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Hauptstadtflughafen bleibt noch monatelang Baustelle

Weitere Probleme mit der Brandschutzanlage

Der Flughafen Berlin-Brandenburg "Willy Brandt" (dpa / Patrick Pleul)
Der Flughafen Berlin-Brandenburg "Willy Brandt" (dpa / Patrick Pleul)

Die Eröffnung des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg verzögert sich bis März 2013. Die technischen Abläufe machten einen früheren Eröffnungstermin nicht möglich, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit am Sonntag in Schönefeld. Er ist auch Aufsichtsratschef des Flughafens.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit erklärte, ein Termin im Winter eigne sich wegen Wetterrisiken nicht für die Inbetriebnahme. Außerdem hätte die zuständige Behörde mitgeteilt, dass die zunächst eingeplante Übergangslösung beim Brandschutz nicht mehr genehmigt würde. "Wir werden alles tun, um den Flughafen zum Erfolg zu führen", betonte der SPD-Politiker.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (picture alliance / dpa / Soeren Stache)Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (picture alliance / dpa / Soeren Stache)Zuvor hatte der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft getagt. Das Gremium zog personelle Konsequenzen und beschloss, die Zusammenarbeit mit Chefplaner Manfred Körten zu beenden. Er wird zum 1. Juni seinen Posten verlieren. Der 59-jährige Technik-Geschäftsführer habe als Verantwortlicher für das Bauprojekt Probleme damit gehabt, "die Dinge rechtzeitig zu erkennen", sagte Wowereit. Beendet wird auch die Zusammenarbeit mit dem Generalplanungskonsortium PGBBI, zu dem auch das Büro des Architekten Meinhard von Gerkan gehört.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck beklagte den Imageschaden, den die Verschiebung für die Region verursache. Die technische Gebäudeausrüstung sei die "Achillesferse" des Projekts gewesen, bemerkte der SPD-Politiker. Am Ende habe die Geschäftsführung den komplexen Prozess bei der Installation des Brandschutzes nicht mehr steuern können. Jetzt gelte es, die Rolle des Flughafens als Entwicklungsmotor für die Region wieder in Gang zu bringen, sagte Platzeck. Die Monate bis zur Eröffnung sollten genutzt werden, um die Lärmschutzmaßnahmen für die Anlieger zu verbessern. Hiermit sei er bisher ohnehin unzufrieden gewesen.

Der frühere Bahnchef Hartmut Mehdorn (AP)Vorstandsvorsitzender von Air Berlin: Hartmut Mehdorn (AP)

Mehdorn:"Termin ist unakzeptabel"

Der Vorstandsvorsitzende der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air-Berlin, Hartmut Mehdorn, kritisierte den neuen Eröffnungstermin. "Dies ist völlig unakzeptabel und fügt Berlin als Flughafen-Drehkreuz einen kaum mehr reparablen und deshalb unerträglichen Image-Schaden zu", sagte er. "Die Verschiebung der Eröffnung um mehrere Monate ist mit reinen Brandschutzmaßnahmen nicht mehr erklärbar", betonte Mehdorn. Die Lufthansa äußerte ihr Bedauern über den späten Starttermin. Im Sinne eines sicheren und stabilen Flugbetriebs sei der Termin aber richtig, sagte Sprecher Peter Schneckenleitner. Ähnlich äußerte sich ein Easyjet-Sprecher.

Mindestens 2,5 Milliarden Euro Kosten

Die eigentlich für den 3. Juni geplante Eröffnung des Hauptstadtflughafens war wegen nicht eingehaltener Brandschutzbestimmungen abgesagt worden. Der Flughafen soll mit einer Kapazität von 27 Millionen Passagieren die Nummer drei in Deutschland hinter Frankfurt und München werden. Der Ausbau für bis zu 45 Millionen Passagiere jährlich ist bereits genehmigt. Bauherr ist neben den Ländern Berlin und Brandenburg der Bund. Die Länder rechnen durch den Flughafen mit 40.000 neuen Arbeitsplätzen in der Region. Die Baukosten werden mit mindestens 2,5 Milliarden Euro beziffert. Durch den geplatzten Eröffnungstermin am 3. Juni 2012 rechnen die Betreiber allerdings mit Mehrkosten von 15 Millionen Euro monatlich. Hinzu kommen Schadenersatzforderungen von Airlines und Flughafendienstleistern.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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