Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Griechenlands Kreditwürdigkeit sinkt aus Analystensicht erneut

Sondertreffen der EU-Finanzminister anberaumt

Athen wird Europa brauchen - doch werden alle Länder mitziehen? (picture alliance / dpa)
Athen wird Europa brauchen - doch werden alle Länder mitziehen? (picture alliance / dpa)

Es ist ein Schlag für die Sanierungsbemühungen Athens: Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte Griechenlands Kreditwürdigkeit erneut ab. In der EU wächst der Wille für eine sanfte Umschuldung des Landes - wären da nicht die Gläubigerbanken.

Aus dem Finanzministerium in Athen hieß es zur Herabstufung, dass bei dieser Einschätzung die Anstrengungen des Landes zur Überwindung der Krise nicht berücksichtigt worden seien.

Vor wenigen Tagen hatte sich der Deutsche Bundestag nach einer Erklärung von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für weitere Milliardenhilfen für Athen ausgesprochen, diese jedoch an Bedingungen geknüpft. So sollen auch private Gläubiger mit ins Boot geholt werden. Schäuble will damit eine sanfte Umschuldung Griechenlands ermöglichen: Sie besteht in der Hauptsache aus der Verlängerung von Anleihe-Fristen. Zwar müssten die Gläubigerbanken länger auf ihr Geld warten, doch diese Zeit könnte Griechenland nutzen, um seine Staatsfinanzen endgültig ins Lot zu bringen.

Zustimmung zu Schäubles Vorschlag kommt vom Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter: "Wer jetzt Griechenland brutal in den Abgrund schiebt, der handelt eher verantwortungslos gegenüber den Interessen der deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler," so Kampeter im Deutschlandradio Kultur.

"Griechenland war im Grunde schon vor einem Jahr pleite," sagt dagegen der Chef des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, und hält nicht viel von weiteren Hilfen. Eine Pleite Griechenlands sei zwar mit Risiken verbunden - doch der jetzige Hilfskurs führe in eine "Teufelsspirale".

Oberster deutscher Banker sagt Nein

Bundesbankpräsident Jens Weidmann lehnt eine zusätzliche Beteiligung der Notenbanken an der Rettung Griechenlands ab. Es sei allein Sache der Politik, weiteres Geld für Athen zu bewilligen, schrieb Weidmann in einem Beitrag für die "Süddeutsche Zeitung". Falls die Parlamente der Euro-Länder also neuen Hilfen für Griechenland zustimmten, müssten die Mittel auch für die Stützung des Bankensektors in dem Land ausreichen.

Mit der Frage werden sich am Nachmittag auch die EU-Finanzminister bei einem Sondertreffen in Brüssel befassen.

Deutschlandradio aktuell:
Koalitionsmehrheit segnet weitere Hilfen für Griechenland ab

Interview: CDU-Abgeordneter Steffen Kampeter betont Interesse der Banken an Restrukturierung

Interview: ifo-Chef Sinn warnt vor dem Hilfsfall Griechenland

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:35 Uhr Kultur heute

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Rürup über Altersarmut"Die Politik muss etwas tun"

Der Sozialexperte Bert Rürup (20.11.2014) (dpa / Oliver Berg)

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung ist ab 2036 jeder fünfte Neu-Rentner von Armut bedroht. Die Politik müsse auf diese Prognosen dringend reagieren, sagte Rentenexperte Bert Rürup. Noch sei Zeit gegenzusteuern: "Die Solidarrente ist die richtige Antwort", so Rürup im Dlf.

Linksautonome Gewaltaufrufe vor G20-Gipfel"Der Veranstaltungsort Hamburg stellt ein großes Risiko dar"

Das Logo des G20-Gipfels hängt am 22.06.2017 in Hamburg in den Messehallen. Zum zweitägigen G20-Gipfel in der Hansestadt am 7. und 8. Juli werden Staats- und Regierungschefs aus 20 Industrie- und Schwellenländern und Hunderte Journalisten aus zahlreichen Ländern weltweit erwartet.  (picture alliance / dpa / Axel Heimken)

Vor dem G20-Gipfel mehren sich im Netz linksautonome Gewaltaufrufe. Der Extremismusforscher Hans-Gerd Jaschke hält es für einen Fehler, das Treffen ausgerechnet in Hamburg abzuhalten – einem Zentrum der Autonomenszene. Deren zunehmende Militanz sei auch mit dieser Wahl zu erklären.

FAKE-NETWORKBinky beruhigt bei Social-Media-Stress

Ihr liked mal hier, shared mal da und scrollt durch irgendwelche Posts. Weil sich das besser anfühlt als gar nix zu tun. Dann könnte Binky genau euer Ding sein. Die App macht genau das. Nur ohne Folgen.

Generalsekretär Hubertus Heil"Die SPD hat klare Inhalte"

Der SPD-Kanzlerkandidat und Parteivorsitzende, Martin Schulz (r), besichtigt am 24.06.2017 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) zusammen mit SPD-Generalsekretär Hubertus Heil die Westfalenhalle für den SPD-Parteitag. Die Sozialdemokraten wollen am 25.06.2017 auf dem Parteitag ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl beschließen.  (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hat der Union Ideenlosigkeit vorgeworfen. Die CDU lasse Plakate drucken, ohne ein Programm zu haben, sagte Heil im Dlf. Statt ein Steuerkonzept vorzulegen, verspreche sie "Steuergeschenke für sehr, sehr wohlhabende Menschen".

Ökonom über Altersarmut"Es gibt keine Alternative zur Rente mit 67"

Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter des ifo Instituts Dresden, spricht am 20.10.2016 in Bad Saarow (Brandenburg) beim ersten ostdeutschen Wirtschaftsforum. Nach dem Vorbild des Weltwirtschaftsforums in Davos wollen Politiker, Wissenschaftler und Manager in Bad Saarow über die Aussichten der ostdeutschen Wirtschaft reden.  (picture alliance / dpa / Bernd Settnik)

Der Ökonom Joachim Ragnitz hat die Konzepte der Parteien zur Stabilisierung des Rentensystems kritisiert. Die Vorschläge böten etwa keine Lösung für das immer größer werdende Problem der Altersarmut, sagte der stellvertretende Leiter der ifo Instituts Dresden im Dlf.

Ein Plädoyer für ethisches Bauen Nehmt Abschied von der Spektakel-Architektur!

Während des Eröffnungskonzerts wird am 11.01.2017 am Hafen in Hamburg die Elbphilharmonie illuminiert. Das Konzerthaus wurde am Abend feierlich eröffnet. (dpa /Bodo Marks )

Einerseits fehlt in den Städten bezahlbarer Wohnraum, andererseits werden auf Filetgrundstücken ständig neue Spektakelbauten eingeweiht - ein Skandal, findet Architekturkritiker Klaus Englert. Er fordert eine neue, ethische Architektur.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Travel Ban  Supreme Court setzt Teile von Trumps Erlass wieder in Kraft | mehr

Kulturnachrichten

Gericht ordnet Exhumierung von Dalí an  | mehr

 

| mehr