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Hamburger entscheiden über Schulreform

Volksentscheid über verlängerte Grundschule

Länger gemeinsam lernen oder nicht - darum geht es in Hamburg. (AP)
Länger gemeinsam lernen oder nicht - darum geht es in Hamburg. (AP)

In Hamburg stimmen die Bürger heute über die umstrittene Schulreform ab. Bei dem Volksentscheid geht es um die von der schwarz-grünen Landesregierung geplante Einführung der Primarschule, einer auf sechs Jahre verlängerten Grundschule. Stimmberechtigt sind 1,2 Millionen Hamburger.

Die Schulpolitik hat die politische Diskussion in der Hansestadt zuletzt so stark bestimmt wie kaum ein anderes Thema.

Im November 2009 hatte die Initiative "Wir wollen lernen" 184.000 Unterschriften gegen die Reform vorlegt. Viele Hamburger Eltern wollen keine neue Schulstruktur, sondern es bei den vier Jahren Grundschulzeit belassen. Sie fürchten eine Schwächung der Gymnasien und glauben nicht daran, dass längeres gemeinsames Lernen den Kindern nutzt.

Zu den Unterstützern der Schulreform zählen dagegen alle vier Parteien in der Hamburger Bürgerschaft: CDU, Grüne Alternative Liste GAL sowie die Oppositionsparteien SPD und Die Linke.

Der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Ulrich Thöne, geht davon aus, dass der Hamburger Volksentscheid bundesweite Bedeutung hat. In Deutschland brauche es nun einen "nationalen Konsens" für längeres gemeinsames Lernen, sagte Thöne im Deutschlandradio Kultur. (MP3-Audio)

Auch der Fraktionschef der Grünen im Bundestag,Jürgen Trittin, plädiert für längeres gemeinsames Lernen und kritisiert die frühe Trennung der Schulkinder."Der ganze Rest der Welt, die ganze zivilisierte Welt macht es anders als wir Deutschen", sagte Trittin im Deutschlandfunk.

Unabhängig vom Ausgang des Referendums, der als ungewiss gilt, wird damit gerechnet, dass Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust am Nachmittag seinen Rücktritt erklärt.

Dabei erhält der CDU-Politiker sogar von der Opposition Rückendeckung für seine Schulpolitik. Von Beust habe mit der geplanten Rreform parteiübergreifend eine große Leistung vollbracht, sagte der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) im Deutschlandfunk.

Ergänzende Informationen zum Hamburger Schulreform-Volksentscheid bei dradio.de:

Streit um die Hamburger Schulreform (DLF)
"Die Primarschule, Klasse eins bis sechs, ist europäischer Standard" <br>Ole von Beust verteidigt Schulreform (DLF)
Goetsch: "Wir sind vorbereitet, im Sommer zu starten" <br> Hamburgs Bildungssenatorin glaubt an einen Sieg bei Volksentscheid über Schulreform (DKultur)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

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