Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Grüße aus Washington

Neuer US-Außenminister wirbt in Berlin für Freihandelsabkommen

Der neue US-Außenminister John Kerry und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin (picture alliance / dpa Foto: Kay Nietfeld)
Der neue US-Außenminister John Kerry und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin (picture alliance / dpa Foto: Kay Nietfeld)

Syrienkonflikt, Streit mit Moskau, transatlantisches Freihandelsabkommen. Der neue US-Außenminister John Kerry erörterte bei seinem Antrittsbesuch in Berlin politisch gewichtige Themen. Es war auch ein Heimatbesuch an der Spree.

John Kerry kann sich noch gut an seine Jugend im geteilten Berlin erinnern, als er mit zwölf Jahren die Spree entlang radelte. Eines Tages habe sich der heute 69-Jährige in den Ostteil, die ehemalige sowjetische Besatzungszone geschlichen, wie Kerry in seiner ersten Rede als Außenminister an der University of Virginia zugegeben hatte: "Ich sah den Unterschied zwischen Menschen, denen die Chance gegeben wurde, etwas zu tun, und Menschen, die sie nicht erhielten." Die Eindrücke in Berlin seien prägend gewesen.

Treffen mit Merkel

Bei seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ging es allerdings um die Zukunft: Die gemeinsamen Aufgaben reichen von Afghanistan über Syrien und den Iran bis zum Nahost-Friedensprozess. Auch deswegen sagte Merkel: "Ich messe den transatlantischen Beziehungen eine übergroße Bedeutung zu." Gerade im festgefahrenen Dialog von Israel mit den Palästinensern erhofft sich die Bundesregierung eine neue Führungsrolle der USA.

Zugleich versicherte Merkel: "Ich möchte die gute Zusammenarbeit mit der Administration der USA gern fortsetzen." Kerry wiederum richtete herzliche Grüße von Präsident Barack Obama aus und lobte, dass Deutschland eine Führungsrolle in der Welt übernehme. Und er wiederholte das Interesse der USA an einem transatlantischen Freihandelsabkommen.

Handel und Militär

Über dieses Abkommen hatte er sich kurz zuvor bereits mit seinem Amtskollegen Guido Westerwelle (FDP) unterhalten, der Kerry zustimmte: Ein solches Abkommen würde, so Westerwelle, "Wachstum schaffen auf beiden Seiten des Atlantiks. Und das ohne Zusatzkosten." Kerry ergänzte, dass die USA sich von dem Abkommen auch Impulse für den Arbeitsmarkt erhoffen. Den Anstoß für solche Gespräche hatte US-Vizepräsident Joe Biden kürzlich in Berlin gegeben.

Anschließend traf Kerry noch auf seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow, der dazu extra nach Berlin gereist war. Auch mit ihm sprach Kerry über Syrien oder den Iran, allerdings dürfte der Streit über einen Erlass Russlands, der US-Familien die Adoption von russischen Waisenkindern verbietet, ebenfalls eine Rolle gespielt haben.


Mehr zum Thema auf dradio.de:

Nach wie vor Interesse an Europa Politologe Michael Werz wertet Antrittsbesuch Kerrys in Europa als positives Signal - Interview



Mehr bei deutschlandradio.de

 

Links bei dradio.de:

Hart aber fair

 

Externe Links:

Antrittsrede John Kerrys als US-Außenminister

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Aus den Archiven

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Neuer US-Präsident Trump "Wir werden Amerika wieder großartig machen"

Donald Trump leistet den Amtseid als 45. US-Präsident (20.01.2017). (AFP / Mandel Ngan)

Donald Trump ist als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt worden. In seiner Antrittsrede rief er zu einem "neuen Nationalstolz" auf, der die Spaltung des Landes heilen werde. Am Rande der Zeremonie kam es in Washington zu Ausschreitungen.

US-Präsident"Hysterische Reaktionen auf Trump sind fehl am Platz"

Friedrich Merz (CDU), Vorsitzender der Atlantikbrücke (dpa / picture-alliance / Revierfoto)

Kurz vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat der Vorsitzende der "Atlantik-Brücke", Friedrich Merz, zu mehr Gelassenheit aufgerufen. Trump habe sich schließlich nicht ins Amt geputscht, sagte der CDU-Politiker im DLF.

Jüdischer Glaube und die ShoaWo war Gott in Auschwitz?

Auschwitz-Birkenau (picture-alliance/ dpa)

Das Gedenken an den Holocaust dreht sich meist um die Frage, wie der Mord an sechs Millionen Juden möglich war. Gott spielt dabei zunächst keine Rolle. Unser Autor Jens Rosbach hat sich damit beschäftigt und den Einfluss der Shoah auf den jüdischen Glauben beleuchtet.

PROTESTAKTIONEN ZUR AMTSEINFÜHRUNGMit Joints, Liebe und Musik gegen Trump

Es ist DER Tag für Donald Trump: Ab 12 Uhr Ortszeit wird er in Washington auf den Stufen des Kapitols als neuer, 45. Präsident der USA vereidigt. Ein guter Tag für ihn – für viele andere aber nicht. Gestern Abend gab es schon ein paar Proteste in New York. Heute gehen die Leute dann in Washington auf die Straße oder starten andere Protestaktionen.

Lage in Syrien"Es fehlt fast alles für ein normales Leben"

DRK-Generalsekretär Christian Reuter (imago / Jens Jeske)

Knapp sechs Jahre nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs bleibt die humanitäre Lage im Land prekär. Der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, Christian Reuter, sagte im DLF, in ganz Syrien fehle es an elementaren Dingen - auch dort, wo nicht gekämpft werde.

75 Jahre Wannsee-KonferenzDie Vorbereitung des Massenmords

Das Haus der Wannsee-Konferenz (imago/McPHOTO )

Vor 75 Jahren wurde in einer Villa am Wannsee über die Vernichtung der Juden beraten. Knapp zwei Stunden dauerte die Besprechung. Ziel der Wannsee-Konferenz war es, einen Plan zur Deportation und Vernichtung der Juden aus westeuropäischen Ländern festzulegen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

USA  Trump unterzeichnet Erlass gegen Obamacare | mehr

Kulturnachrichten

Rund 1000 Objekte aus NS-Vernichtungslager restauriert  | mehr

Wissensnachrichten

Neuer US-Präsident Trump  "Von heute an gilt 'America first'" | mehr