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Geteiltes Echo auf die Wulff-Nominierung

Oppositionsvertreter kritisieren Vorschlag für Bundespräsidenten-Amt

Niedersachsens Ministerpräsident Wulff soll nach Vorstellungen der Koalition Bundespräsident werden (hier neben Kanzlerin Merkel). (AP)
Niedersachsens Ministerpräsident Wulff soll nach Vorstellungen der Koalition Bundespräsident werden (hier neben Kanzlerin Merkel). (AP)

Nach der Nominierung des niedersächsischen Regierungschefs Christian Wulff (CDU) für das Amt des Staatsoberhauptes gibt es unterschiedliche Reaktionen. Unionspolitiker wie Wolfgang Bosbach und Hans-Peter Friedrich begrüßen die Entscheidung – im Gegensatz zu Vertretern der Opposition.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach verteidigt die Nominierung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff als Staatsoberhaupt. Wulff habe eine langjährige politische Erfahrung und gehöre zu den populärsten Politikern in Deutschland, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

Hans-Peter Friedrich, Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, ist sich sicher: Wulff ist der richtige Mann für das Schloss Bellevue - er sei kein "Polarisierer", erklärt Friedrich im Deutschlandfunk.

Lob kommt auch von den Liberalen: "Wir wollten eine politische Persönlichkeit", sagt Generalsekretär Christian Lindner im Deutschlandfunk. Für das Bundespräsidentenamt brauche man jemanden, der gerade jetzt "ökonomische Zusammenhänge kennt".

"Gauck ist ein echtes Angebot"

Der ehemalige Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, Joachim Gauck, ist Kandidat der SPD und der Grünen für das Amt des Bundespräsidenten. (AP)Joachim Gauck ist Kandidat der SPD und der Grünen für das Amt des Bundespräsidenten. (AP)Vertreter der Opposition kritisieren dagegen die Entscheidung und werben für Joachim Gauck, den ehemaligen Leiter der Stasiunterlagenbehörde, als künftiges Staatsoberhaupt. "Überparteilich und vertrauenswürdig" sei Gauck, betont SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles im Deutschlandfunk.

Ähnlich äußern sich auch Politiker der Grünen: "Gauck ist ein echtes Angebot", sagt Parteichef Cem Özdemir im Deutschlandradio Kultur - und kritisiert Kanzlerin Angela Merkel für die Wulff-Nominierung. Bundestagsvizepräsidentin Katrin Görin-Eckart warnt davor, Gauck als künftiges Staatsoberhaupt bereits abzuschreiben. "Das Rennen ist nicht gelaufen", erklärt sie im Deutschlandfunk.

Die Linke lehnt dagegen beide Kandidaten ab. "Weder Herr Wulff noch Herr Gauck" seien wählbar, betont Parteichefin Gesine Lötzsch im Deutschlandfunk.

Die Koalitionsparteien CDU, CSU und FDP hatten sich am Donnerstag auf den niedersächsichen Regierungschef Christian Wulff eigenen Kandidaten für das Bundespräsidenten-Amt verständigt. SPD und Grüne schicken den ehemaligen Leiter der Stasiunterlagenbehörde, Joachim Gauck, ins Rennen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

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