Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Guido Westerwelle bleibt an Bord

FDP-Vorsitzender weist Rücktrittsforderungen zurück

Guido Westerwelle will Kapitän der FDP bleiben. (AP)
Guido Westerwelle will Kapitän der FDP bleiben. (AP)

Trotz der anhaltenden Kritik an seiner Person will FDP-Chef Guido Westerwelle im Amt bleiben. Die Kritik an ihm war trotz der Rückendeckung aus der Parteispitze auch in den vergangenen Tagen nicht abgerissen.

Im Interview mit "Bild am Sonntag" versuchte Westerwelle, die mehr oder weniger offene Führungsdiskussion der FDP zu beenden. "Ich verlasse das Deck nicht, wenn es stürmt", sagte der Bundesaußenminister. Sein Ziel sei es, unterstützt von einem "großartigen Team", mit seiner Partei wieder auf Erfolgskurs zu kommen. Er legte sich nicht fest, ob er im Mai auf dem FDP-Bundesparteitag erneut als Vorsitzender kandidieren werde, betonte aber, dass er "Freude" an der "politischen Arbeit für die einzige liberale Partei in Deutschland habe." (Bericht von Gerhard Schröder aus dem Hauptstadtstudio als MP3-Audio)

Die Kritik an Westerwelle war trotz der Rückendeckung aus der Parteispitze auch am Samstag nicht abgerissen. Günter Eymael, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP in Rheinland-Pfalz, hatte im Deutschlandfunk Westerwelle als "hervorragenden" Oppositionspolitker bezeichnet, der als Regierungspolitiker noch ein wenig dazulernen müsse. Seine Partei werde im Wahlkampf um den Mainzer Landtag einen eigenen Kurs fahren.

Vor wenigen Tagen hatte bereits der FDP-Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, Herbert Mertin, Westerwelle einen "Klotz am Bein" genannt. Auch der hessische FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn hatte Westerwelle dazu aufgefordert, beim Dreikönigstreffen Anfang Januar seinen Rückzug anzukündigen. Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Kubicki hatte kurz zuvor den Zustand der FDP mit der Spätphase der DDR verglichen und harsche Kritik an Westerwelle geübt.

Birgit Homburger, FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag und Landesvorsitzende der Liberalen in Baden-Württemberg (AP)Birgit Homburger, FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag fordert mehr "Fairness". (AP)

Homburger dementiert Putschgerüchte

Im "Tagesspiegel" beteuerte die Chefin der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, es gebe "keinen Putsch" in der FDP und forderte ein sofortiges Ende der Debatte über die Zukunft des Parteivorsitzenden. Die Personaldiskussionen "müssen schleunigst beendet werden", sagte sie im Hinblick auf die Landtagswahlkämpfe. Es gebe "keinen besseren Wahlkämpfer" als Westerwelle.

Hintergrund der Krise ist das anhaltende Umfragetief bei fünf Prozent. In der Partei werden Westerwelle Fehler vorgeworfen, zuletzt beim Krisenmanagement im Zusammenhang mit der Entlassung seines Büroleiters Helmut Metzner.

Mehr zum Thema:
Lieber ohne Westerwelle - Die FDP im liberalen Stammland Baden-Württemberg, DLF-Magazin (DLF)
"So kann man nicht in Landtagswahlen gehen" - FDP-Politiker Baum: Jüngere sind das Kapital für die Zukunft der Partei, Interview (DLF)
FDP leidet unter "Negativ-Image" - Stuttgarter FDP-Politiker Weng erhebt Vorwürfe gegen Westerwelle, Interview (DLF)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:10 Uhr Hörspiel

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 20:00 Uhr Eine Stunde Film

Aus unseren drei Programmen

Ein Jahr "Wir schaffen das""Mehr zustande gebracht, als uns zugetraut wurde"

Kanzleramtsminister Peter Altmaier spricht im Mai 2016 in Berlin. (imago / Xinhua)

Kanzleramtsminister Peter Altmaier hat eingeräumt, dass zu Beginn der Flüchtlingskrise "manche Erwartungen nicht erfüllt" wurden. Inzwischen seien auf europäischer Ebene mit dem Schutz der Außengrenzen aber Fortschritte erzielt worden, sagte er im DLF. Und Deutschland habe sich seiner "humanitären Verantwortung" gestellt.

Gülen-BewegungSchulen gründen, warum nicht?

Fethullah Gülen (dpa/picture-alliance)

Schulen gründen, die Heilige Schrift studieren, Einfluss auf die Gesellschaft nehmen: Die Bewegung des Predigers Fetullah Gülen steht dafür im Kreuzfeuer der Kritik. Für den Jesuitenpater Klaus Mertens klingen die Anliegen der Bewegung jedoch vertraut - und gar nicht anrüchig. Eine Verteidigung.

FacebookChaos bei den Trending Topics

Im Mai musste sich Facebook gegen Vorwürfe der Konservativen in den USA wehren, sie würden die Trending Topics manipulieren und Nachrichten mit ihrer Weltsicht benachteiligen. Eine Untersuchung ergab zwar keine Hinweise auf eine Verzerrung, trotzdem wurden die 15 Mitarbeiter des Trending Topics Team jetzt entlassen. Die Folge: Chaos im Newsstream.

Freihandelsabkommen"TTIP-Verhandlungen sind noch nicht gescheitert"

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Martin Wansleben. (imago / Metodi Popow)

Anders als Sigmar Gabriel gibt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP noch nicht auf. Der Bundeswirtschaftsminister sei gut beraten, sich für die Interessen der Wirtschaft einzusetzen, sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben im DLF.

Verschwundene in MexikoVerbrechen mit staatlicher Beteiligung

Studenten mehrerer Universitäten forden in Mexiko-Stadt Aufklärung über das Schicksal von 43 verschwundenen Studenten. Niemand mehr, niemals – steht über dem Museumseingang.  (picture alliance / dpa / EFE / Alex Cruz)

27.000 Menschen gelten in Mexiko offiziell als verschwunden. Viele liegen verscharrt in versteckten Massengräbern. Angehörige suchen oft vergebens nach ihnen, manche seit Jahrzehnten. Ein Museum in Mexiko-Stadt hält die Erinnerung an sie wach.

Schräger Komiker Schauspieler Gene Wilder gestorben

Der Schauspieler Gene Wilder (Aufnahme von 1971).  (imago)

"Frankenstein Junior", "Charlie und die Schokoladenfabrik", "Die Glücksritter": Schräge Rollen in skurrilen Komödien machten Gene Wilder berühmt. Nun trauert die Filmwelt um den Komiker.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Interview  Merkel sieht deutsche Fehler in Flüchtlingspolitik der Vergangenheit | mehr

Kulturnachrichten

Moses Mendelssohn Medaille für Ulla Unseld-Berkewicz | mehr

Wissensnachrichten

Skandinavien  Ehelosigkeit ist offenbar gut für die Frauenrechte | mehr