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Gentests an künstlich befruchteten Eizellen nicht strafbar

Bundesgerichtshof billigt Präimplantationsdiagnostik

Ein Biologe injiziert Spermien in eine Eizelle  (AP)
Ein Biologe injiziert Spermien in eine Eizelle (AP)

Der Bundesgerichtshof hat Untersuchungen an künstlich befruchteten Eizellen auf genetische Defekte außerhalb des Mutterleibs für nicht strafbar befunden. Damit stützten die Bundesrichter ein Urteil des Landgerichts Berlin, das einen Frauenarzt wegen der von ihm vorgenommenen Präimplantationsdiagnostik freigesprochen hatte.

Ausdrücklich verwiesen die Richter darauf, dass mit dem Urteil keine Billigung der Selektion von Embryonen ausgesprochen worden sei. Vielmehr sei der Gesetzgeber nun gefordert, Präimplantationsdiagnostik zuzulassen oder zu verbieten.

Im konkreten Fall hatte ein Berliner Arzt befruchtete Eizellen auf genetische Auffälligkeiten untersucht und nur die nicht mit Gendefekten behafteten Eizellen eingesetzt. Die restlichen Embryonen ließ er absterben. Um sein Vorgehen juristisch klären zu lassen, zeigte sich der Mediziner anschließend selbst an.

Medizin-Professor: Kommission müsste Untersuchungen begleiten

Der Humangenetiker Wolfram Henn fordert für Deutschland die Einführung von vorgeburtlichen Kontrollen auch für außerhalb des Mutterleibs befruchtete Eizellen unter strengen Kontrollen. Grundlage für Voruntersuchungen von Embryonen vor dem Einpflanzen seien Aufklärung, Beratung und eine Begrenzung der Untersuchungen auf schwerwiegende Erkrankungen. Eine Kommission solle darüber wachen, dass die Voruntersuchungen nicht für die Geschlechterwahl missbraucht würden, erklärte der Mediziner. Die sogenannte In-Vitro-Vertilisation sei ohnehin für die Frau körperlich sehr belastend und bedürfe einer genauen Abwägung, betonte der Humangenetiker im Deutschlandradio Kultur.
Im Vorfeld des Urteils warnte Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, vor einer möglichen Selektion zugunsten von Wunschkindern.
Streitgespräch zur Präimplantationsdiagnostik



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

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