Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Geldinstitute wehren sich gegen Vorwurf der "Zockerei"

Reaktionen auf Steinbrücks Bankenkonzept

Peer Steinbrück (SPD) (picture alliance / dpa / Boris Roessler)
Peer Steinbrück (SPD) (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

Banken müssten Dienstleister und keine "Zockerbuden" sein, meint der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD). Er fordert eine stärkere Trennung des Investmentbankings von Kredit- und Einlagegeschäft. Die Geldinstitute wehren sich lautstark gegen die Pläne.

<p>"Die Finanzmärkte haben Maß und Mitte verloren" – wenn es um seine Kritik am Verhalten der Banken geht, nimmt der Sozialdemokrat kein Blatt vor den Mund. In seinem Arbeitspapier zur Bankenregulierung holt Steinbrück zum Rundumschlag aus. 30 Seiten umfasst die Abhandlung, <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/09/26/dlf_20120926_1817_22075094.mp3" title="Beitrag von Frank Capellan in den Informationen am Abend, Deutschlandfunk (MP3-Audio)">die er heute offiziell in Berlin vorgestellt hat.</a><br /><br />"Wenn eine Bank vor der Pleite steht, sollte nicht gleich mit Staatsknete geholfen werden", sagte Steinbrück vorab im Interview mit dem "Der Spiegel". Auch vier Jahre nach Beginn der Finanzkrise würden die Banken heute noch die Gewinne einfahren, die Risiken trüge jedoch der Steuerzahler. Daher fordert Steinbrück einen Rettungsschirm für Europas Banken, den diese selbst bezahlen sollen. Die erforderliche Summe für einen solchen Banken-ESM schätzt der Finanzexperte auf 150 bis 200 Milliarden Euro. <br /><br /></p><p><strong>Steinbrück fordert Abspaltung des Investmentgeschäfts</strong></p><p>Als weitere Lehre aus der Finanzkrise schlägt Steinbrück eine stärkere Abtrennung des Investmentbankings von den übrigen Geschäftsbereichen vor. "Das würde die Infektionskanäle beseitigen, wenn plötzlich im Investmentgeschäft Risiken aufgehäuft werden." Dies beträfe vor allem die Deutsche Bank. <br /><br />Deren Replik ließ nicht auf sich warten. "Man würde mit der Zerschlagung der heutigen Universalbank ohne Zweifel etwas zerstören, was auch für die deutsche Industrie wichtig ist", sagte Aufsichtsratschef Paul Achleitner dem "Handelsblatt". "Alle Experten wissen, dass ein breiter diversifiziertes Unternehmen wie eine Universalbank weniger Risiken mit sich bringt", sagte Achleitner. <br /><br /></p><p><strong> Kritiker verweisen auf Vorteile von Universalbanken </strong></p><p> <papaya:media src="0f811134eeed5d9d2f1f20019f9515dc" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Blick über die Frankfurter Bankentürme" popup="yes" />Kritik kam auch vom Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Banken, Michael Kemmer. "Das klingt sehr griffig, aber es wird niemandem etwas helfen." <br /><br />Eine Einschätzung, die auch von Finanzwissenschaftlern geteilt wird. "Solange es eine Unternehmensleitung gibt</LI_1876621>, die für alles beides verantwortlich ist, dann wird die immer Wege finden, um zum Beispiel Gewinne von der einen zu der anderen Seite hin- und herzuschieben und auch Risiken hin- und herzuschieben", <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="222273" text="prognostizierte Hans-Peter Burghof," alternative_text="prognostizierte Hans-Peter Burghof," /> Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim, im Deutschlandfunk. Burghof plädiert stattdessen dafür, die Eigenkapitalquote der Banken massiv zu erhöhen. "Dann wird das Zocken für die Banken einfach unattraktiv."<br /><br />Wenn man eine höhere Eigenkapitalausstattung bei Banken durchsetzen könne, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="222272" text="so der Ökonom Markus Rudolf" alternative_text="so der Ökonom Markus Rudolf" />, dann brauche man nicht unbedingt ein Trennbankensystem, wie es Steinbrück vorschlage. Universalbanken hätten in Krisen den Vorteil, dass sie Verluste besser aufrechnen können.</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 07:15 Uhr Interview

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 06:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Russlands Intellektuelle"Die Gesellschaft hat versteckte Formen der Revolution"

Irina Dmitrjewna Prochorowa (Imago / Russian Look)

Russland steuere wieder auf einen autoritären Staat zu, sagte die Philosophin und Publizistin Irina Prochorowa im DLF. "Alle Organe der Justiz werden in Strafinstitutionen umfunktioniert." Aber die Gesellschaft mobilisiere sich wieder. Es vollziehe sich eine tiefgreifende Veränderung, sagte Prochorowa. Es gebe eine versteckte Formen der Revolution.

AfD vor Programmparteitag "Minarette sind Herrschaftssymbole des Islam"

Die AfD-Vorstandssprecherin Frauke Petry. (dpa-Bildfunk / EPA / Urs Flueeler)

Vor dem Parteitag der AfD hat die Vorstandssprecherin Frauke Petry die kritische Haltung zum Islam betont. Der Islam stelle in seinen wesentlichen Strömungen einen Herrschaftsanspruch, sagte sie im Deutschlandfunk. Zudem sprach sie über die Vorstellung der AfD von Familienpolitik sowie Unstimmigkeiten in der Parteiführung.

Tiefsitzende ResignationHoffnung in Zeiten der Zukunftslosigkeit

Buchen   (picture-alliance / dpa / Foto: Julian Stratenschulte)

Eine eigenartige Zukunftslosigkeit liegt über dem Land, findet Martin Ahrends, und fürchtet, der Resignation zu verfallen. Hat die jüngere Generation Zugang zum Konzept Hoffnung?

Maut-Debatte "Dieses System ist europarechtskonform"

Ulrich Lange (CSU) spricht während einer Bundestagssitzung im Reichstag in Berlin. (picture alliance / dpa / Lukas Schulze)

Der CSU-Verkehrspolitiker Ulrich Lange erwartet im Streit mit der EU-Kommission über die Pkw-Maut einen Erfolg für Deutschland. Wenn es zu einem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof käme, würden die Richter die Maut billigen, sagte Lange im DLF. Die geplante Infrastrukturabgabe von Verkehrsminister Alexander Dobrindt sei europarechtskonform.

Vor 25 Jahren: Bangladesch-Zyklon138.000 Tote und 10 Millionen Obdachlose

Zerstörte Siedlungen in Bangladesch nach dem ein Zyklon über das Lang gefegt ist. (picture-alliance / epa/STR)

Bangladesch ist immer wieder von Überschwemmungen und Stürmen betroffen. Als vor 25 Jahren ein Zyklon mit einer Windgeschwindigkeit von 260 Kilometer pro Stunde über das Land fegte, verursachte er die bis dahin schlimmste Flutkatastrophe des asiatischen Lands.

Leicester City"Das ist ein kleines Fußballwunder"

Ein eher unbedeutender Fußballclub wird in dieser Saison den englischen Meistertitel holen. Das freut alle, die die Verkündung der immer gleichen Meister satt haben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Durchbruch im Öffentlichen Dienst  4,75 Prozent mehr Lohn für Beschäftigte | mehr

Kulturnachrichten

Oskar-Pastior-Preis für Anselm Glück  | mehr

Wissensnachrichten

Insekten  Sex wie in einem Splatterfilm | mehr