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Guttenberg tritt von seinen politischen Ämtern zurück

Verteidigungsminister zieht Konsequenzen aus Plagiatsaffäre

Karl Theodor zu Guttenberg gibt auf. (picture alliance / dpa)
Karl Theodor zu Guttenberg gibt auf. (picture alliance / dpa)

Karl-Theodor zu Guttenberg ist von seinem Amt als Verteidigungsminister zurückgetreten. Damit zieht er die Konsequenzen aus der Affäre um seine Doktorarbeit. Ihm wird vorgeworfen, große Teile seiner Doktorarbeit - bewusst oder unbewusst - abgeschrieben zu haben, ohne die Quellen zu nennen.

Karl-Theodor zu Guttenberg: "Manch einer mag fragen, warum dieser Schritt erst jetzt erfolgt. Niemand wird das Amt freiwillig aufgeben wollen, an dem das Herz hängt. Es gehört sich, ein halbwegs geordnetes Haus zu hinterlassen." Mit diesen Worten hat der Minister seinen Rücktritt begründet. "Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten", erklärte er in Berlin.

Plagiatsvorwürfe gegen zu Guttenberg

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verlässt nach seinem Rücktritt die Pressekonferenz in Berlin. (picture alliance / dpa)Guttenberg verlässt die Pressekonferenz in Berlin. (picture alliance / dpa)Entdeckt hatte das Guttenberg-Plagiat der Bremer Jura-Professor Andreas Fischer-Lescano, der einige Passagen der Guttenbergschen Arbeit "routinemäßig" mit der Suchmaschine Google überprüft hatte. Dabei stieß er auf acht Absätze, die nicht aus der Feder des Freiherrn stammten. Daraufhin untersuchte die Universität Bayreuth, an der zu Guttenberg promovierte, die Arbeit erneut. Während die Zahl der entdeckten Plagiate - auch mithilfe der Medien - stetig anstieg, bezeichnete zu Guttenberg die Vorwürfe als "abstrus".

Doch der Druck nahm zu und führte dazu, dass der Verteidigungsminister selbst die Uni bat, seinen Doktortitel zurückzunehmen. Zu Guttenberg gab gravierende Fehler bei seiner Dissertation zu und erklärte, er werde dauerhaft auf den Titel verzichten.

Bei einer Stellungnahme zu den Plagiatsvorwürfen im Bundestag musste sich der Verteidigungsminister dann Schmähwörter wie "Lügner", "Täuscher", "Betrüger", "Hochstapler" anhören. Einen Rücktritt lehnte zu Guttenberg dort jedoch noch ab. Wenige Stunden nach der Bundestagssitzung gab die Universität Bayreuth die Aberkennung des Titels bekannt.

Biograf ist auf Ungereimtheiten in der Vita Guttenbergs gestoßen

Heute erscheint eine Biografie über Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg. Der Co-Autor Markus Wehner hat nach eigener Aussage schon während der Recherchen zu seinem Buch gemerkt, dass es im Lebenslauf des Ministers Ungereimtheiten gebe.

Weitere Beiträge im Deutschlandradio:

FDP-Außenpolitiker Rainer Stinner respektiert zu Guttenbergs Rücktritt

Guttenberg hätte "eine zweite Chance im Amt verdient" (Interview mit CDU-Politiker Wolfgang Bosbach)

"Natürlich sind wir traurig" <br> CSU-Europaabgeordneter lobt Arbeit von zu Guttenberg (Interview mit dem CSU-Politiker Markus Ferber)

Forsa-Chef: Sympathiepolster Guttenbergs schmilzt - Meinungsforscher warnt vor Umfrage-Manipulation

"Als Minister nicht tragbar" - Doktorandennetzwerk fordert Rücktritt von zu Guttenberg

"Dann muss die Regierungschefin handeln" - Kurt Beck über zu Guttenberg, Hartz-IV-Kompromiss und den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz

An vielen Fronten- Die Debatte um Verteidigungsminister zu Guttenberg

Vor der Plagiatsaffäre:

Zwischen Provokateur und Wunderknabe - Die CSU hat Seehofer und will Guttenberg

Jung und forsch gleich erfolgreich? - Die Bewährungswochen der Senkrechtstarter zu Guttenberg und Rösler

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

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