Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Großbritannien droht Nordkorea mit "robuster Reaktion"

G8-Außenminister beraten in London über Konsequenzen

Nordkoreas Führer Kim Jong Un (dpa / picture alliance / Maxppp)
Nordkoreas Führer Kim Jong Un (dpa / picture alliance / Maxppp)

Heute Abend treffen sich die Außenminister der führenden Industrienationen, der G8, in London. Eines der großen Themen wird der Konflikt mit Nordkorea sein. Das Regime in Pjöngjang droht offen mit einem Atomkrieg und hat die in Südkorea lebenden Ausländer zur Ausreise aufgefordert.

"Selbstverständlich werden wir auf alle Handlungen eine robuste Reaktion folgen lassen." Mit deutlichen Worten reagierte der britische Außenminister William Hague auf die Drohungen aus Pjöngjang. Nordkorea stehe am Scheideweg und müsse jetzt wichtige Entscheidungen treffen, sagte Hague in London, wie Deutschlandradio-Korrespondent Jochen Spengler berichtet. Sollte sich die Führung nicht für die Kooperation entscheiden, werde der kommunistische Staat als "kaputtes Land, das isoliert ist", enden, so Hague.

Hague kommt heute Abend in der britischen Hauptstadt mit den anderen Außenministern der G8 zusammen. Dabei wird es neben dem Bürgerkrieg in Syrien vor allem um den Konflikt mit Nordkorea gehen. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) ermahnte Pjöngjang, die Krise nicht weiter eskalieren zu lassen. Der Aufruf an alle Ausländer in Südkorea, das Land zu verlassen, sei inakzeptabel, sagte Westerwelle. "Das ist eine erhebliche Gefährdung nicht nur der Stabilität in der Region, sondern auch der internationalen Sicherheitsstruktur."

Drohung mit Atomkrieg

Auch andere Länder verurteilten die Politik Nordkoreas. Der japanische Außenminister Fumio Kishida sprach von einer "ernsthaften Provokation". Sein Land habe erste Maßnahmen ergriffen, um sich zu schützen. Das japanische Militär brachte unter anderem Raketenabwehrsysteme in Tokio in Stellung.

Nordkorea hatte die in Südkorea lebenden Ausländer aufgefordert, das Land zu verlassen. "Im Falle eines Krieges wollen wir nicht, dass in Südkorea lebende Ausländer verletzt werden", erklärte das Regime laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Die koreanische Halbinsel steuere auf einen "nuklearen Krieg" zu, hieß es in der Erklärung. Sämtliche ausländischen Organisationen, Firmen und Touristen sollten daher "Evakuierungsmaßnahmen ausarbeiten".

Pjöngjang hatte die letzte verbliebene Verbindung zum Süden gekappt: Es schloss die gemeinsam mit dem Süden betriebene Sonderwirtschaftszone Kaesong auf nordkoreanischem Gebiet. Dort arbeiteten bis zu 50.000 nordkoreanische Arbeiter für südkoreanische Firmen.

Mehr auf dradio.de:
Kim Jong Un "ist ein Getriebener" SPD-Außenpolitiker hält nordkoreanischen Angriff für unwahrscheinlich
Nordkorea hat "keine adäquaten Kapazitäten" für einen Atomschlag Politologe: Pjöngjangs Drohungen keine ernste Gefahr

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:10 Uhr Büchermarkt

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Merkel zur Inneren Sicherheit"Wir schaffen das"

Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Journalisten und Kameraleuten in Berlin (AFP/ Tobias Schwarz)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihr Credo "Wir schaffen das" auch nach den Gewalttaten in München, Würzburg und Ansbach erneuert. Deutschland stehe mit der Integration von Flüchtlingen und der Bekämpfung des internationalen Terrorismus vor einer großen Bewährungsprobe, sagte sie in Berlin. 

Kriminalpsychologie Medien sollten Glorifizierung von Tätern vermeiden

Heute erscheint sie mit Fotos: Die französische Tageszeitung "Le Monde" vom 27. November 2014 ( AFP / MATTHIEU ALEXANDRE)

Die französische Zeitung "Le Monde" will keine Gesichter von Terroristen mehr zeigen. Der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann begrüßt diesen Schritt und mahnt die Medien zu mehr Zurückhaltung.

Funny van Dannen: "Come on""Das Geheimnis des Fußballs ist latente Homosexualität"

Funny van Dannen (Deutschlandradio Kultur)

Einsichten zum Wesen des Fußballs, zu Kindernamen und zu Wolfgang Schäuble präsentiert Funny van Dannen auf seinem neuen Album "Come on", das am Freitag erscheint. Wir sprachen vorab mit dem Liedermacher, der selbst fast Fußballprofi geworden wäre.

AfD-Vorschlag zum Asylstopp für Muslime"Religionsfreiheit ist kein Super-Grundrecht"

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (imago / 7aktuell)

Als Reaktion auf die jüngsten Anschläge in Deutschland unterstützt der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen die Forderung seines Parteikollegen Alexander Gauland nach einer Einschränkung des Asylrechts für Muslime. Gegebenenfalls müsse hierfür das Grundrecht auf Religionsfreiheit angepasst werden, sagte der AFD-Vorsitzende Jörg Meuthen im DLF.

Deutsch-Türken meiden Türkei"Ich mache mir Sorgen, dass ich verhaftet werde"

Ein türkisches Reisebüro in Berlin-Schöneberg. (imago/Schöning)

Seit dem Putschversuch in der Türkei führt Präsident Erdogan einen unerbittlichen Kampf gegen seine Gegner. Viele Deutsch-Türken sind verunsichert, ob sie ihren Urlaub problemlos in der Türkei verbringen können. Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft sollten besonders vorsichtig sein.

Neu im Kino: "Seefeuer - Fuocoammare"Warum die Lampedusa-Doku überschätzt wird

Regisseur Gianfranco Rosi bei der Berlinale 2016 (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Emotional kalt, filmisch beliebig und mitunter langatmig: Bei der Berlinale gewann Gianfranco Rosis Dokumentarfilm über Flüchtlinge in Lampedusa zwar den Goldenen Bären - unser Kritiker hadert trotzdem mit "Seefeuer", der nun in unseren Kinos startet.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nach Anschlägen  Merkel bekräftigt "Wir schaffen das" | mehr

Kulturnachrichten

Sibelius bleibt Theaterintendant in Trier  | mehr

Wissensnachrichten

Südseestaat Tonga  Statt Sonnen lieber Skifahren bei Olympia | mehr