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Historische Wende eingeleitet

Viel Lob für Papstäußerung zur Verwendung von Kondomen

Südafrika: Ein Poster wirbt für den Gebrauch von Kondomen (AP)
Südafrika: Ein Poster wirbt für den Gebrauch von Kondomen (AP)

Die Äußerung des Papstes zur Lockerung des Kondomverbots ist auf große Zustimmung gestoßen. Die Weltgesundheitsorganisation sprach von einem guten Anfang. FDP und Grüne in Deutschland erklärten, der Papst wende sich damit der menschlichen Lebensrealität zu. Auch die Deutsche Aidshilfe begrüßte die Äußerungen.

Die katholische Basisbewegung "Wir sind Kirche" kritisierte dagegen, dass die Lockerung zu gering ausgefallen sei. Eine Kehrtwende in zentralen theologischen, pastoralen und sittlichen Fragen sei nicht abzusehen.

Papst Benedikt XVI. in Kamerun (AP)Papst Benedikt XVI. in Kamerun (AP)Papst Benedikt XVI. hatte in einem Interview für das Buch "Licht der Welt" erklärt, die Verwendung von Kondomen könne in begründeten Einzelfällen erlaubt sein, wenn es darum gehe, die Ansteckungsgefahr mit HIV zu verringern. Noch vor einem Jahr hatte der Papst anlässlich seiner Afrikareise gesagt, dass man das Aidsproblem nicht mit Kondomen lösen könne.


Für viele ein "gutes Zeichen"

Der Hamburger Bischof Hans Jochen Jaschke hält das nun gelockerte strikte Kondomverbot des Papstes für ein "gutes Zeichen". Dennoch, so Jaschke, stünde die Entscheidung nicht im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche.

Der Moraltheologe der Universität Freiburg, Eberhard Schockenhoff, äußert sich ebenfalls positiv. Die Bemerkung habe zwar nicht das Gewicht einer lehramtlichen Stellungnahme. Die katholische Kirche könne aber nicht hinter das Wort des Papstes zurückfallen.

Für Stefan Hippler, Seelsorger in der Erzdiözese Kapstadt, bewirken die Aussagen des Papstes einen kleinen "Haarriss in einer Betonwand der Moraltheologie". Die Kirche müsse Advokat für den Schutz des Lebens sein und dazu gehöre eben auch die Verwendung von Kondomen sagte Hippler im Deutschlandradio Kultur.

Für den Moraltheologen Johannes Gründel ist das "ein erster Schritt zur Humanisierung der Sexualität und der zwischenmenschlichen Begegnungen." Damit wende der Vatikan das Prinzip der Güterabwägung an, das die Moraltheologie schon lange vertrete.

Interview mit Aidshilfensprecher Jörg Litwinschuh zum Thema

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

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