Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Grüne beschließen Urabstimmung

60 000 Mitglieder sollen über Spitzen-Duo entscheiden

Cem Özdemir, Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, spricht auf dem Sonderparteitag seiner Partei.
Cem Özdemir, Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, spricht auf dem Sonderparteitag seiner Partei. (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)

Die Grünen haben sich entschieden: Alle 60 000 Mitglieder dürfen wählen, welche zwei Kandidaten die Partei in den Bundestagswahlkampf 2013 führen sollen. Ein kleiner Parteitag beschloss nahezu einstimmig eine Urwahl. Das Ergebnis soll am 10. November feststehen.

Bislang gibt es sechs Bewerber: Neben Parteichefin Claudia Roth treten unter anderem auch die Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin an. Künast war zuletzt bei der Wahl in Berlin gescheitert. Auch Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt kann sich Chancen ausrechnen. Sie hatte vorgeschlagen, mehr als zwei Spitzenkandidaten ins Rennen zu schicken. Weitgehend unbekannt sind Werner Winkler aus Baden-Württemberg und Franz Spitzenberger aus Bayern. Weitere Kandidaten sind nicht ausgeschlossen, denn jedes Grünen-Mitglied kann sich bewerben.

Die Frist dafür endet am 16. September. Die Stimmen sollen bis zum 9. November ausgezählt sein. Eine Woche später findet in Hannover der nächste Parteitag statt, wo eine neue Parteispitze gewählt werden soll. Eines steht aber jetzt schon fest: Im Wahlkampf-Duo wird mindestens eine Frau sein. Das schreiben die Statuten vor.

Roth: "Signal zum Loslassen"

Claudia RothClaudia Roth stimmt die Grünen auf die Bundestagswahl ein. (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)Claudia Roth verbindet den Ausgang der Urwahl mit ihrem Parteivorsitz. Eigentlich will sie Mitte November noch einmal antreten. Doch wenn die Mitglieder sich gegen sie als Wahlkampfspitze entschieden, sei das für sie ein Signal, dass ihr Rückhalt generell zu gering sei. "Wenn die Partei sagt: nein - dann ist es ein Signal zum Loslassen", sagte Roth in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Eine Urwahl können bei den Grünen mehrere Gruppen und Gremien anstoßen: Neben einem Bundesparteitag und dem Länderrat können sich auch der Frauenrat, fünf Prozent der Mitglieder, ein Zehntel der Kreisverbände oder drei Landesverbände zusammentun.

Wahlkampf eingeläutet

Roth stimmte die Delegierten in Berlin auf den Bundestagswahlkampf 2013 ein: "Was wir brauchen, ist die sofortige Stilllegung von Schwarz-Gelb in unserem Land." Man wolle einen "sehr fairen Wettstreit" führen.

Ein zentrales Wahlkampfthema der Grünen steht bereits fest: die Energiewende. Trittin warf Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, das Markenzeichen ihrer Politik sei die 180-Grad-Wende. Sie setze das Gegenteil von dem um, was sie einmal versprochen habe. Künast sagte, der Atomausstieg nach dem Reaktorunfall in Fukushima und die Energiewende mit allen ihren Facetten seien für die Bundesminister immer ein rotes Tuch gewesen: "Sie wollen die Energiewende nicht." Parteichef Cem Özdemir erklärte, Bundesumweltminister Peter Altmaier sei mit seiner Kritik, die erneuerbaren Energien wüchsen zu schnell, "zum Zwillingsbruder von Bundeswirtschaftsminister Rösler mutiert".

Mehr auf dradio.de:

Catrin Stövesand berichtet über den Parteitag der Grünen

Kommentar: Qual der Wahl bei den Grünen
Die Partei sucht Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:35 Uhr Presseschau

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Kosmische VersuchslaboreBurnout am Schwarzen Loch

Eine Aufnahme des Weltraumteleskops "Hubble", die am 9.3.2004 veröffentlicht wurde.

Anhand der extremen Bedingungen an Schwarzen Löchern versuchen Physiker auf die grundlegende Struktur des Universums zu schließen. Sie sind auf der Suche nach dem geheimen Code des Universums.

Kakao aus der ElfenbeinküsteWie Kinder für unsere Schokolade schuften

800.000 Kinder und Jugendliche arbeiten auf den Plantagen. 

Schokolade macht bekanntlich glücklich – bloß nicht diejenigen, die den Rohstoff ernten. Auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste arbeiten Kinder und Jugendliche unter prekären Bedingungen.

Ausstellung "Die Augustus-Revolution"Des Kaisers Polit-Marketing

Die Kopfplastik des römischen Kaisers Augustus wurde 1961 bei Ausgrabungsarbeiten in Mainz gefunden. Undatierte Aufnahme.

Kaiser Augustus, Adoptivsohn von Julius Cäsar, sorgte während seiner Amtszeit für viel Wirbel in Rom: So realisierte er etwa den von Cäsar eingeführten julianischen Kalender. Eine Ausstellung in Rom zeigt nun, welche Bereiche er noch revolutionierte und wie er seine Familie politisch nutzte.

Nach UrteilSteuergewerkschaft wirbt für Neugestaltung der Erbschaftssteuer

Die Erbschaftssteuer soll nach dem Willen der Steuergewerkschaft neu ausgearbeitet werden

Als "deutliches Warnzeichen" für den Bund bezeichnet der Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, die Karlsruher Entscheidung zur Änderung der Erbschaftssteuerregelung für Unternehmen. Im DLF-Interview riet er der Großen Koalition zu einer grundsätzlichen Neugestaltung der Erbschaftssteuer.

Handelsexperte kritisiert Streik "Amazon schafft ordentlich bezahlte Arbeitsplätze"

Streikende vor einer Betriebsstätte von Amazon in Leipzig am 8. Dezember 2014

Ein Streik bei Amazon sei "Unsinn", Verdi solle sich lieber an anderen Unternehmen "abarbeiten", sagt der Handelsexperte Thomas Roeb. Für Amazon spreche, dass das Unternehmen Arbeit in Gegenden bringe, wo es sonst keine Arbeit gebe.

Nobelpreisträgerin Herta Müller"In Apfelkernen ist der Tod drin"

Nobelpreisträgerin Herta Müller zu Gast bei Deutschlandradio Kultur

In ihrem neuen Buch erzählt die Schriftstellerin Herta Müller, wie sie die Kindheit und Jugend in der rumänischen Diktatur erlebte und überlebte. Ohne diese Erfahrungen wäre sie "bestimmt was anderes geworden", sagte die Literaturnobelpreisträgerin.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

EU-Gipfel stellt sich  hinter Junckers Investitionsplan | mehr

Kulturnachrichten

Bayerischer Filmpreis:Ehrenpreis für Kameramann Gernot Roll  | mehr

Wissensnachrichten

Polen  Keine Ehe für Schwule und Lesben | mehr