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Grit Thümmel

"Im Radio ist alles möglich!"

Grit Thümmel blickt auf dem Schwarz-Weiß-Foto direkt in die Kamera und lächelt. Sie trägt eine dunkle Hornbrille und hat ihre blonden Haare seitlich gescheitelt. (Deutschlandradio)
Grit Thümmel (Deutschlandradio)

Ausgerechnet zu einem "Festival der Stille' führte mich eine meiner ersten Radioreportagen. Den Redakteur, der mich damals in Paris zu diesem Gehörlosenfestival schickte, hielt ich zuerst für verrückt. Als der Beitrag doch funktionierte, hielt ich ihn für ein Genie. Jetzt wusste ich: Im Radio ist alles möglich!

Grit Thümmel ist freie Mitarbeiterin im Bereich "Wissenschaft und Bildung" des Deutschlandfunk

Vier Jahre lang bin ich dann für das Bochumer Uniradio mit dem Mikrofon über den Campus gezogen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dafür sogar das Journalistikstudium in Dortmund ausgeschlagen habe und stattdessen lieber jeden Mittwoch meine eigene Gesprächssendung bei "CT das radio" moderiert habe. Hochschulpolitik und Aktuelles vom Campus waren damals meine Schwerpunktthemen.

Inzwischen habe ich das Journalistikstudium nachgeholt – mit einem Master in Hamburg nach dem Politik-Bachelor in Bochum. Dem Radio bin ich immer treu geblieben, trotz gelegentlicher Ausflüge zu Radio Bremen TV und zum NDR Fernsehen sowie einiger Beiträge für ARD-aktuell.

Das Radio hat mich bereichert, auf die Spur eines Geigenfälschers nach Österreich geführt, auf eine von der Wirtschaftskrise gebeutelte griechische Insel und in die bolivianischen Anden. Immer auf der Suche nach spannenden Geschichten, einem neuen Horizont und Menschen, die etwas zu sagen haben. Nicht immer waren die Geschichten leicht verdaulich, besonders jene, die ich als Gerichtsreporterin für die Deutsche Presse-Agentur in Hamburg verfolgte – in denen es oft um tödliche Familientragödien ging, mordende Jugendliche, verwahrloste Babys oder verzweifelte Bankräuber.

Nach Stationen bei der Financial Times Deutschland, in der WDR-Wirtschaftsredaktion und bei 1LIVE sowie einem Volontariat bei Radio Bremen schließt sich nun für mich beim Deutschlandfunk ein Kreis: Nach etwa fünf Jahren arbeite ich nun wieder Vollzeit in meiner Heimat in Nordrhein-Westfalen – und dann auch noch für die Redaktion, für die ich während des Studiums voller Stolz meine ersten bezahlten Radiobeiträge gemacht habe.

In der Bildungsredaktion geht es jetzt für mich unter anderem wieder um Aktuelles aus der Hochschullandschaft. Aber nicht nur: Das lebenslange Lernen ist nun meine programmliche Herausforderung. Jede Woche neu ein aktuelles Thema für "PISAplus' finden, das die Menschen beschäftigt und interessiert und zum Mitdiskutieren am Hörertelefon ermuntert. Was könnte besser zu einer Journalistin passen? Neugierig sein, wissbegierig und bitte niemals fertig mit dem Lernen.

Grit Thümmel

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