Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Google warnt vor "Bremse fürs Internet"

Geplantes Leistungsschutzgesetz sorgt für Streit

Im Netz werden Informationen auch von fremden Urhebern umsonst verbreitet.  (picture alliance / dpa - Karl-Josef Hildenbrand)
Im Netz werden Informationen auch von fremden Urhebern umsonst verbreitet. (picture alliance / dpa - Karl-Josef Hildenbrand)

Internetportale wie Google News sollen eine Abgabe an den Urheberverlag zahlen, wenn sie fremde Presseartikel in ihre Seite einbinden. Internetunternehmen und Aktivisten kritisieren dieses sogenannte Leistungsschutzgesetz der schwarz-gelben Koalition, Lob gibt es von Verlagen.

<p>Der Geschäftsführer des Springer-Verlags, Christoph Keese, begrüßte das Vorhaben der Bundesregierung. Damit werde eine Gesetzeslücke geschlossen, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="147061" text="sagte Keese im Deutschlandradio Kultur" alternative_text="sagte Keese im Deutschlandradio Kultur" />. Alle Branchen der Kreativwirtschaft hätten bereits seit Jahrzehnten ein solches Leistungsschutzrecht, außer die Presseverleger. Das räche sich in der digitalen Welt. "Nie war es so einfach wie heute, einfach Sachen aus dem Internet zu kopieren und auf anderen Seiten weiter zu verwenden".<br /><br />Ähnlich argumentiert der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger. Im digitalen Zeitalter sei ein solches Recht unverzichtbar, um die gemeinsame Leistung von Journalisten und Verlegern wirksam schützen zu können, teilte der Interessenverband in Berlin mit.<br /><br /><strong> Die Pläne im Detail:</strong><ul><li>Gewerbliche Anbieter im Internet wie Suchmaschinenbetreiber sollen für die Verbreitung von Presseerzeugnissen wie Zeitungsartikel zahlen.<br /><br /><li>An den Einnahmen sollen Autoren beteiligt werden. <br /><br /><li>Die Abgabe soll über eine Verwertungsgesellschaft eingezogen werden. <br /><br /><li>Die private Nutzung von Presseerzeugnissen bleibt im Internet kostenfrei.</ul></p><p><strong>Kritik an der geplanten Urheberrechtabgabe</strong></p><p><papaya:media src="550632e0d3ae6c98d5ddfca27094ff12" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Holger Ehling, Medienexperte" popup="yes" />Der Medienexperte Holger Ehling warnt vor einer unklaren Rechtslage, wenn kommerzielle Nachrichtenportale für die Verlinkung von Presseerzeugnissen eine Abgabe an Verlage zahlen sollen. Sogenannte Nachrichtenaggregatoren wie "Google News" zitierten nur kurze Abschnitte, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="56780" text="sagte Ehling im Deutschlandfunk." alternative_text="sagte Ehling im Deutschlandfunk." /> "Es geht um die Geschichte, dass hier ein einzelner Industriebereich, nämlich die Presseverlage, im Grunde der Netzgemeinde vorschreiben wollen, was sie lesen dürfen und was nicht und zu welchen Konditionen." <br /><br />Der Mitbegründer des Kultur-Blogs "Perlentaucher", Thierry Chervel, bezeichnet die Pläne der Koalition für ein Leistungsschutzrecht für Presseartikel im Internet als "absurd und sinnlos". Ein solches Gesetz werde vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="172942" text="sagte der Chervel im Deutschlandradio Kultur." alternative_text="sagte der Chervel im Deutschlandradio Kultur." /> Netzaktivisten lehnen das plante Gesetz überwiegend ab. Das Echo im Internet ist eindeutig, meint <papaya:link href="http://wissen.dradio.de/urheberrechte-leistungsschutzrecht-fuer-presseverleger.33.de.html?dram:article_id=15393" text="Konstantin Zurawski: Webschau (Dradio Wissen)." title="Konstantin Zurawski: Webschau (Dradio Wissen)." target="_self" /><br /><br /></p><p><strong>Kein Lex-Google</strong></p><p>Der Verwaltungsratsvorsitzende von Google, Eric Schmidt, sagte auf der Computermesse CeBIT in Hannover: "Ich befürchte, dass so eine Regulierung die Verbreitung des Internets bremsen könnte". Nach Ansicht des Managers wird das Gesetz nicht nur Google, sondern viele Online-Dienste treffen. Angesichts des wirtschaftlichen Erfolgs des Internet müsse man vorsichtig mit solchen Änderungen sein. Schmidt forderte die Medienbranche dazu auf, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. <br /><br /><papaya:link href="http://docs.dpaq.de/353-koalitionsrundenergebnisse.pdf" text="Ergebnisse des Koalitionsausschusses am 4. März 2012: &quot;Stetiges Wachstum, solide Finanzen, starker Zusammenhalt&quot;" title="Ergebnisse des Koalitionsausschusses am 4. März 2012: &quot;Stetiges Wachstum, solide Finanzen, starker Zusammenhalt&quot;&quot; target=" target="_blank" /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:48 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Hassmails und MorddrohungenLokalpolitiker im Fadenkreuz

Facebook-Symbole und darüber steht Hass gesprüht. (Imago / Ralph Peters)

Übergriffe auf Kommunalpolitiker nehmen zu. Meist haben die Attacken einen rechtsradikalen Hintergrund, stehen in Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik. Die alarmierende Zahl des Bundesinnenministeriums: Mehr als 800 Übergriffe auf Mandatsträger gab es allein seit Beginn dieses Jahres.

Heiner Geißler über CDU/CSU-Vorstoß"Dieser Aufruf liegt völlig daneben"

Der langjährige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (picture-alliance / dpa / Peter Steffen)

Die CSU und Sachsens CDU haben einen "Aufruf zu einer Leit- und Rahmenkultur" verfasst. Damit wollen sie reagieren auf "gesellschaftlicher Unruhe". Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler kritisiert Aussagen dieses Papiers: Es fordere, Gesinnungen statt Werte hochzuhalten.

Regierungsbericht zum Stand der Einheit"Mehrheit der Ostdeutschen ist nicht fremdenfeindlich"

Rund eine Million Menschen feierten in der Nacht zum 3.10.1990 in Berlin - wie hier vor dem Reichstagsgebäude - die wiedergewonnene deutsche Einheit. (Wolfgang Kumm, dpa picture-alliance)

Im Regierungsbericht zum Stand der deutschen Einheit ist von einer Zunahme der rechtsextremen Überfälle die Rede. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, betonte, dass die Mehrheit der Ostdeutschen nicht ausländerfeindlich sei. Doch das sei leider "eine zum Teil schweigende Mehrheit."

Deutsche BankAmerika will sich offenbar "der letzten deutschen Bank entledigen"

Der Ökonom Max Otte (dpa / picture-alliance / Erwin Elsner)

Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist erstmals in der Unternehmensgeschichte unter zehn Euro gerutscht. Der Finanzwissenschaftler Max Otte sagte im Deutschlandfunk, die Probleme der Bank seien zum Teil ein Ergebnis von internationalem Druck, vor allem aus den USA. Die Vereinigten Staaten übten "Erpressungsmacht" aus.

ESA-SONDE ROSETTAEin Weltraumabenteuer in drei Akten

Zwölf Jahre war Raumsonde Rosetta für uns im All. Endlich erreicht sie nach sieben Milliarden Kilometern den Kometen Tschuri - und wird ihre Arbeit für immer beenden. Aber bis zum letzten Moment, soll sie uns mit Bildern und Informationen versorgen.

Bestsellerautor Bernhard Schlink"Ich schreibe sogar gerne Einkaufszettel"

Bernhard Schlink am 16. Juni 2016 bei einer Lesung in Barcelona (dpa / picture alliance / Marta Perez)

Mit "Der Vorleser" wurde Bernhard Schlink vor über 20 Jahren auf einen Schlag berühmt. Der Bestsellerautor spricht mit uns über seine Liebe zum Schreiben und seine Zeit als Student während der 68er-Bewegung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Merkel  Habe meine Flüchtlingspolitik nicht geändert | mehr

Kulturnachrichten

Literaturnobelpreis-Bekanntgabe erst am 13. Oktober  | mehr

Wissensnachrichten

Raumsonde  Rosettas letztes Bild | mehr