Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Gemeinsames Gedenken

Zentrale Trauerfeier in Duisburg am Samstag

Trauernde im Tunnel in Duisburg. (AP)
Trauernde im Tunnel in Duisburg. (AP)

In der Duisburger Salvatorkirche wird am Samstag ein Trauergottesdienst für die 20 Opfer der Loveparade-Katastrophe in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Christian Wulff stattfinden. Rücktrittsforderungen an die Verantwortlichen werden immer lauter.

Am Samstag um 11 Uhr wird der ökumenische Gottesdienst gehalten, der auch auf Großbildleinwände nach draußen übertragen wird. Die Todesopfer sollen von der Menge erdrückt worden und an Brustquetschungen gestorben sein, teilte die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit.

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (AP)Oberbürgermeister Adolf Sauerland (AP)Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland hat unterdessen Darstellungen zurückgewiesen, vor der Loveparade von Sicherheitsbedenken gewusst zu haben. Ihm seien keinerlei Warnungen bekannt gewesen, sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Damit wehrt er sich auch weiterhin gegen Kritik und Rücktrittsforderungen.

Man habe die Menschen wie in eine Mausefalle hineingeführt, lautet dagegen der Vorwurf des FDP-Politikers Horst Engel zu den tödlichen Ereignissen. Die Fehler seien offenkundig, die betreffenden Personen müssten dazu stehen. Deshalb müsse Oberbürgermeister Sauerland sofort zurücktreten.
Innenexperte der FDP im Düsseldorfer Landtag erhebt schwere Vorwürfe

Nach Informationen der "Kölnischen Rundschau" hat Sauerland die Großveranstaltung erst wenige Stunden vor ihrem Beginn genehmigt. Einen Tag zuvor sei noch über das Sicherheitskonzept debattiert worden. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, die Duisburger Polizei habe bei mehreren Besprechungen ihre Besorgnis geäußert.

Gegen Sauerland sowie leitende Beamte der Stadt und die Veranstalter erstattete der ehemalige Bochumer Polizeipräsident Thomas Wenner unterdessen persönlich Anzeige.

Die Zahl der Toten bei der Massenpanik stieg auf 20. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt.

Die Traumatherapeutin Sybille Jatzko hat im Zusammenhang mit der tödlichen Katastrophe bei der Duisburger Loveparade scharfe Kritik an Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und dem Sicherheitsdezernenten Wolfgang Rabe geübt. Dass sie jede Schuld von sich wiesen, provoziere Wut und Aggressionen.
"Es ist ein sehr ignorantes Verhalten"

Dieter Wiefelspütz, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, kritisiert, dass Städte wie Duisburg und Essen eine Großveranstaltung wie die Loveparade "mit ihren eigenen Bordmitteln" stemmen müssen oder wollen. Dies sei möglicherweise eine Überforderung. Die Tragödie habe Aufmerksamkeit erlangt in ganz Deutschland und werde auch entsprechend Konsequenzen haben müssen.
"Das ist eine Zäsur für unser ganzes Land"

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Nach der Massenpanik in Duisburg: Suche nach den Verantwortlichen (AP)Nach der Massenpanik in Duisburg: Suche nach den Verantwortlichen (AP)Gestern hatte das nordrhein-westfälische Innenministerium die Ermittlungen an die Kölner Polizei übertragen, um Befangenheit zu vermeiden. Die Staatsanwaltschaft Duisburg untersucht eventuelle Sicherheitslücken bei der Massenveranstaltung.

Außerdem beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft die Unterlagen der Loveparade-Veranstalter. Diese werden im Augenblick daraufhin gesichtet, ob sich der Tatverdacht der fahrlässigen Tötung erhärtet.

"SPIEGEL ONLINE" berichtet, dass die Loveparade-Veranstaltervon der Einhaltung der vorgeschriebenen Breite der Fluchtwege befreit worden sein sollen. Zudem sei das Gelände ausdrücklich nur für 250.000 Menschen zugelassen worden. Die Stadt und der Veranstalter hatten kurz vor dem Unglück am Samstagnachmittag die Zahl der Teilnehmer auf rund 1,4 Millionen geschätzt.


"Zum Loveparade-Unglück auf dradio.de: "

Eine Menschenansammlung wie auf der Loveparade in Duisburgoder beim alljährlichen Gläubigeransturm auf Mekka sei immer ein Risiko, sagt Evakuierungsfachmann Tim Meyer-König. Einziges Gegenmittel sei es, Stauungen der Massen zu vermeiden.

Eine Massenpanik müsse im Sicherheitskonzept einkalkuliert werden,forderte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Deutschlandradio Kultur.

Die Polizei hatte keine Hinweise auf Sicherheitsbedenken vor der Duisburger Loveparade,sagt NRW-Polizeigewerkschaftler Frank Richter.

Der frühere WDR-Chef und jetzige Geschäftsführer der Ruhr 2010 warnte davor, über die möglichen Verantwortlichen vorschnelle Urteile zu fällen. So ein Ereignis habe "viele Wahrheiten", sagte Pleitgen.

"Wir haben da keine belastenden Hinweise" <br> Vorsitzender der Polizeigewerkschaft NRW über Sicherheitswarnungen vor der Loveparade

"Das tut mir für Duisburg, für die Metropole Ruhr sehr, sehr leid" <br> Der Geschäftsführer der Kulturhauptstadt RUHR.2010 zur Loveparade-Tragödie

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

EU und der Westsahara-KonfliktHandel mit Afrikas letzter Kolonie Marokko

CVRIA der Europäische Gerichtshof (imago/Horst Galuschka)

Made in Marocco – mit diesem Label exportiert Marokko Produkte in die EU. In den 1970er-Jahren hat das Land die Westsahara annektiert. Ob die EU mit dem Handel eine widerrechtliche Annexion unterstützt, klärt nun der Europäische Gerichtshof.

Überwachung in DeutschlandHeiligt der Zweck die Mittel?

Polizisten von hinten. Sie tragen Helme. (Arno Burgi, dpa)

Im Februar 2011 demonstrieren rund 20.000 Menschen in Dresden gegen Neonazis. Die Polizei rechnet mit "schweren Straftaten" und besorgt sich die Mobilfunkverbindungen von Zehntausenden Bürgern per Funkzellenabfrage - eine juristisch fragwürdige Ermittlungsmethode.

Motivierend oder nervig?Die Fitness-Poser

Auf Instagram wird gestählt, gepumpt, geschwitzt. Spiegelselfies im Gym, Erfolgsmeldungen vom neuen Jogging-Rekord. Für die einen sind solche Postings Motivation pur. Für andere einfach nur nervig. Und authentisch? Schon gar nicht.

Debatte über Sexismus in der CDU"Das würde männlichen Kollegen schlichtweg nicht passieren"

Anne Wizorek spricht auf der Internetkonferenz republica am 7. Mai 2015 in Berlin (imago stock&people)

Die CDU-Politikerin Jenna Behrends ist nach eigenen Angaben vom Berliner Parteichef Frank Henkel als "große süße Maus" bezeichnet worden. Das sei kein Graubereich mehr, sondern Sexismus, sagte die Aktivistin Anne Wizorek im DLF. Sie nannte es erschreckend, dass sich die Frauen-Union nicht mit Behrends solidarisch zeige.

Erstes TV-Duell Clinton - TrumpPolitprofi trifft auf Seiteneinsteiger

Donald Trump und Hillary Clinton (AFP)

Mit rund 100 Millionen Zuschauern rechnen die Fernsehsender, wenn Hillary Clinton und Donald Trump in der Nacht zu Dienstag in ihrer ersten Fernsehdebatte gegeneinander antreten. Für die demokratische Kandidatin wie auch für ihren republikanischen Gegenspieler ist der Druck enorm.

ELEKTROAUTOSNoch liefern die Stinker die Waren

Laster und Transporter stinken unsere Städte und Autobahnen voll. Warum sind die ganzen Speditionen und Paketdienste eigentlich nicht mit Elektrofahrzeugen unterwegs?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Kolumbien  Regierung und Farc besiegeln Frieden | mehr

Kulturnachrichten

Kulturstaatsministerin will Literatur stärker fördern  | mehr

Wissensnachrichten

Tiere in der Stadt  Berlin ist eine Wildschwein-Insel | mehr