Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Genügend Freunde für Finanztransaktionssteuer

Elf EU-Staaten beschließen verstärkte Zusammenarbeit

Orte des Hochfrequenzhandels: Europas Bankmetropolen wie hier Frankfurt am Main (AP)
Orte des Hochfrequenzhandels: Europas Bankmetropolen wie hier Frankfurt am Main (AP)

Die Finanztransaktionssteuer, das Prestigeprojekt Deutschlands und Frankreichs, kann nun kommen - jedenfalls im kleinen Kreis. Elf EU-Länder erklärten sich für die Einführung der umstrittenen Steuer bereit.

Nun haben sich doch noch elf Länder gefunden, die gemeinsam die Finanzstransaktionssteuer einführen. Sie wollen die Abgabe auf Bank- und Börsengeschäfte im Rahmen der sogenannten verstärkten Zusammenarbeit einführen, sagte EU-Steuerkommissar Algirdas Semata am Rande des Finanzministertreffens in Luxemburg.

Mindestens neun Länder müssen mitziehen

Dafür waren mindestens neun EU-Länder nötig - die übrigen EU-Mitgliedsstaaten müssen zwar nicht mitziehen, jedoch zustimmen. Für ein Vorgehen im kleinen Kreis hatten besonders Deutschland und Frankreich geworben; eine Einführung auf EU-Ebene war am Widerstand aus Großbritannien und Schweden gescheitert.

Die EU-Kommission hatte nach Angaben eines Sprechers bis Montagabend Zusagen von sieben Ländern erhalten: Dazu gehören neben Frankreich und Deutschland auch Belgien, Österreich, Portugal, Slowenien und Griechenland. Inzwischen haben auch Italien, Spanien, die Slowakei und Estland mündlich ihre Teilnahme zugesagt.

Ziel der Abgabe auf Finanzgeschäfte ist es, die Bankenbranche nicht nur an den Kosten des Kampfes gegen die Schuldenkrise zu beteiligen, sondern auch Methoden wie den Hochfrequenzhandel zu bremsen. In ihm sehen Kritiker einen Grund für die Börsenturbulenzen. Der Handel mit Wertpapieren soll mit einem Satz von 0,1 Prozent besteuert werden.

Allerdings werden bis zur tatsächlichen Einführung noch mindestens mehrere Monate vergehen. Unter anderem ist noch unklar, wofür die Einnahmen verwendet werden. Kritiker der Finanztransaktionssteuer warnen, dass die Steuer die Investoren dazu bringt, nach Großbritannien, in die USA oder nach Asien abzuwandern. Befürworter sind der Ansicht, dass sich mit ihr wichtige Schlupflöcher in den europäischen Steuersystemen schließen lassen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:16 Uhr Kulturfragen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Papst Franziskus Zu Südamerikas Stiefkindern

Papst Franziskus  (picture alliance/dpa/Fabio Frustaci/Eidon)

Ein Kontinent, drei Länder, acht Tage - Papst Franziskus hat sich für seine Lateinamerika-Reise viel vorgenommen. Ausgerechnet sein Heimatland Argentinien besucht er nicht. Doch damit bleibt das katholische Oberhaupt auch dieses Mal nur seinen Prinzipien treu.

Weltkulturerbe Speicherstadt UNESCO-Ehren für Hamburg

Hamburgs Speicherstadt bei Nacht. (dpa/picture-alliance/Axel Heimken)

Es ist das erste Weltkulturerbe für Hamburg und die 40. Stätte in Deutschland: Die Speicherstadt und das Kontorhausviertel werden in die Liste der UNESCO aufgenommen. Die Hamburger seien sich der der großen Ehre bewusst, so die Kultursenatorin Barbara Kisseler.

Gegen den inneren Schweinehund Der Motivator

Arsch hoch, das rät Gregor Iwanoff seinen Kunden. Er ist Personal Coach für Training und kennt sehr gut den inneren Schweinehund. Denn eigentlich ist Gregor selbst ein Sportmuffel. Vor etwa zehn Jahren hat er sein Leben umgekrempelt und jetzt ist er sogar Multisportathlet.

Der Reformator Jan Hus"Heftigen Einfluss auf Europas Geschichte"

Der tschechische Reformator Jan Hus vor dem Konstanzer Konzil (dpa / picture alliance)

Vor 600 Jahren starb Jan Hus in den Flammen eines Scheiterhaufens. Der Kirchenreformator habe nicht in die "innenpolitische Konstellation seiner Zeit" gepasst, sagte der Publizist Arnd Brummer im DLF. Und bis heute tue sich die katholische Kirche schwer mit ihm und seinem Erbe.

Von tiefen und hohen TönenHörbare Emotion

Aus diesem Studio kommen die Stimmen am und vom Sonntagmorgen. (Uwe Golz)

Unsere Stimme ist unsere Visitenkarte. Sie ist ein Spiegel unseres Gemütszustands. Selbst ohne Worte kommunizieren wir so mit ihr. Sie ist aber auch ein Musikinstrument, sie tiriliert, summt, brummt oder zwitschert – wandlungsfähiger ist kein anderes menschliches Organ.

Besondere Formen Welche Essays braucht das Land?

Die Verleger Tom Lamberty (Merve-Verlag, l) und Andreas Rötzer (Matthes & Seitz Berlin, r.) im Podiumsgespräch mit Barbara Schäfer (DLF) beim Forum Essay in Stuttgart. (SWR / Volker Brzezinski)

Der Essay ist ein hybrides Wesen, eine Mischform. Und der Wortherkunft nach: ein Versuch. Die Literatur beansprucht ihn für sich als Form, wie auch die Wissenschaft, die Politik, die Philosophie oder die Soziologie. Ganz zu schweigen vom Radioessay, der seine eigene Linie zwischen all diesem sucht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nach Referendum  Tsipras will Schuldenschnitt | mehr

Kulturnachrichten

90 000 Weltmusikfans in Rudolstadt | mehr

Wissensnachrichten

Produktüberarbeitung  Luftpolsterfolie, die sich nicht mehr knibbeln lässt | mehr