Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Gomez trifft doppelt gegen Niederlande

Deutschland führt zur Halbzeit 2:0 bei "Hitzeschlacht"

Mario Gomez beim 1:0 gegen die Niederlande (dpa / Marcus Brandt)
Mario Gomez beim 1:0 gegen die Niederlande (dpa / Marcus Brandt)

Deutschland liegt im Fußballklassiker gegen die Niederlande bei der Europameisterschaft zur Halbzeit 2:0 vorn. Zuvor hatte Bundestrainer Joachim Löw seine Mannschaft in einer Wutrede angestachelt. Die gezeigte Leistung gegen Portugal (1:0) sei alles andere als europameisterlich.

Gegen die laut Löw "Weltklasse-Offensive" in Orange lief die Siegerelf des Portugal-Spiels auf. Mario Gomez, der beim 1:0 gegen Portugal das entscheidende Tor erzielt hatte, erhält im Angriff erneut den Vorzug gegenüber Miroslav Klose. Das war offenbar die richtige Entscheidung von Bundestrainer Löw. Gomez brachte die deutsche Mannschaft in der 24. Minute in Führung. Nach einem Pass von Bastian Schweinsteiger traf der Stürmer zum 1:0 - und in der 38. Minute in der gleichen Kombination noch einmal zum 2:0. Den Niederländern gelingt danach nichts mehr.

Mit einem weiteren Sieg steht die deutsche Elf sicher im Viertelfinale. "Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können", sagte Spielmacher Bastian Schweinsteiger vor dem Spiel. Die Niederländer gaben von Beginn an zunächst das Tempo vor. Robin van Persie, Torschützenkönig der englischen Premier League, erhält in der siebten Minute die erste Riesenchance, spielt den Ball aber in die Arme von Torwart Manuel Neuer. Angesichts von Temperaturen über 30 Grad erwartete Löw eine "Hitzeschlacht".

Beim ersten EM-Spiel in der Gruppe B siegte Portugal gegen Dänemarkt knapp vor Schluss 3:2. Alle Ergebnisse der Fußball-Europameisterschaft gibt es bei der "Sportschau" im Spielplan der UEFA EURO 2012.

Löw kritisiert EM-Form seiner Elf

Vor dem Spiel hatte Bundestrainer Joachim Löw noch die Einstellung einiger Spieler in einer Wutrede beim Abschlusstraining stark kritisiert. Die gezeigte Leistung gegen Portugal (1:0) sei alles andere als europameisterlich. "80 Prozent reichen nicht", raunzte der Bundestrainer seine Spieler beim Abschlusstraining an. "So geht das nicht."

Deutsche und niederländische Fans feiern gemeinsam beim EM-Spiel (dpa / Marcus Brandt)Deutsche und niederländische Fans feiern gemeinsam in Charkiw (dpa / Marcus Brandt)Nicht nur im Stadion in der ukrainischen Großstadt Charkiw feierten die deutschen Fußballanhänger. Auf die Berliner Fanmeile zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule strömten nach Angaben der Veranstalter ein paar hunderttausend Besucher. Boris Becker schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: "Heute Abend ist Familienkrieg! Deutschland gegen Holland .... Bitte Jogi, nominiere die RICHTIGEN Spieler! Wir dürfen heute NICHT verlieren...." Beckers Ehefrau Sharlely wurde in Rotterdam geboren.

Schicksal von Timoschenko

Die ehemalige ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko (picture alliance / dpa / Sergey Dolzhenko)Ukraines Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko verbüßt in Charkiw eine Haftstrafe (picture alliance / dpa / Sergey Dolzhenko)Das Spiel galt auch als politisch Brisanz. In der Spielstadt Charkiw ist die Oppositionsführerin Julia Timoschenko inhaftiert. Zuschauer forderten im Metalist-Stadion auf ukrainischen Fahnen "Fairplay im Fußball und in der Politik" sowie "Lasst alle politischen Gefangenen frei", im Original auf Englisch. Die ukrainische Regierung steht wegen ihres Umgangs mit der Opposition und der Missachtung von Menschenrechten in der Kritik.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) mahnte deutsche Fans vor dem Spiel, Timoschenkos Schicksal von nicht zu vergessen. Eine Gruppe der Grünen wollte sie während des Spiels im Gefängnis besuchen. Doch die Lufthansa-Maschine von Frankfurt nach Kiew kehrte um; sie sei "angeblich auf halber Strecke vom Blitz getroffen" worden, sagte der Grünen-Europaparlamentarier Werner Schulz. "Da stellt sich mir die Frage, warum wir die halbe Strecke wieder zurückgeflogen sind, statt die zweite Hälfte zu absolvieren. Das wäre doch genauso weit gewesen." Andere EU-Abgeordneter aus beiden Ländern guckten das Spiel demonstrativ gemeinsam.

Die deutsch-niederländischen Beziehungen bergen Brisanz. Bei vielen Niederländern ist die Erinnerung an die Besatzung der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg präsent. Bundespräsident Joachim Gauck hatte kürzlich an dieses Kapitel der Geschichte erinnert. Heute, bei Temperaturen über 30 Grad, teilen sich die Fans beider Nationen in der Ukraine zumindest die Sonnenmilch.


Programmhinweise:
- Ex-Nationalspieler Thomas Hitzelsperger morgen gegen 8:40 Uhr im Interview auf Deutschlandradio Kultur.
- In unserem Livestream können Sie das Spiel Deutschland gegen die Niederlande ab 20:40 Uhr mitverfolgen. Weitere Informationen auf dem Portal UEFA EM 2012.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Radionacht Information

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Neu auf dem SmartphoneMit der App gegen Schädlinge

Kartoffelkäferlarven auf einer Kartoffelpflanze (dpa/picture alliance/Peter Kneffel)

Mit der App "Plantix" lassen sich Schädlinge im Garten bestimmen. Die Anwendung hat riesiges Potenzial. Fernziel ist eine App für sämtliche Pflanzenkrankheiten - weltweit.

Kunst in der AustastlückeBunte Bilder für den Teletext

Vom 1. bis 30. September 2016 gestaltet der britische Künstler Dan Farrimond täglich eine Seite im ARD-Teletext.  (ARD-Text)

Es ist wie Ministeck, was Dan Farrimond auf der Mattscheibe macht: Bis Ende September wird der britische Künstler täglich eine Seite im ARD-Text gestalten - einem Medium, das trotz Twitter und Facebook nicht totzukriegen ist.

Flüchtlinge und ArbeitsmarktIntegration hakt bereits am Anfang

Omar Ceesay und Schreiner Karl-Heinz Kübler arbeiten an einem Türrahmen. (dpa / Felix Kästle)

Ein Jahr ist es her, dass Kanzlerin Angela Merkel die in Ungarn gestrandeten Flüchtlinge ins Land ließ und ihren berühmt gewordenen Leitspruch formulierte: "Wir schaffen das". Doch bei dem Versuch, die neu Ankommenden auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, hakt es oft bereits am Anfang.

Ein Jahr "Wir schaffen das""Mehr zustande gebracht, als uns zugetraut wurde"

Kanzleramtsminister Peter Altmaier spricht im Mai 2016 in Berlin. (imago / Xinhua)

Kanzleramtsminister Peter Altmaier hat eingeräumt, dass zu Beginn der Flüchtlingskrise "manche Erwartungen nicht erfüllt" wurden. Inzwischen seien auf europäischer Ebene mit dem Schutz der Außengrenzen aber Fortschritte erzielt worden, sagte er im DLF. Und Deutschland habe sich seiner "humanitären Verantwortung" gestellt.

Gülen-BewegungSchulen gründen, warum nicht?

Fethullah Gülen (dpa/picture-alliance)

Schulen gründen, die Heilige Schrift studieren, Einfluss auf die Gesellschaft nehmen: Die Bewegung des Predigers Fetullah Gülen steht dafür im Kreuzfeuer der Kritik. Für den Jesuitenpater Klaus Mertens klingen die Anliegen der Bewegung jedoch vertraut - und gar nicht anrüchig. Eine Verteidigung.

FacebookChaos bei den Trending Topics

Im Mai musste sich Facebook gegen Vorwürfe der Konservativen in den USA wehren, sie würden die Trending Topics manipulieren und Nachrichten mit ihrer Weltsicht benachteiligen. Eine Untersuchung ergab zwar keine Hinweise auf eine Verzerrung, trotzdem wurden die 15 Mitarbeiter des Trending Topics Team jetzt entlassen. Die Folge: Chaos im Newsstream.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundeswehr  Islamisten nutzen Truppe zur Ausbildung | mehr

Kulturnachrichten

Moses Mendelssohn Medaille für Ulla Unseld-Berkewicz | mehr

Wissensnachrichten

Skandinavien  Ehelosigkeit ist offenbar gut für die Frauenrechte | mehr