Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Hauptstadt-Flughafen erst 2015 fertig?

Technik-Chef Amann gibt skeptische Einschätzung

Das dauert noch - am BER wird noch nicht weitergebaut
Das dauert noch - am BER wird noch nicht weitergebaut (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Der Berliner Hauptstadt-Flughafen wird voraussichtlich erst im Jahr 2015 fertig. Dies erklärte der Technik-Chef Horst Amann in einem ZDF-Interview. Zum neuen Aufsichtsrats-Vorsitzenden des Flughafens wurde der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck ernannt.

In den kommenden Monaten müsse zunächst der aktuelle Bauzustand ausführlich untersucht werden, sagte Amann. Erst danach könnten die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Ein Eröffnungstermin im Herbst 2014 sei unter diesen Umständen eher fraglich, erklärte Amann.

Bei der Aufsichtsrats-Sitzung war der seit sechs Jahren amtierende Geschäftsführer Rainer Schwarz entlassen worden. Er wird maßgeblich für die mehrfach verschobene Eröffnung verantwortlich gemacht. Wer ihm nachfolgt, ist unklar. Vor allem der Bund als Mitgesellschafter hatte massiv auf eine Ablösung des Geschäftsführers gedrungen.

Das Bild zeigt Brandenburgs damaligen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck und Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit nebeneinander sitzend. Wowereit spricht in ein Mikrofon, vor ihm auf dem Tisch ein Schild mit seinem Namen.Ein Tausch der Positionen - Matthias Platzeck (l.) und Klaus Wowereit (r.) (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck hat derweil den Vorsitz im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft des BER übernommen. Platzeck ersetzt Berlins Bürgermeister Wowereit, der wegen des Termindebakels beim Hauptstadtflughafen von dem Posten zurückgetreten war. Im ZDF machte Platzeck deutlich, dass Technik-Chef Amann sein Vertrauen besitze. Zu neuen Terminen wollte sich der Ministerpräsident nicht äußern.

Verkehrsministerium erhebt schwere Vorwürfe

Derweil macht das Bundesverkehrsministerium in Berlin das Management der Berliner Flughafengesellschaft für die weiter bestehenden Probleme verantwortlich. Ein Sprecher sagte, die Sonderkommission des Bundes zur Aufklärung des Flughafen-Debakels habe bereits im vergangenen Oktober festgestellt, dass der Aufsichtsrat fehlerhaft beziehungsweise nicht umfassend informiert worden sei. Zugleich kündigte der Sprecher haftungsrechtliche Prüfungen gegen die Geschäftsführung an.

Konsequenzen aus Debakel

Die Kosten für das angeschlagene Prestigeprojekt in Schönefeld bei Berlin haben sich seit Baubeginn 2006 von 2 Milliarden Euro auf 4,3 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Weitere Mehrkosten sind zu erwarten, seit die Eröffnung in der vergangenen Woche wegen weiterer Baumängel auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.

Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit hatte daraufhin angekündigt, den Aufsichtsratsvorsitz der staatlichen Betreibergesellschaft abzugeben. Als Nachfolger will der bisherige Stellvertreter Platzeck den Bau deutlich intensiver überwachen. Geplant sind wöchentliche Unterrichtungen und eine eigene Abteilung in der Potsdamer Staatskanzlei.

CDU: Führungsaustausch ohne strukturelle Änderungen "nicht erfolgreich"

Die CDU kritisiert den Personalwechsel als nicht nachhaltig. "Wenn man nur die Führung austauscht, ohne inhaltliche Änderungen vorzunehmen, wird das nicht erfolgreich sein", sagte der haushaltspolitische Sprecher der CDU, Norbert Barthle, im Deutschlandfunk. Er verwies auf strukturelle Defizite, die weiter bestünden. Nach wie vor sei unklar, ob Planungsfehler oder Ausführungsfehler hinter den Verzögerungen stünden und mit welchem Aufwand die Fehler zu beheben seien.

Weitere Informationen auf dradio.de.

Platzeck übersteht BER-Vertrauensfrage - Breite Mehrheit stützt Brandenburgs Ministerpräsidenten
Misstrauensantrag gegen Wowereit gescheitert - Medienbericht: Platzeck soll Flughafen-Aufsichtsrat nur vorübergehend führen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:35 Uhr Kultur heute

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

SpitzensportAuf die Plätze, fertig, Los!

Der Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat die Deutsche Sportlotterie gegründet. Das Ziel: Den deutschen Spitzensport fördern. Denn selbst so erfolgreichen Athleten wie Harting mangelt es vor allem an: einem Grundeinkommen.

Sexueller Missbrauch"Jetzt ist er im Gefängnis und ich bin glücklich"

Was ist Angst? Angst ist Furcht, die nach einem Grund sucht, sagt der Hirnforscher Giovanni Frazzetto.

Barbara ist 20 Jahre alt. Sie macht eine Therapie in der Verhaltenstherapieambulanz der Goethe-Universität Frankfurt. Sie wurde bereits als Vierjährige von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht.

HörbuchLektionen einer Gelähmten

Ein Rollstuhl steht zusammengeklappt in einem Hausflur.

Maria Cristina Hallwachs ist seit einem Schwimmbadunfall vom Hals ab gelähmt. Das Hörbuch der Künstlergruppe "Rimini Protokoll" ist eine Collage aus Musik, Erzählung und ihren Gesprächen mit Familie und Pflegern.

Anti-israelische Proteste"Wer hat uns das denn eingebrockt?"

Auf einer Demonstration hält eine Frau ein Schild mit der Aufschrift "Stoppt den Krieg" in die Kamera

Rolf Verleger, früher Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden, wundert sich nicht über die neue Welle des Antisemitismus im Land. Im DLF warf er Repräsentanten des Judentums vor, jede Kritik an Israel als antisemitisch zu erklären. 

Kapitalismus70 Jahre Weltwährungssystem

Juli 1944: John Maynard Keynes (l) während der Tagung von Bretton Woods in einem informellen Gespräch mit dem chinesischen Finanzminister H.H. Kung.

Ohne das Weltwährungssystem von Bretton Woods, das vor 70 Jahren beschlossen wurde, hätte es nach dem Zweiten Weltkrieg weder Wiederaufbau noch Wirtschaftswunder gegeben, meint der Ökonom Heiner Flassbeck.

Flugzeugabsturz"Russland hätte sich distanzieren müssen"

Jean Asselborn ist seit 2004 luxemburgischer Außenminister.

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn kritisiert Wladimir Putin. Asselborn sagte im Deutschlandfunk, Russland hätte mit einer Distanzierung von den Aktionen der Separatisten in der Ost-Ukraine viel gutmachen können.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

EU prüft  nach Flugzeugabsturz schärfere Sanktionen gegen Moskau | mehr

Kulturnachrichten

Gregor Schneider geht nach Bochum | mehr

Wissensnachrichten

Astronomie  Extrasolarer Planet mit dem längsten Jahr gemessen | mehr