten eine "unbestimmte" Zahl Geiseln genommen. Algerische Truppen seien zum Schauplatz geschickt worden.

Der algerische Innenminister Dahou Ould Kablia gibt sich kompromisslos. Im Fernsehsender France 24 sagte er: "Es gibt für die Geiselnehmer keine andere Möglichkeit, als ihren Rückzug zu verhandeln. Wenn sie ihre Meinung nicht ändern, könnte das Geschehen eine andere Wendung nehmen."

Der Ölkonzern BP erklärte, der Kontakt zur betroffenen Anlage sei extrem schwierig. In Amenas befinde sich ein Flüssiggasfeld, das von der staatlichen algerischen Gesellschaft Sonatrach, von BP und der norwegischen Statoil gemeinsam betrieben werde. Es liege 60 Kilometer westlich der libyschen Grenze.

Französische Truppen im Einsatz

In der Stadt Diabali sei es gestern zu schweren Kämpfen französischer und malischer Einheiten mit islamistischen Rebellen gekommen, meldete der französische Sender BFM TV unter Berufung auf Augenzeugen. Dabei lieferten sie sich nach malischen Armeeangaben heftige Gefechte mit etwa 1000 Islamisten. Die Rebellen hatten die Stadt am Montag eingenommen. Wie die Lage in Diabali derzeit aussieht, sei unklar, berichtet Marc Dugge im Deutschlandfunk. Die Informationen ließen sich nur schwer verifizieren. Augenzeugenberichte seien momentan eine wichtige Quelle.

Deutschland wird sich in Kürze an dem internationalen Militäreinsatz beteiligen - zunächst allerdings nur mit zwei Transportflugzeugen. Die beiden Maschinen des Typs "Transall" sollen Soldaten aus anderen afrikanischen Ländern in Malis Hauptstadt Bamako bringen.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

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