Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

GEMA setzt sich gegen YouTube durch

Gerichtsurteil: Videoportal muss mehrere Musiktitel sperren

YouTube muss Videos löschen (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
YouTube muss Videos löschen (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

YouTube darf mehrere urheberrechtlich geschützte Musikvideos nicht mehr online zeigen. Das entschied das Landgericht Hamburg in erster Instanz und gab damit der Verwertungsgesellschaft GEMA Recht.

Die Veröffentlichung von sieben Videos in Deutschland werde bei Androhung eines Ordnungsgeldes oder einer Ordnungshaft untersagt, sagte der Richter Heiner Steeneck. Unter den betroffenen Liedern sind "Rivers of Babylon" von Boney M. und "Lieder die wie Brücken sind" von Rolf Zuckowski. Ursprünglich hatte die GEMA die Sperrung von zwölf Videos gefordert, an denen sie die Urheberrechte hält. In fünf Fällen wurde der Antrag jedoch formal zurückgewiesen. Die entsprechenden Videos waren nicht mehr online abrufbar.

YouTube müsse künftig darauf achten, welche Videos eingestellt werden und sei im Fall von Beschwerden verantwortlich, befand das Landgericht. Die Google-Tochterfirma habe eine so genannte Störerhaftung. Sie könne also für das Verhalten seiner Nutzer mitverantwortlich gemacht werden. Daher müsse das Videoportal mit geeigneter Software dafür sorgen, dass die betroffenen Lieder nicht erneut hochgeladen würden.

Eine schwerer wiegende Haftung als Täter wurde aber nicht festgestellt - hier folgte das Gericht der Haltung von Google, das YouTube lediglich als neutrale technische Plattform betrachtet, für deren Inhalte die Nutzer verantwortlich sind. YouTube haftet nur dann, wenn sie gegen Prüfpflichten verstößt. Das heißt konkret: Wenn Urheberrechtsverletzungen von der GEMA festgestellt werden, muss YouTube die Videos unverzüglich sperren. Das hatte sie im Fall der sieben genannten Titel über Monate nicht getan.

Der YouTube-Mutterkonzern signalisierte nach dem Urteil Gesprächsbereitschaft. Nun sei "der Weg frei, dass Künstler auch von ihren Werken profitieren können", erklärte Google-Sprecher Kay Oberbeck. Er sprach sich für eine pauschale Mindestvergütung aus. Die GEMA hingegen fordert mindestens 0,6 Cent pro Klick. GEMA-Anwältin Kerstin Bäcker sieht das Urteil als "großartigen Erfolg", weil YouTube für die Inhalte nun verantwortlich gemacht werden könne.

Die Sperrung der Videos gilt nur für den Zugriff aus Deutschland. Aus dem Ausland seien die Videos weiterhin abrufbar, wenn sich YouTube und die dortige Verwertungsgesellschaft über eine Nutzung geeinigt hätten, erklärte GEMA-Sprecher Peter Hempel.

Mehr zum Thema:

Freie Bahn für Online-Musikdienste - GEMA und BITKOM einigen sich über Vergütungssystem (Umwelt und Verbraucher)

Musikveranstalter laufen Sturm - Die GEMA will ihre Gebühren für Veranstaltungen zum Teil kräftig anheben (Aktuell)

Sein Plattenladen heißt Herunterladen - Der Filmemacher Dietrich Brüggemann im Corso-Gespräch (Corso)

Jörg Augsburg von motor.de über YouTube und Gema

Piraten werten Datenschutz "ganz klar höher als kommerzielle Interessen" - Der Urheberrechtsexperte der Piratenpartei über den Streit um kostenlose Musik-Downloads (Thema)

"Der Status quo ist eben unzufriedenstellend" - Konstantin von Notz: Kulturflatrate sorgt für mehr Verteilungsgerechtigkeit

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 03:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Multimedia-ReportageGrimme Online Award für Deutschlandradio Kultur

Tausende Sizilianer zogen in den 1960er-Jahren nach Solingen, um dort zu arbeiten. Was wurde aus ihrem Heimatgefühl, was aus ihren Träumen? Darum geht es in der ausgezeichneten Multimedia-Reportage.

Der Grimme Online Award geht unter anderem an eine Multimedia-Reportage vom Deutschlandradio Kultur. "Trappeto-Solingen-Trappeto" erzählt von Zuwanderern aus Sizilien, die nach Solingen kamen.

EU-Austritt Großbritanniens"Schotten könnten Unabhängigkeit vom Königreich verlangen"

Graham Watson, Vorsitzender der Liberalen-Fraktion im Europäischen Parlament (ALDE) (imago stock & people)

In Schottland hat es beim Referendum eine große Mehrheit für den Verbleib in der EU gegeben. Wenn die Engländer nun auf den EU-Austritt bestünden, dann könnte es dazu kommen, dass es kein Vereinigtes Königreich mehr geben werde, sagte Graham Watson, britischer Abgeordneter der Liberaldemokraten im EU-Parlament, im DLF.

BayernVom Freistaat zum freien Staat?

Sogenannte "Schellenrührer" ziehen am beim Faschingstreiben in Mittenwald durch den Ort. Mit dem Lärm der großen Kuhglocken sollen nach altem Brauch die bösen Wintergeister ausgetrieben werden. (dpa / picture alliance /  Angelika Warmuth)

Bayern ist zwar nicht Großbritannien - doch für mehr Unabhängigkeit vom Bund sprechen sich rund 40 Prozent der Bayern aus. Folgt nach dem Brexit bald der bayerische Ausstieg?

Nach dem Brexit-Entscheid"Ein sehr bitteres English Breakfast"

Stadtbild von London (AFP / Rob Stothard)

"Ein schlechter Tag für Europa", "historisch", "ein politisches Erdbeben" - die Entscheidung der Briten, der EU den Rücken zuzukehren, bewegt die Menschen in Europa. Erste Reaktionen.

SelbststeuerungDie Auto-Autos kommen

Der Straßenverkehr steht vor einem Umbruch - mit Selbststeuerung.  (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Fahrzeuge handeln immer selbstständiger - mit Folgen für Fahrer, Umwelt und Gesellschaft. Der Straßenverkehr steht vor einem Umbruch. Nun wird versucht, die kleinen und großen Unwägbarkeiten dieses Wandels vorauszuahnen.

AlltagskunstSelfies ins Museum

Mädchen sitzt in ihrem Zimmer auf dem Boden und macht Selfies (imago / Felix Jason)

Selfies sind banal? Selfies sind Kunst! Ein renommiertes New Yorker Fotografiemuseum hat das endlich erkannt. Im International Center of Photography versöhnen sich die großen Fotografen mit den Social-Media-Fotos.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brexit  Juncker befürchtet weitere Anti-Europa-Referenden | mehr

Kulturnachrichten

Brexit bereitet Studio Babelsberg Sorge  | mehr

Wissensnachrichten

Forschung  Antikörper gegen Zika und Dengue gefunden | mehr