Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Gespanntes Warten auf das Freitagsgebet

CDU-Politiker Polenz fordert Umdenken in der EU

Demonstranten zwischen brennenden Autoreifen in Ägypten (picture alliance / dpa)
Demonstranten zwischen brennenden Autoreifen in Ägypten (picture alliance / dpa)

In Ägypten halten die Proteste an. In der Hauptstadt Kairo und in Suez versammelten sich Demonstranten und forderten erneut den Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak.

Augenzeugen zufolge sollen die Sicherheitskräfte mit Gummigeschossen in die Menge gefeuert haben, Demonstranten bewarfen die Polizei mit Steinen. In Suez setzten sie ein Regierungsgebäude in Brand. Weitere Kundgebungen wurde nach den Freitagsgebeten angekündigt.

Die ägyptische Regierung ist inzwischen dazu übergegangen, soziale Netzwerke im Internet zu schließen. Das soll es für die Demonstranten schwerer machen, sich auszutauschen und auch zu verabreden. Der ägyptische Journalist Samir Grees hat sich in den sozialen Netzwerken und auf Blogs umgeschaut und berichtet bei DRadio Wissen , wie die Ägypter auf die Unruhen reagieren.

Mubarak soll nach 30 Jahren abtreten

Die Menschen verlangen den Rücktritt von Mubarak, der seit 1981 regiert. Dadurch soll der Aufbau demokratischer Strukturen und die Bekämpfung von Korruption, Arbeitslosigkeit und Menschenrechtsverletzungen vorangebracht werden. Auch die USA haben die ägyptische Führung zu Reformen aufgefordert. Es sei Zeit, politische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen einzuleiten, betonte Außenministerin Hillary Clinton in Washington.

CDU-Politiker Polenz verlangt Umdenken in der EU

Demonstranten tragen die ägyptische und tunesische Flagge (AP)Demonstranten tragen die ägyptische und tunesische Flagge (AP) Die Bundesregierung sollte nach Ansicht des CDU-Politikers Ruprecht Polenz die Forderung der ägyptischen Demonstranten nach freien Wahlen unterstützen. Auch die Europäische Union müsse ein klares Signal an die Regierung in Kairo senden, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Deutschlandfunk. Polenz forderte zugleich ein Umdenken in der EU. Brüssel habe viel zu lange autoritäre Regierungen im Nahen Osten unterstützt. Es habe sich aber gezeigt, dass auch solche Staaten keinen Schutz vor islamistischen Strömungen böten, betonte der CDU-Politiker.
Außenpolitiker Polenz (CDU) mahnt Gewaltlosigkeit für Ägypten an

"Ich glaube, dass das Regime strategisch auch überrascht ist"

Der ägyptische Politikwissenschaftler Amr Hamzawy sieht in den Unruhen in Kairo, Alexandria und anderen Städten die Anfänge eines ernsthaften Aufstandes. Solche Proteste habe es seit den Brotunruhen 1977 nicht gegeben.
Ägyptischer Politologe über die Proteste in seinem Land

Cilja Harders von der Freien Universität Berlin spricht nach Gesprächen mit Freunden vor Ort vom "unheimlichen Mut" der Menschen - die sich auch durch Gewalt nicht werden einschüchtern lassen.
Politologin Cilja Harders zu den Motiven der ägyptischen Demonstranten

Das Auswärtige Amt empfiehlt Ägypten-Reisenden,Menschenansammlungen und Demonstrationen weiträumig zu meiden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:50 Uhr Sport aktuell

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:30 Uhr Studio 9 kompakt

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Aarhus-Projekt Dänemarks Umgang mit jungen Islamisten

Menschen erinnern am 14. Februar 2016 mit einer Lichterkette an die Anschläge vor einem Jahr in Kopenhagen. (dpa / picture alliance / Claus Bech)

Dialog und harte Hand - so beschreibt der Bürgermeister der dänischen Stadt Aarhus das erfolgreiche Projekt, Syrien-Rückkehrern die Chance zu geben, zurück in ein normales Leben zu finden. Gemeinsam mit muslimischen Mentoren geht die Polizei mit den islamistischen Extremisten in den Dialog.

Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat"Ein Comic-Manifest erklärt die Medienwelt

Ausschnitt aus der deutschen Übersetzung der Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat", geschrieben von Brooke Gladstone und gezeichnet von Josh Neufeld (Correctiv / David Schraven)

Der Journalismus hat zurzeit Probleme mit seiner Glaubwürdigkeit. Ob die Medien sogar fremdgesteuert sind, ist Thema von "Der Beeinflussungsapparat". Die Recherchegruppe Correctiv hat die Graphic Novel aus den USA nun auf Deutsch herausgegeben.

ChinaAKW Hualong 1 für den Sudan

China exportiert Reaktortechnik und baut im Sudan das erste Atomkraftwerk des Landes. Für China ist das der Auftakt. Geplant ist der Export von 30 Reaktoren bis 2030.

Kritik zum Katholikentag"Die christlichen Kirchen werden massiv privilegiert"

Teilnehmer der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) haben sich am 24.05.2016 in der Kongresshalle in Leipzig (Sachsen) versammelt. (picture alliance / dpa / Sebastian Willnow)

Staat und Kirche müssten konsequenter getrennt werden, fordert der konfessionslose Jurist Maximilian Steinhaus anlässlich des Katholikentages. Die Gesellschaft sei so vielfältig, dass der Staat die unterschiedlichen Weltanschauungen gar nicht gerecht fördern könne.

LandwirtschaftAntibiotika kurbeln Produktion von Treibhausgasen an

Rinder in einem Stall in Deutschland. (imago stock&people)

Antibiotika werden in der Landwirtschaft nicht nur bei Krankheiten von Nutztieren verabreicht, sondern auch als Wachstumsbeschleuniger eingesetzt. Forscher warnen immer wieder davor, dass so antibiotikaresistente Krankheitserreger entstehen. Aber es gibt wohl noch einen weiteren Nebeneffekt.

TV in Russland Sex, Klatsch und viel Propaganda

 Russlands prominente Sex-Beraterin im Fernsehen: Anfisa Chekhova. (imago)

Das russische Fernsehen ist weitgehend unter staatsnaher Kontrolle. Aber anders als zu Sowjetzeiten, als staatstragende Medien öde und langweilig waren, wird die Propaganda heute in beliebte Unterhaltung verpackt - die einen großen Teil der Bevölkerung erreicht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Japan  Abe will auf G7-Gipfel über Gefahren für Weltwirtschaft sprechen | mehr

Kulturnachrichten

US-Sammler zahlt über drei Millionen Euro für Shakespeare-Bände  | mehr

Wissensnachrichten

Wohnen  Hotel Mama liegt voll im Trend | mehr