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Hausarrest von Strauss-Kahn aufgehoben

Staatsanwaltschaft zweifelt an Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers

Dominique Strauss-Kahn und seine Frau verlassen den New York Supreme Court. (AP)
Dominique Strauss-Kahn und seine Frau verlassen den New York Supreme Court. (AP)

Der New York Supreme Court hat den Hausarrest des ehemaligen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn aufgehoben. Die Anklage wegen versuchter Vergewaltigung bleibt jedoch bestehen. Außerdem darf der 62-Jährige die USA nicht verlassen.

Gestern hatten sich offenbar Anklagevertreter und die Anwälte von Strauss-Kahn getroffen, berichtete Klaus Remme im Deutschlandfunk. Dabei habe auch die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass sie erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hauptzeugin habe. Die Frau habe sich in Widersprüche verstrickt und die Behörden mehrfach belogen. Demnach habe man keine andere Wahl gehabt, als heute kurzfristig einen Gerichtstermin anzuberaumen. "Dies ist mehr als eine Blamage für die Staatsanwaltschaft", so die Einschätzung Remmes. Offensichtlich ist sie sich der Anklage nicht mehr sicher. Die wurde heute allerdings nicht fallen gelassen.

Strauss-Kahn habe versucht, sie im Mai in einem New Yorker Hotel zu vergewaltigen, hatte das Zimmermädchen gesagt. Wegen des Verdachts der versuchten Vergewaltigung kam der damalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zunächst in Untersuchungshaft, aus der er wenig später in einen strengen Hausarrest entlassen wurde. Die Vorwürfe hat er die ganze Zeit bestritten. Nun wurden fast alle Auflagen aufgehoben. Strauss-Kahn darf die USA aber nicht verlassen.

Wegen des weltweiten Medienwirbels nach Bekanntgeben der Vorwürde, räumte Strauss-Kahn seinen Chefsessel beim IWF. Nachfolgerin wurde die französische Finanzministerin Christine Lagarde.

Französische Zeitungen befassen sich mit der Affäre Strauss-Kahn (picture alliance / dpa)Die Vorwürfe gegen Strauss-Kahn beschäftigten die Medien weltweit, hier französische Zeitungen. (picture alliance / dpa)Die Berichterstattung über Strauss-Kahn nach seiner Festnahme war scharf kritisiert worden - an Fernsehbildschirmen auf der ganzen Welt konnte man verfolgen, wie der 62-jährige Franzose in Handschellen vor Gericht geführt wurde. Strauss-Kahn galt außerdem als aussichtsreicher Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der Sozialistischen Partei in Frankreich - und damit als Herausforderer des amtierenden Nicolas Sarkozy.

Jetzt, nach der Aufhebung des Hausarrests, sehen viele Franzosen wieder den großen Hoffnungsträger in Strauss-Kahn. Trotz aller Vorwürfe - Strauss-Kahn bleibt ein Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2012, berichtet Burkhard Birke im Deutschlandfunk.

Der nächste Gerichtstermin findet am 18. Juli statt.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

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