Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Hilfe für syrische Flüchtlinge

EU-Innenminister beraten über Asylpolitik und Gefahr durch Bürgerkriegskämpfer

Syrisch-kurdische Familie im Flüchtlingslager im Nord-Irak (picture alliance / dpa / Christophe Petit Tesson)
Syrisch-kurdische Familie im Flüchtlingslager im Nord-Irak (picture alliance / dpa / Christophe Petit Tesson)

Etwa 1,6 Millionen Menschen sind nach Angaben der UNO seit Beginn der Kämpfe aus dem Bürgerkriegsland Syrien geflohen. Die Innenminister der Europäischen Union treffen sich heute in Luxemburg, um unter anderem darüber zu beraten, den Flüchtlingen Asyl zu gewähren.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will seinen 26 EU-Kollegen in Brüssel vorschlagen, zusätzliche Aufnahmeplätze für Flüchtlinge aus Syrien zu schaffen. Deutschland hat bereits ein Programm geplant, das ab Ende Juni anlaufen soll. Dann können 5000 Menschen, die aus Syrien in Nachbarländer geflohen sind, eine Zeit lang nach Deutschland kommen. Einreisen dürfen zum Beispiel schutzbedürftige Kinder mit ihren Eltern und Angehörige religiöser Minderheiten. Asyl wird auch Menschen gewährt, die nach Ende des Syrien-Konflikts einen besonderen Beitrag für den Wiederaufbau des Landes leisten können.

Unterstützung bekommt Deutschland aus Polen, den Niederlanden, Österreich und Schweden. Die Regierungen können sich ebenfalls ein solches Aufnahmeprogramm für syrische Flüchtlinge vorstellen. Konkrete Zahlen haben sie aber bisher nicht geliefert.

Gefahr durch ausgebildete Kämpfer

Gleichzeitig macht den EU-Innenministern der Syrien-Konflikt auf einer ganz anderen Ebene Sorgen. Nach Schätzungen der EU sind etwa 500 bis 600 Männer aus den europäischen Staaten nach Syrien gereist, um sich an den Kämpfen zu beteiligen. Ende April warnte Innenminister Friedrich davor, dass diese Kämpfer nach ihrer Rückkehr auch in Deutschland gefährlich werden könnten. Sie würden in Syrien beispielsweise darin ausgebildet, Sprengstoff und Autobomben herzustellen.

Abseits vom Thema Syrien geht es bei der Konferenz in Luxemburg heute generell um die Asylpolitik der EU: Nach jahrelangen Verhandlungen soll ein gemeinsames Asylsystem aller Mitgliedsländer festgelegt werden. Es sieht Mindeststandards für Asylbewerber in der kompletten EU vor.

Wohl Zustimmung zur Schengen-Reform

Darüber hinaus wird erwartet, dass die EU-Innenminister eine Reform des Schengen-Abkommens billigen. Auf diese hatten sich die Mitgliedsländer, das Europaparlament und die EU-Kommission geeinigt. Die Reform des Abkommens, das die Reisefreiheit in Europa ermöglicht, lässt zu, dass die Staaten in Zukunft wieder Grenzkontrollen einführen können - und zwar bis zu zwei Jahre lang. Allerdings nur unter besonderen Bedingungen. Vor allem Deutschland hat diese Änderung gefordert, um gegen die illegale Immigration in südlichen EU-Ländern besser vorgehen zu können.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

Österreich zieht Soldaten vom Golan ab - Syrischer Bürgerkrieg weitet sich aus
Syrien: Zwei Jahre Krieg, drei UNO-Resolutionen und kein Ende in Sicht - Welthungerhilfe erhielt nur 12.000 Euro an deutschen Privatspenden

Weitere Informationen zu diesem Thema:

UNHCR zu Flüchtlings-Situation in Syrien

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Loveparade-KatastropheNotwendiges Neuland

Eine Gedenkstätte für das Loveparade-Unglück in Duisburg.  (dpa/Monika Skolimowska)

Die Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe von vor sechs Jahren sei in ein unwürdiges Schwarzer-Peter-Spiel ausgeartet, kommentiert Moritz Küpper. Warum nicht den Teufelskreis durchbrechen und eine unabhängige Untersuchungskommission einsetzen? Das wäre Neuland - und ein Zeichen an die Opfer.

Medienreform in PolenWackelt die vierte Gewalt im Staat?

Demonstration gegen Polens umstrittenen Medien- und Justizgesetze in Brüssel am 18. Januar 2016. (picture alliance / dpa  - Laurent Dubrule)

Die amtierende PiS-Regierung in Polen plant für den 1. Juli eine Reform der Medien. Die öffentlichen-rechtlichen Medien sollen in nationale verwandelt werden. Wegen internationaler Kritik hat die Regierung die Reform auf 2017 verschoben.

Darknet und Deep WebWarum Anonymität im Netz wichtig ist

Eine Illustration, bei der ein Mann im Hasso-Plattner-Institut in Potsdam (Brandenburg) eine Hand auf einen Bildschirm mit dem visualisierten, weltumspannenden Internet hält. (dpa / Ralf Hirschberger)

Der Journalist und Autor Alexander Krützfeldt hält es für falsch, nach den jüngsten Gewalttaten nun die Möglichkeiten zu begrenzen, anonym im Internet zu surfen. Solche Software sei wichtig für Dissidenten, NGOs und Reporter, sagte er im DLF.

Unruhe vor Parteitag der DemokratenHat die Parteispitze Clinton bevorzugt?

Arbeiter bereiten den Saal im Wells Fargo Center in Philadelphia für den National Convention der US-Demokraten vor. (picture-alliance/ dpa/ epa/ CJ Gunther)

Ex-Außenministerin Hillary Clinton will ins Weiße Haus. Der Nominierungsparteitag der Demokraten in Philadelphia soll deshalb zu einer machtvollen Demonstration der Einheit werden. Doch ausgerechnet jetzt sorgen pikante und geleakte E-Mails aus dem Kreis der Parteispitze für Unruhe.

Autorin Stefanie SargnagelZwischen Depression und Größenwahn

Die Autorin Stefanie Sargnagel (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)

Ihre literarische Karriere begann auf Facebook, ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte sie dieses Jahr mit einer Einladung zu den Bachmann-Tagen in Klagenfurt. Die Österreicherin Stefanie Sargnagel gilt als Kult-Autorin. Wir reden mit ihr über Depression und Größenwahn.

SchönheitsidealHilfe, mein Kinn ist nicht männlich!

Wenn ihr im Netz nach "Plastischer Chirurgie" sucht, findet ihr neben Nasen und Brüsten immer mehr Diskussionen über das Kinn. Junge Männer fragen sich: Sollte ich über ein Kinnimplantat nachdenken? DRadio Wissen hilft euch.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Japan  Zahlreiche Tote und Verletzte bei Messerattacke | mehr

Kulturnachrichten

Schärfere Kontrollen bei Konzerten  | mehr

Wissensnachrichten

Anti-Ransomware-Programm  Europol gegen Netz-Erpressungen | mehr