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Guttenberg lehnt einen Rücktritt ab

Plagiatsaffäre: Verteidigungsminister will zunächst auf Doktortitel verzichten

Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), bereitet seine Doktorarbeit einiges an Kopfzerbrechen (picture alliance / dpa)
Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), bereitet seine Doktorarbeit einiges an Kopfzerbrechen (picture alliance / dpa)

Karl-Theodor zu Guttenberg zieht Konsequenzen aus der Plagiatsaffäre: Seinen Doktortitel will er nicht führen, bis die Vorwürfe geklärt sind. Einen Rücktritt lehnt zu Guttenberg ab, entschuldigt sich aber für "Fehler".

In diesem Sinne äußerte sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg heute in Berlin vor einigen ausgewählten Medienvertretern in seinem Ministerium. Dies hatte für einen Eklat bei den Hauptstadt-Korrespondenten gesorgt, die in der Bundespressekonferenz auf eine Erklärung gewartet hatten.

Am gestrigen Abend soll Bundeskanzlerin Angela Merkel ihrem Verteidigungsminister bei einem Treffen die öffentliche Stellungnahme nahegelegt haben. Dem widersprach der CSU-Politiker in seinem Statement: «Für diese Stellungnahme bedurfte es keiner Aufforderung und sie gab es auch nicht." Und er fügte an: "Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir."

Zu Guttenberg wird vorgeworfen, in Dutzenden Fällen Passagen seiner Doktorarbeit bei anderen Autoren abgeschrieben zu haben. Die zuständige Universität Bayreuth hat zu Guttenberg eine Frist von zwei Wochen gesetzt, innerhalb der er sich äußern muss. Sollten sich die Vorwürfe, dass er an einer oder mehreren Stellen in seiner Arbeit von anderen Autoren abgeschrieben hat, erhärten, dürfte zu Guttenberg der Doktortitel aberkannt werden.

Der Medienwissenschaftler Stefan Weber sieht in der Guttenbergschen Doktorarbeit den Vorsatz für geistigen Diebstahl klar gegeben. Schon in der Einleitung habe er ganze Passagen aus fremder Feder verwendet. Dies sei besonders dreist.

CDU-Präsidiumsmitglied und Guttenbergs Koalitionskollege Philipp Mißfelder warnt jedoch davor, über zu Guttenberg anhand der vorliegenden Informationen aus dem Netz und diversen Zeitungen zu richten: Die Doktorarbeit zu überprüfen sei Aufgabe der Universität Bayreuth, betonte er.

Von der Homepage des Verteidigungsministers ist der Doktortitel indessen entfernt worden. Um 12:20 Uhr war dort die «Willkommen»-Seite noch mit «Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg» betextet - um12:45 Uhr war dieser "Dr." bereits entfernt worden.


Programm-Hinweis:

Deutschlandfunk: Live-Sendung, heute um 18:40 Uhr: "An vielen Fronten - Die Debatte um Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg"


Weitere Informationen in unserem Programm:

Das Gesamtkunstwerk Guttenberg ist in besonderen Schwierigkeiten - Interview mit dem FDP-Politiker Gerhart Baum

Das Internet schlägt zurück - der Medienwissenschaftler Stefan Weber über Netzplagiarismus und Schwarmintelligenz

"Er soll seine gute Arbeit fortsetzen" - CDU-Präsidiumsmitglied Mißfelder gegen Rücktritt des Verteidigungsministers

"Ein dreisteres Plagiat gibt es gar nicht" - Interview mit dem Medienwissenschaftler Stefan Weber

Campus & Karriere: Alles abgeschrieben? Bildung in Zeiten von Google

Campus & Karriere: "Summa ist dann für die ganz hellen Köpfe" - Rechtswissenschaftler: Eigene Ideen sind entscheidend

Campus & Karriere: Münchener Jurist zum Plagiatsvorwurf gegen zu Guttenberg

"Zu Guttenberg wird genauso behandelt wie jeder andere Doktorand" - Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes über Plagiate

Doktortitel-Affäre bringt zu Guttenbergs Glaubwürdigkeit in Gefahr



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

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