Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Grüne fordern bessere Klimapolitik

Auftakt des Parteitags in Nürnberg

Sie wollen zeigen, wo es lang geht: die Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth und Reinhard Bütikofer. (AP)
Sie wollen zeigen, wo es lang geht: die Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth und Reinhard Bütikofer. (AP)

Die Grünen haben auf dem Parteitag in Nürnberg schärfere Maßnahmen gegen die Erderwärmung gefordert. Der Klimawandel könne noch in Grenzen gehalten werden, sagte der Bremer Umweltsenator Reinhard Loske vor den rund 800 Delegierten.

Fraktionschefin Renate Künast warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Lobby-Politik im Interesse der Wirtschaft vor. Die von der Koalition angestrebte CO2-Reduzierung reiche nicht aus.

Zum Auftakt hatte Grünen-Chefin Claudia Roth eine Politik der Freiheit und Gerechtigkeit angemahnt. Eine bessere Sozial- und Umweltpolitk sei auch zur Sicherung der Menschenrechte nötig, sagte Roth vor den rund 800 Delegierten. Vor allem beim Klimaschutz dürfe keine Zeit mehr verloren werden.

Sozialpolitik im Mittelpunkt

Schwerpunkt am Samstag ist die Sozialpolitik. Im Streit um den künftigen Kurs sieht Roth kaum Kompromisschancen. Dazu seien die diskutierten Konzepte zu unterschiedlich, sagte sie vor Beginn der Beratungen.

Die Parteispitze wirbt für ihr Modell einer bedarfsabhängigen sozialen Grundsicherung. Vertreter der Basis fordern dagegen ein Einkommen für alle Bürger unabhängig von der Bedürftigkeit. Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast, sagte der "Passauer Neuen Presse", eine Niederlage des Vorstandes in dieser Frage würde die Partei insgesamt schwächen

Der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin sagte im Deutschlandradio Kultur, er sehe gute Chancen, dass die Delegierten dem Leitantrag am Samstag mit einer anständigen Mehrheit zustimmten. Das von einigen Landesverbänden favorisierte Grundeinkommen ohne Bedarfsprüfung sei dagegen problematisch, weil es einen Umbau des gesamten Steuersystems voraussetze. (Text/ MP3-Audio)

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer sagte im Deutschlandfunk, als langfristige Perspektive sei das Grundeinkommen sehr attraktiv. Diese Debatte müsse man aber erst in die Gesellschaft hineintragen. Jetzt gerade aber gehe es vor allem darum, Kinder aus der Armut herauszuholen. Aus diesem Grund unterstütze er den Antrag der Parteispitze, sagte Palmer. (Text / MP3-Audio)

Kontroverse um Metzger

Oswald Metzger, Haushaltsexperte (Bündnis 90/Die Grünen) (AP Archiv)Oswald Metzger. (AP Archiv)Entschiedener Gegner eines Grundeinkommens ist der Finanzpolitiker Oswald Metzger. Er hält einige der derzeit in seiner Partei diskutierten sozialpolitischen Maßnahmen für unfinanzierbar. Im Deutschlandfunk warnte er die Grünen davor, die Bodenhaftung zu verlieren. Vom Verlauf des Delegiertentreffens wiederum will Metzger abhängig machen, ob er in der Partei bleibt.

Aussagen über Sozialhilfeempfänger, die bei Parteikollegen auf scharfe Kritik gestoßen waren, will Metzger nicht zurücknehmen. Sicher sei seine Wortwahl nicht "die feine Art" gewesen, aber im Kern stimme seine Aussage, wonach Geldleistungen an arme Gesellschaftsschichten häufig missbraucht und letztendlich auch den Kindern nicht helfen würden. (MP3-Audio)



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:26 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:30 Uhr Tag für Tag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Unisex-Mode von Esther Perbandt"Egal, ob es für Mann oder Frau ist"

Die Modeschöpferin Esther Perbandt  (Birgit Kaulfuss )

Rote Röckchen für die Weiblein, blaue Hosen für den Mann - nicht, wenn die Mode von Esther Perbandt entworfen wird. Ihre Unisex-Kleidung verfolge kein Konzept, es gehe ihr einfach darum, einem Charakter eine Hülle zu verleihen.

Schweres ErdbebenItalien wird nicht zerreißen

Ganze Dörfer sind zerstört - Retter suchen weiterhin nach Überlebenden. Bis zu 247 Menschen sind in Zentralitalien durch das Erdbeben gestorben. Manche behaupten nun, das Land könnte zerreißen. Eine gewagte These, sagt Erdbeben-Seismologe Frederik Tilmann.

Erste Sendung nach SommerpauseBöhmermann ohne Biss

Der Satiriker Jan Böhmermann bei einem TV-Auftritt. (Imago Stock & People)

Sex, Hitler und Erdogan - in der ersten Folge vom "Neo Magazin Royale" lieferte Jan Böhmermann Aufregerthemen ohne viel dahinter. Der Satiriker rappte gut, doch die meisten Gags waren öde. Eine ganz hübsche Anspielung auf die Schmähkritik-Affäre gelang ihm dennoch.

Zum Tod von Walter Scheel"Er war schon ein toller Bursche!"

Der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Burkhard Hirsch (r, FDP) spricht am 30.05.2015 in Berlin bei der Demonstration gegen Massenüberwachung durch Geheimdienste mit einem Teilnehmer. (dpa)

Walter Scheel sei ein hervorragender und äußerst entschlossener Politiker gewesen, sagte sein langjähriger Weggefährte Burkhard Hirsch (FDP) im DLF. Gegen alle Widerstände der Konservativen habe er gemeinsam mit Willy Brandt die Grundlagen für die deutsche Wiedervereinigung gelegt. 

Chinesischer Dissident Liao YiwuErinnerungen an Willkür und Folter

Der Schriftsteller Liao Yiwu zu Gast im Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Der chinesische Autor und Dissident Liao Yiwu wurde international bekannt mit seiner literarischen Dokumentation "Fräulein Hallo und der Bauernkaiser". Nun ist sein erster Roman, "Die Wiedergeburt der Ameisen" erschienen - Unterdrückung ist wieder das Thema.

Interview mit Merve KayikciKonservative Muslimas tragen keinen Burkini

Die Studentin und Bloggerin Merve Kayikci (Privat)

Kaum ein Kleidungsstück wird hysterischer diskutiert als der Burkini. Die Bloggerin Merve Kayikci alias "Primamuslima" freut sich über das Kleidungsstück. So könne sie sich im Schwimmbad integrieren, statt sich isolieren zu müssen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Türkische Armee beschießt kurdische Kämpfer | mehr

Kulturnachrichten

"Toni Erdmann" ist für die Jury modern und universell  | mehr

Wissensnachrichten

Erderwärmung  Es ging schon früher los | mehr