Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Großbritannien und afrikanische Nachbarn beteiligen sich an Mali-Einsatz

Deutscher Außenminister schließt Militärhilfe weiter aus

Möglicherweise bald im Mali-Einsatz: Ein Transportflugzeug der Royal Air Force vom Typ Boeing C-17A
Möglicherweise bald im Mali-Einsatz: Ein Transportflugzeug der Royal Air Force vom Typ Boeing C-17A (picture alliance / dpa / Cray Photo)

Neben Frankreich unterstützen nun auch Großbritannien und mehrere afrikanische Staaten die malische Armee im Kampf gegen islamistische Rebellen. Frankreich rüstet sich gegen Vergeltungsschläge von Terroristen. Deutschland bleibt weiter zögerlich.

<p><papaya:media src="55faeebbd597ffd9dfb5bdf6783215b8" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Premierminister Cameron hat Frankreich Logistik-Unterstützung im Mali-Einsatz versprochen" popup="yes" />Großbritannien hatte gestern angekündigt, den <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="234039" text="französischen Militäreinsatz gegen Islamisten" alternative_text="französischen Militäreinsatz gegen Islamisten" /> in Mali zu unterstützen. Premierminister David Cameron bot Frankreichs Präsident François Hollande in einem Telefonat die Entsendung zweier großer Transportflugzeuge an. Dabei habe er aber deutlich gemacht, dass britische Soldaten nicht an den Kampfhandlungen teilnehmen werden, sagte ein Regierungssprecher. <br /><br />Frankreich und Großbritannien seien sich einig, dass der Einsatz dringend Unterstützung durch die Nachbarländer Malis benötigt, hieß es. Die Lage in Mali stelle eine echte Gefahr für die internationale Sicherheit dar. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte, es gehe darum, "einen Terrorstaat vor den Augen Frankreichs und Europas" zu verhindern.<br /><br /></p><p><strong>Außenminister Westerwelle (FDP): Vorerst keine deutsche Beteiligung</strong></p><p>Bundesaußenminister Guido Westerwelle schließt einen Kampfeinsatz deutscher Soldaten weiterhin aus. Der FDP-Politiker trat auch Spekulationen über logistische Hilfe für die französische Intervention entgegen.<br /><br />Deutschland unterstütze die Aufstellung einer afrikanischen Eingreiftruppe zwar politisch, erklärte er, fügte aber hinzu: "Weitere konkrete Zusagen stehen derzeit nicht im Raum und können allenfalls dann geprüft werden, wenn die Eckdaten einer afrikanischen Mission stehen und die Einbettung in einen politischen Prozess geklärt ist".<br /><br /></p><p><strong>Startzeitpunkt des ECOWAS-Einsatzes weiter unklar</strong></p><p>Der Verband Westafrikanischer Staaten ECOWAS hat einen Einsatz bereits beschlossen und dafür auch <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="224278" text="die Billigung seitens der UNO" alternative_text="die Billigung seitens der UNO" /> erhalten. Erste Truppen der Mitgliedsländer werden derzeit in Mali erwartet. Niger, Burkina Faso, Togo und der Senegal haben jeweils rund 500 Soldaten zugesagt, Benin weitere 300. Sie sollen an der Seite der malischen Armee und der französischen Truppen gegen die Islamisten kämpfen, die vom Norden des Landes aus operieren.<br /><br />Frankreich unterstützt die malischen Regierungstruppen <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="233977" text="seit vergangenem Freitag mit Kampfflugzeugen" alternative_text="seit vergangenem Freitag mit Kampfflugzeugen" />. Erklärtes Ziel der ebenfalls <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="231948" text="von der UNO abgesegneten Unterstützungsmission" alternative_text="von der UNO abgesegneten Unterstützungsmission" /> ist es, den Vormarsch der Islamisten zu stoppen. Gestern starben bei Kämpfen um die Stadt Konna, die im Zentrum Malis liegt, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="234039" text="rund hundert Menschen" alternative_text="rund hundert Menschen" />. Die Rebellen schossen einen französischen Hubschrauber ab, der Pilot starb. An den gut dreistündigen Gefechten waren nach malischen Regierungsangaben auch senegalesische und nigerianische Einheiten beteiligt.<br /><br /></p><p><strong>Extremisten drohen mit Anschlägen auf französische Einrichtungen</strong></p><p>Als Reaktion auf den Militäreinsatz nehmen die malischen Extremisten nun Frankreich ins Visier. Sie drohten mit Anschlägen auf französische Einrichtungen im In- und Ausland. In Internetforen behaupten sie, Schläferzellen in nahezu allen Westafrikanischen Hauptstädten zu haben. Frankreich erhöhte daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen. Präsident Hollande sagte, Regierungsgebäude und öffentliche Verkehrsmittel in Frankreich würden strenger überwacht.<br /><br /><em>Weitere Informationen auf Deutschlandradio.de:</em><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="234000" text="Nouripour fordert Klarheit in der Mali-Politik &lt;br&gt;Grünen-Politiker: De Maizière und Westerwelle müssen &quot;die Karten auf den Tisch legen&quot; (Interview)" alternative_text="Nouripour fordert Klarheit in der Mali-Politik &lt;br&gt;Grünen-Politiker: De Maizière und Westerwelle müssen &quot;die Karten auf den Tisch legen&quot; (Interview)" /><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="232810" text="Die Krise in Mali" alternative_text="Die Krise in Mali" /><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="225982" text="Vorsichtige Hoffnung in Somalia" alternative_text="Vorsichtige Hoffnung in Somalia" /><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="151362" text="Mali, Marokko, Melilla, Madrid" alternative_text="Mali, Marokko, Melilla, Madrid" /><br />Beiträge 2012-10-13 UN-Sicherheitsrat genehmigt Militäreinsatz in Mali - <br> Kampf gegen Islamisten im Norden des Landes * </LI_1892206></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:35 Uhr Kultur heute

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Schottland-Referendum"Gewaltiger Sprung ins Ungewisse"

Auf einer Außentreppe stehen drei Unabhängigkeits-Befürworter mit Yes-Plakat und einem Banner mit Schotten-Karo.

Der englische Hochschulprofessor Nicholas Martin kritisiert, die praktischen Folgen einer Unabhängigkeit Schottlands würden von der "Yes-Kampagne" bewusst beiseite gefegt - zugunsten eines emotionalen Appells an den Nationalstolz.

BrandenburgSchöne Uckermark, leere Uckermark

Dunkle Wolken ziehen über das Boitzenburger Land (Brandenburg).

Die Uckermark ist vielerorts nahezu menschenleer. Die Jungen gehen, die Alten sterben weg. Einzige Hoffnung für die Region: Städter, die ihren Traum vom Landleben verwirklichen wollen und einen Neuanfang wagen.

Alltagsrassismus"Ersticke doch an deinem Brot"

"Schleiereule" ist noch eine der harmloseren Beschimpfungen, die Kübra Gümüşay über sich ergehen lassen muss. Deshalb hat Kübra den Twitter-Hashtag #schauhin ins Leben gerufen, um Erfahrungen mit Alltagsrassismus zu sammeln.

Bundespräsident"Er ist sich treu geblieben"

Bundespräsident Joachim Gauck spricht am 21.05.2014 in Hamburg im Schauspielhaus bei der Eröffungsfeier zum deutschen Stiftungstag 2014.

Werner Schulz (Grüne) hat Bundespräsident Joachim Gauck zur bisherigen Amtszeit im DLF gelobt. Gerade durch die Zeit als Bürgerrechtler habe er heute den Mut, auch Politiker wie den türkischen Präsidenten Erdogan zu kritisieren.

"Essbare Stadt"Kohl und Kräuter aus der Grünanlage

Frisch geerntete Cocktailtomaten und junge Möhren

Von der Straße essen - das kann man in Andernach. Statt Blumen zu pflanzen, baut die Stadt auf öffentlichen Flächen Essbares an. Pflücken sei ausdrücklich erlaubt, sagt Oberbürgermeister Achim Hütten in Deutschlandradio Kultur.

JustizWohin die Bußgelder fließen

Manche Gerichtsverfahren werden gegen ein Bußgeld eingestellt. Das Geld soll vor allem an Vereine und Projekte gehen, die etwas mit Verbrechensvorbeugung zu tun haben. Eigentlich eine gute Sache - doch die Transparenz fehlt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Regierung gibt mehr Geld  für Kampf gegen Ebola | mehr

Kulturnachrichten

Nominierungen für Fernsehpreis 2014  | mehr

Wissensnachrichten

Journalismus  "Gruner und Jahr" setzt Henri-Nannen-Preis 2015 aus | mehr