Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Historischer Beschluss

Bundeskabinett verabschiedet Atom-Aus bis 2022

Ein Reaktorblock und die Kühltürme des Atomkraftwerks Biblis (AP)
Ein Reaktorblock und die Kühltürme des Atomkraftwerks Biblis (AP)

Nach der Einigung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder auf einen stufenweisen Atomausstieg hat sich auch das Bundeskabinett auf diesen Konsens geeinigt.

Es handelt sich dabei um ein Gesetzespaket, das die stufenweise Abschaltung der Kernkraftwerke bei gleichzeitiger Förderung von erneuerbaren Energien und dem Ausbau der Stromnetze sowie den Bau von neuen Gas- und Kohlekraftwerken und Maßnahmen für Energieeinsparungen beinhaltet.

Als ein "nationales Gemeinschaftswerk" lobt Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) den Kabinettsbeschluss zum Atomausstieg. Ein "jahrzehntelanges Kampfthema" würde damit in einen gesellschaftlichen Konsens münden, so Röttgen. Das Gesetzespaket würde sich positiv auf die Wirtschaft und Industrie Deutschlands auswirken, prognostiziert Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).

Ein AKW möglicherweise als "Kaltreserve"

Sieben Kernkraftwerke wurden bereits nach der Atomkatastrophe im März in Fukushima abgeschaltet. Sie sollen - einschließlich des Pannenatomkraftwerks Krümmel - nach dem Beschluss außer Betrieb bleiben. Die neun Meiler, die noch in Betrieb sind, sollen nach und nach im Jahr 2015, 2017 und 2019 abgeschaltet werden - die letzten sechs innerhalb von nur einem Jahr von Dezember 2021 bis Dezember 2022. Eines der Atomkraftwerke soll voraussichtlich im Stand-by-Betrieb als "sogenannte Kaltreserve" für den Notfall bestehen bleiben, berichtet Christel Blanke vom Deutschlandradio Hauptstadtstudio über das Gesetz zum Atomausstieg. Greenpeace demonstrierte vor den neun Werken dafür, diese bereits bis 2015 abzuschalten.

Nach dem Bundeskabinett sollen Bundesrat und Bundestag bis Anfang Juli das veränderte Gesetzespaket verabschieden. Bereits am Freitag hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder auf einen schrittweisen Atomausstieg geeinigt.

Anatomie einer atomaren Rolle rückwärts

Der Atom-GAU von Fukushima hat das globale Verhältnis zur Atomkraft verändert - am nachhaltigsten wohl die schwarz-gelbe Regierungskoalition. Sie bewegte sich von einer Laufzeitverlängerung um durchschnittlich zwölf Jahre im Herbst zum - geplant - weltweit schnellsten Umstieg auf Erneuerbare Energie. Der "Hintergrund" im Deutschlandfunk analysiert die "atomare Rolle rückwärts".

Cem Özdemir, Vorsitzender Bündnis 90/Die Grünen (Deutschlandradio - Bettina Straub)Cem Özdemir, Vorsitzender Bündnis 90/Die Grünen (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Özdemir: "Handwerklich nicht sauber"

Schwarz-Gelb arbeite "handwerklich nicht sauber", kritisiert Cem Özdemir, zudem misstraut der Bundesvorsitzende der Grünen Kanzlerin Merkel wegen ihrer Kehrtwende in der Atompolitik - und kündigt Korrekturen an, falls seine Partei ab 2013 regieren sollte.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel,unterstützt die Atomausstiegspläne der Bundesregierung, hält aber Nachjustierungen für notwendig.

Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, rechnet nicht mit einem Erfolg möglicher Klagen der Energiekonzerne im Zusammenhang mit dem Atomausstieg.


Links bei dradio.de:

Hintergrund: Das politische Ringen um den Atomausstieg

Deutsche Atomkraftwerke haben Mängel - Bericht der Reaktorsicherheitskommission vorgestellt

Atomkraft (dradio.de-Sammelportal)

Atomausstieg heißt nicht prima Klima

Sinnkrise nach dem Atomausstieg? AKW-Gegner in Brunsbüttel

Zukunft der Energie (dradio.de-Sammelportal)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Festival "Theater der Welt"Weltpremiere in Hamburg

Probe des Stückes "Children of Gods"  (picture alliance/dpa/Foto: Christophe Gateau)

Das Festival "Theater der Welt" hat 45 nationale und internationale Produktionen nach Hamburg eingeladen. Darunter auch das Stück "Children of Gods" von Lemi Ponifasio. Unser Kulturmagazin "Fazit" wird live von der Eröffnung berichten.

Merkel, Macron und die 26 anderenAussichten auf eine Reform der Europäische Union

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt den französischen Präsidenten Emmanuel Macron am 15.05.2017 in Berlin. ( Michael Kappeler/dpa)

Die Europäische Union ringt um ihren Zusammenhalt. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat daher Reform-Vorschläge gemacht: Die Eurozone soll ein eigenes Parlament, einen eigenen Finanzminister und ein eigenes Budget bekommen. Deutschland zeigt sich gesprächsbereit.

MietenexplosionKleines Gewerbe in großen Städten ist bedroht

Eine Mutter mit Kleinkind geht an einem Buchladen mit gebrauchten Büchern in der Weserstraße in Berlin-Neukölln vorbei, aufgenommen 2012 (picture alliance / ZB / Jens Kalaene)

Ein Teeladen, eine Buchhandlung, eine Bäckerei – sie alle bekamen zum Jahreswechsel die Kündigung, weil sie die geforderten Mieterhöhungen nicht zahlen können. Sechs Monate bleiben den drei Gewerbetreibenden aus Berlin – so lange läuft die Kündigungsfrist. Umziehen? Kämpfen? Oder kapitulieren?

LebensmittelSeetang als Salzersatz

Zu viel Salz ist nicht gut für uns. Wissen wir! Machen wir aber trotzdem. Seetang könnte vielleicht ein Ersatz sein. Wobei: Ein leicht fischiger Beigeschmack bleibt wohl. Doch Forscher suchen nach einer Lösung.

Reich werdenDie erste Million ist die schwerste!

US-Dollar-Scheine (picture alliance / dpa / Xie Zhengyi)

Geld regiert die Welt - im Fall von Donald Trumps Kabinett mit mehreren Milliardären und Multimillionären scheint das buchstäblich zuzutreffen. Doch wie wird man eigentlich reich und sind wir auf dem Weg zu einer globalen Oligarchie?

Religion und Politik"Wir können von Muslimen lernen"

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) spricht am 25.03.2017 bei der Landesvertreterversammlung der CDU Baden-Württemberg in der Stadthalle in Sindelfingen (Baden-Württemberg) zu Parteimitgliedern.  (picture alliance / dpa / Christoph Schmidt)

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht in der steigenden Zahl der Muslime in Deutschland eine Chance. Wenn man die Ordnung des Grundgesetzes leben und verwirklichen wolle, müsse man in einen Dialog treten, wie man zusammenlebe, sagte der CDU-Politiker im DLF. Er stehe zu seinem Satz "Der Islam ist ein Teil Deutschlands". Das sei eine nüchterne Beschreibung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Anschlag in Manchester  Ermittler melden neue Festnahme | mehr

Kulturnachrichten

Barak Obama  erhält Deutschen Medienpreis | mehr

 

| mehr