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Hart aber fair

Der designierte US-Außenminister John Kerry findet parteiübergreifenden Zuspruch

Von Marcus Pindur

Senator John Kerry soll die Nachfolge von Außenministerin Hillary Clinton antreten (picture alliance / dpa / Shawn Thew)
Senator John Kerry soll die Nachfolge von Außenministerin Hillary Clinton antreten (picture alliance / dpa / Shawn Thew)

Wenn ein republikanischer Vietnam-Veteran wie John McCain einen demokratischen Vietnam-Veteran wie John Kerry über den Klee lobt, dann will das etwas heißen: Besonders, da Kerry am Dienstag als Außenminister der USA vom Senat bestätigt werden soll.

Es war ein Heimspiel für John Kerry, als er sich den Fragen stellte, die der Auswärtige Ausschuss des Senates an ihn hatte. Der designierte Außenminister Kerry, noch Senator und Vorsitzender des Ausschusses, bekam sogar von der Opposition Bestnoten und einen gehörigen Vertrauensvorschuss. Den republikanischen Senator John McCain und den Demokraten John Kerry verbindet etwas – beide waren im Vietnamkrieg, beide haben sich in den 90er-Jahren für eine Annäherung an Vietnam, den ehemaligen Kriegsgegner eingesetzt.

"Ich sehe das und die Zusammenarbeit mit John als einen der Höhepunkte meiner Karriere an. Sollte er hier bestätigt werden, und davon gehe ich aus, dann werden wir zwar weiterhin politische Meinungsverschiedenheiten haben, aber er wird sein Amt ausgezeichnet ausfüllen. Ich empfehle deshalb ohne jedes Zögern seine Bestätigung als Außenminister."

Das Plädoyer McCains verfehlte nicht seine Wirkung.

"Wow, wenn das so ist, dann müssen sie sich gar nicht weiter vorstellen."

Sagte der demokratische Senator Bob Menendez, der die Anhörung leitete, scherzhaft zu John Kerry. Ein in der Tat ein deutlicher Unterschied zur teilweise feindseligen Befragung Hillary Clintons, gestern vor dem gleichen Ausschuss.

Doch John Kerry und Hillary Clinton sind außenpolitisch aus dem gleichen Holz geschnitzt – das machte Kerry gleich beim Thema Iran deutlich. Er würde es begrüßen, wenn es eine diplomatische Lösung mit dem Iran geben würde. Aber:

"Wir müssen tun, was nötig ist, um zu verhindern, dass der Iran Nuklearwaffen erhält. Ich wiederhole es heute noch einmal: Unser Ziel ist es nicht, den Iran später einzudämmen – unser Ziel ist es, jetzt eine iranische Bombe zu verhindern. Und die Zeit läuft ab, innerhalb derer der Iran diese Forderung erfüllen kann."

Kontinuität und Eindeutigkeit also in dieser Frage in der amerikanischen Regierung – umso wichtiger für Obama, als seinem Kandidaten für das Verteidigungsministerium, Chuck Hagel, von vielen Republikanern eine zu weiche Haltung gegenüber dem Iran vorgeworfen wird.

John Kerry wird weiter die Auffächerung der amerikanischen diplomatischen Mitte betreiben, die Hillary Clinton in den letzten vier Jahren forciert hat. Mit Drohnen allein könne man keine Außenpolitik betreiben, so Kerry. Man müsse viele Faktoren einbeziehen, wie die Ernährungssicherheit, die Energieversorgung, und den Klimawandel. Vor allen Dingen aber müssten die USA ihr eigenes Haus finanziell in Ordnung bringen.

"Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig das ist. Völker in aller Welt vertrauen auf die amerikanische Führungsstärke. Es ist deshalb unabdingbar, dass wir dem Rest der Welt zeigen, dass wir unsere eigenen Dinge effektiv regeln. Die Probleme, denen wir ins Auge sehen, sind schon schwer genug. Aber ihre Lösung wird unmöglich, wenn wir unsere Glaubwürdigkeit und Verhandlungsstärke durch Versagen bei der Haushaltssanierung aufs Spiel setzen."

Eine kurze Unterbrechung gab es, als eine junge Frau mit lauten Zwischenrufen gegen die amerikanische Außenpolitik protestierte. John Kerry nahm es gelassen – auch er habe sich als junger Mann, gegen den Vietnamkrieg protestierend, Gehör verschaffen wollen.

Mehr zum Thema:
John Kerry soll neuer US-Außenminister werden



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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

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